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Der Not und der Dankbarkeit ein Gesicht gegeben

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Katja Neudecker würdigte Hubert Zeltsperger für sein großes, ehrenamtliches Engagement. Er freute sich vor allem über den Besuch der Jugendlichen aus dem Balkan. Die Balkanhilfe sei ein wichtiger Teil seines Lebens, sagte er.

Beim Jubiläumsabend 25 Jahre »Junge Leute helfen« feierte die Organisation ihre Erfolgsgeschichte voller Erlebnisse der Menschlichkeit. Jugendliche aus den unterstützten Regionen, Kurzfilme und Bilder gaben der Not und der Dankbarkeit der Menschen in den Krisengebieten ein Gesicht.


»Vergelt's Gott für das, was war, und für das, was noch kommen wird« – Obings Pfarrer David Mehlich sagte, das Netzwerk »Junge Leute helfen« habe in den vergangenen 25 Jahren Unglaubliches geleistet. Generalvikar Dr. Peter Beer hob in seiner Predigt hervor, den Helfern werde Großes abverlangt. Sie gingen den Weg der Liebe und machten den Menschen ein großes Geschenk.

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Tausende bedürftige Menschen erreicht

Inzwischen haben etwa 390 000 Hilfspakete und Millionen Euro sowie zahlreiche Sachspenden tausende bedürftige Menschen erreicht. 1070 Lkw-Ladungen mit 16 600 Paletten Lebensmitteln und 14 000 Tonnen Hilfsgütern wurden an Caritasstationen in Albanien, Kosovo, Bosnien, Montenegro und Kroatien übergeben sowie Armenküchen und Selbsthilfeprojekte ins Leben gerufen.

Wöchentlich sind zwei Hilfstransporte unterwegs. Regelmäßig setzen Helfer längerfristig mit den Menschen am Ort Hilfsprojekte um. So entstanden Bildungspatenschaften, Kindergärten, Schulheime und Gemeindezentren. Mittlerweile liegen die Kernaufgaben bei der Verteilung von Nutztieren oder dem Häuserbau zur Verhinderung der Landflucht. Katja Neudecker und Martin Gebhard stellten die Arbeit von »Junge Leute helfen« kurz vor.

Hinter den beachtlichen Zahlen steckt eine Menge Organisation und die Einsatzbereitschaft von Helfern aus 105 Pfarreien der Landkreise Traunstein, Berchtesgadener Land, Rosenheim und Altötting. Der Helferkreis setzt sich aus Rentnern, Frauengemeinschaften, Pfarrgemeinderäten oder Mitglieder vom Landvolk, der KAB und von Kolpingfamilien sowie vielen Jugendlichen zusammen, die etwa die Hälfte der Helfer ausmachen. »Inzwischen gehen wir schon in die fünfte Generation von Land- sowie Pfarrjugendgruppen und erfreulicherweise sind schon die ersten Kinder der Gründergeneration auf den Balkantouren dabei«, freut sich Hubert Zeltsperger.

Balkanhilfe 1992 ins Leben gerufen

Er hat mit Weggefährten die Balkanhilfe 1992 ins Leben gerufen und zu seiner Herzensangelegenheit gemacht. Mittlerweile ist »Junge Leute helfen« zu einem Selbstläufer geworden. Inwieweit sich die beteiligten Pfarreien und Helfer unter der Obinger Federführung engagieren ist freigestellt. Jeder könne sich nach seinen Möglichkeiten einbringen – und das Ergebnis sei überwältigend. Die Jugendlichen seien mit Feuereifer dabei und packten tüchtig mit an. Egal, ob bei den Vorbereitungen der Hilfsaktion, dem Verladen der Hilfsgüter oder bei der Umsetzung von Projekten in den jeweiligen Ländern. Und sie bekämen ein Bild von der Lage am Ort. Sprachbarrieren spielten dabei keine Rolle, erklärte Zeltsperger.

Das Verdienst der Aktion liege darin, dass sie die Energie der Jugend mit der Not der Welt verbinde, betont Zeltsperger. »Jeder junge Mensch sollte als Kernkompetenz lernen, etwas für andere zu tun«. Die Erfahrung zeige, dass die Helfer und die Hilfsbedürftigen voneinander lernten und einander bereicherten.

Der Jubiläumsabend voller Erlebnisberichte von Caritashelfern und acht betroffenen Jugendlichen aus dem Balkan machte dies auf beeindruckende Weise deutlich. »Danke, dass ihr an uns gedacht habt. Das hat uns tief berührt und gestärkt. Eure Hilfe gibt Hoffnung und motiviert uns, in unseren Ländern etwas zu verändern«, betonten die Caritashelfer und die Jugendlichen.

Die Familien lebten in bitterer Armut. Es fehle am Notwendigsten. Bildung könnten sich nur wenige leisten. Sehr bewegend schilderten die Jugendlichen, dass sie dank der Bildungspatenschaften ihren Traum von einem Studium verwirklichen könnten. Das biete ihnen die Chance, etwas in ihrer Heimat zu bewegen, politische Systeme zu ändern oder der hohen Arbeitslosigkeit zu entfliehen.

Überrascht, dass es hier so viele fröhliche Menschen gibt

Sie freuten sich, dass die Aktion »Junge Leute helfen« sie auf ihrem Weg in eine bessere Zukunft unterstütze und ihnen zudem ihren ersten Auslandsaufenthalt ermöglicht hatte. Das gab ihnen die Gelegenheit, sich bei den vielen Gönnern der Aktion zu bedanken und sich mit ihren gleichaltrigen Helfern auszutauschen. Vier Tage waren sie in Obing und bei der Familie Vodermayer in Schabing untergebracht. Ausflüge an den Chiemsee, nach Altötting und Salzburg seien ein besonderes Erlebnis gewesen, erzählten die Jugendlichen. Sie seien überrascht gewesen, dass es hier so viele fröhliche und lachende Menschen gebe. In ihrer Heimat gebe es nur traurige und ernste Gesichter. ca