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»Der Notfallplan sprengt unsere Kapazitäten«

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Die Staatsregierung will im bevorstehenden Winter vorsichtshalber Notunterkünfte für bis zu 30 0000 Flüchtlinge bereithalten. Das wurde nach der Kabinettssitzung am Dienstag verkündet. Bis zu 600 Asylsuchende sollen dann auch in provisorischen Unterkünften in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land unterkommen, wo sie dann maximal fünf Wochen bleiben sollen.


So wie alle anderen Landkreise und kreisfreien Städte in Bayern erfuhren gestern auch die Landratsämter in Traunstein und Reichenhall von dem Notfallplan. »Bis zum 3. November haben wir jetzt Zeit, um entsprechende Unterkünfte zu melden«, erklärt Roman Schneider, Pressesprecher am Landratsamt in Traunstein, auf Anfrage. Die Überlegungen dafür seien bereits angelaufen. Laut Staatsregierung wären unter anderem auch Klappbetten in Mehrzweckhallen und Schulturnhallen eine Möglichkeit, um die bis zu 300 Flüchtlinge pro Landkreis unterzubringen.

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Erst vor zehn Tagen war ein vierwöchiges Erstaufnahmelager für Asylsuchende im ehemaligen »Bayernpark« in Siegsdorf-Hörgering geschlossen worden. Die 200 Flüchtlinge wurden nach vier Wochen wieder mit Bussen abgeholt. Ob die ehemalige Ferienanlage nun auch eine Option für den Winter-Notfallplan der Staatsregierung ist, dazu wollte sich Schneider nicht äußern.

Deutliche Worte zum Flüchtlingsthema fielen am Dienstagabend bei der vom Dekanatsrat initiierten Podiumsdiskussion in Bad Reichenhall: »Auf das Berchtesgadener Land kommt ein riesiges Problem zu«. Sepp Jostel vom Caritas-Zentrum Bad Reichenhall redete nicht lange um den heißen Brei herum. »Der Winter-Notfallplan, den wir heute von der Staatsregierung bekommen haben, sprengt unsere Kapazitäten.«

Dr. Michael Foerst, Leiter des Geschäftsbereichs Sicherheit, Ordnung und Kommunales im Landratsamt in Reichenhall, machte klar, dass die Kapazitäten in vom Landkreis angemieteten Häusern sowie Privatunterkünften nahezu ausgeschöpft sind. »Ab sofort müssen wir die geordneten Verhältnisse verlassen und in Lager- oder Sporthallen sowie leer stehende Gebäude, die wir anmieten, ausweichen«, so Foerst. apo/bit