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Der Natur wieder mehr Achtsamkeit schenken

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Aus beruflichen Gründen legte Birgit Mayer (rechts) ihr Amt als Jugendbeauftragte des Gartenbauvereins Tengling nieder. Für ihr Engagement wurde sie von der Vorsitzenden Elke Thiel-Siglbauer, mit einer Orchidee gewürdigt.

Taching am See – Auf ein ereignisreiches, sehr aktives Jahr blickte der Gartenbauverein Tengling anlässlich seiner Herbstversammlung zurück. Im Rahmen der Veranstaltung wurde Birgit Mayer als Jugendbeauftragte verabschiedet. Kreisvorsitzender Michael Luckas informierte über Garten und Wetter und wie man die Zeichen der Natur erkennt und richtig deutet. Eine Tombola rundete die Herbstversammlung im liebevoll herbstlich dekorierten Saal des Neuwirts in Tengling ab.


Die Gartensaison begann mit den Vorstandsneuwahlen, bei denen Elke Thiel-Siglbauer zur neuen Vorsitzenden gewählt wurde. Sie dankte ihren Vorstandskollegen für deren tatkräftige Unterstützung und Hilfe. »Das hat mir den Einstieg in das Amt merklich erleichtert«, sage die Vorsitzende. Unter ihrer Leitung schaffte man ein neues Kranzgestell für den Tenglinger Maibaum an und fertigte den Kranz für das »Traditionsstangerl«. Der alljährliche Ausflug führte zur Gartenbauausstellung nach Bad Ischl, wo vor allem der Kaisergarten große Beachtung bei den Teilnehmern fand.

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Kampf gegen Jakobskreuzkraut

Im Juli half der Gartenbauverein Tengling bei der Bekämpfung des Jakobskreuzkrauts in betroffenen Gebieten der Gemeinde. Die heimische Pflanze mit den gelben Blüten, die Ähnlichkeit mit dem heilkräftigen Johanniskraut aufweist, breitet sich seit einigen Jahren vermehrt aus. Schon geringe Mengen des giftigen Jakobskreuzkrauts können zu Leberschäden führen; bedroht sind dabei vor allem Weidetiere wie Kühe und Pferde. »Die Pflanze ist mehrjährig. Im ersten Jahr sind nur die grünen Blätter zu sehen, erst im zweiten Jahr blüht sie gelb«, erklärte Elke Thiel-Siglbauer. Das Kraut enthält bis zu 100 000 Samen, die fallschirmartig in den Boden eindringen und sich weiter vemehren. Einen echten Schutz vor der Weiterverbreitung des Jakobskreuzkrauts biete ausschließlich das Ausstechen der Pflanzenrosette.

Emsig gebastelt haben die Tenglinger Hobbygartler auch für die Burger Kirchweih. Die handgefertigten Produkte fanden rasenden Absatz. Im Rahmen des gemeindlichen Kinderferienprogramms besuchte man den Umweltgarten in Wiesmühl und verbrachte dort mit den Buben und Mädchen einen spannenden und informativen Tag. Gemeinsam mit den Mitgliedern der Gartenbauvereine Taching und Törring beteiligte man sich zudem an der Dekoration des Pfarrfestes anlässlich der Verabschiedung von Pfarrer Walter Laakmann. Außerdem fertigten die Mitglieder die imposante Erntekrone zum Erntedankfest. Am Adventsmarkt in Tengling nimmt der Gartenbauverein heuer ebenfalls wieder teil.

Elke Thiel-Siglbauer gab auch einen kleinen Ausblick auf das kommende Gartenjahr. Neben den Traunsteiner Gartentagen und dem viertägigen Obstbaum-Schnittkurs stehen ein Veredelungs- sowie ein Sommerschnittkurs auf dem Programm. Darüber hinaus besuchen die Tenglinger Gartler am 9. September die Tomatenplantage in Kirchweidach. »Heuer waren leider keine Besichtigungstermine mehr frei«, bedauerte die Vorsitzende. Dafür ist bis zum kommenden Herbst die Gurkenplantage fertiggestellt.

Mitgliedsbeiträge steigen

Auch die Mitgliedsbeiträge müssen im neuen Jahr angepasst werden. »Diese Maßnahme ist auf die Erhöhung der Beiträge durch den Landesverband begründet«, erklärte Elke Thiel-Siglbauer. Demnach zahlen Erwachsene künftig jährlich zehn Euro Mitgliedsbeitrag; für Kinder und Jugendliche werden fünf Euro sowie für Familienmitglieder acht Euro fällig.

Äußerst aktiv sind auch die »Gartenwichtl«, die Kinder- und Jugendgruppe des Gartenbauvereins Tengling. Hier will man demnächst eine zweite Gruppe ins Leben rufen. An Birgit Mayer, langjährige Jugendbeauftragte des Vereins, überreichte die Vorsitzende ein Blumenpräsent. Mayer hatte ihr Amt heuer aus beruflichen Gründen aufgeben müssen.

Unterhaltsam und aufschlussreich regte Michael Luckas die Versammlung an, sich wieder mehr mit der Natur zu beschäftigen und ihr Achtsamkeit entgegenzubringen. »Ein Großteil der Menschen hat verlernt, auf die Zeichen der Natur zu achten. Doch gerade in Zeiten des Klimawandels sollten wir uns bewusst machen, dass wir der Natur ausgeliefert sind«, sagte der Kreisvorsitzende. Die Entwicklung von Blüten, Bäumen und Früchten, das Verhalten von Tieren sowie Naturschauspiele wie Wind, Wolken, Nebel, Tau oder der Mond ließen nachhaltige Rückschlüsse auf die Wetterabläufe zu. Auch die altbekannten Bauernregeln basierten auf langjährig gesammelten Beobachtungen und Erfahrungen über das Wetter. Sogar die aktuelle Temperatur könne laut Luckas anhand des Zirpens der Grillen und der Formel »Zirpen/Minute + 50 : 9« schnell errechnet werden.

Begriffe wie Siebenschläfer, Eisheilige, Hundstage, Schafskälte und Altweibersommer sowie deren Bedeutung wurden ebenfalls erklärt. Anhand von beeindruckenden Fotografien stellte der Kreisvorsitzende die zuverlässigsten Wetterboten im eigenen Garten und in der Natur vor. »Machen Sie die Augen auf. Die Natur sendet uns tagtäglich kleine Botschaften«, bekräftigte Luckas. Dabei sei es jedoch wichtig, immer auf mehrere Zeichen zu achten. mia

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