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Der Mann mit dem Exotenstatus

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Tilo Schöne tritt zum dritten Mal als Landratskandidat an, realistische Chancen rechnet er sich aber nicht aus. (Foto: Hudelist)

Bad Reichenhall. Für Tilo Schöne von den Republikanern zählt der olympische Gedanke. Dabei sein, ist alles. »Aber der wahre Grund für meine Kandidatur ist, dass ich sonst zu keiner Veranstaltung eingeladen werde«, gibt Schöne unumwunden zu. Dass er ab 1. Mai 2014 als Landrat in das Amt einzieht, glaubt auch er nicht. Aber zumindest seinen Sitz als Kreisrat will er verteidigen.


Tilo Schöne kandidiert, wie Georg Grabner, ebenfalls zum dritten Mal als Landrat. Im März 2008 haben immerhin 2 136 Wähler bei ihm ihr Kreuz gemacht, das waren am Ende 4,9 Prozent. Seine Partei erhielt 2008 3,05 Prozent. Dadurch schaffte der 56-Jährige wieder den Sprung in den Kreistag für die Partei, die sich selbst als rechtskonservativ bezeichnet.

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Die erste Frage im Interview mit der Heimatzeitung drängt sich förmlich auf: Warum kandidiert man, wenn es eigentlich so gut wie ausgeschlossen ist, als Sieger durchs Ziel zu gehen? »Das ist ganz einfach: Weil ich sonst zu keiner Wahlveranstaltung eingeladen und damit nicht wahrgenommen werde«, gibt Schöne zu. Doch auch die Kandidatur zum Landrat sichert ihm nicht immer den gewünschten Auftritt. »Vor sechs Jahren hat mich der DGB zu einer Veranstaltung aller Landratskandidaten einfach nicht eingeladen«, erinnert sich Schöne, der trotzdem zu der öffentlichen Veranstaltung ging und sich von der ersten Reihe aus als Besucher lebhaft an der Diskussion beteiligte.

Abhängig von Einladungen glaubt Schöne aber ohnehin nicht zu sein. Durch seine Arbeit im Kreistag seit 2002 und seine Besuche von Veranstaltungen sei er ohnehin bekannt. So sei es ihm auch nicht schwergefallen, für die Wahlliste der Republikaner zum Kreistag insgesamt 20 Kandidaten zu finden. »Und sie werden staunen, dass auf meiner Liste unter anderem ein Deutsch-Türke, drei Spanier, eine Kroatin und eine Österreicherin vertreten sind.« Die meisten haben zwar kein Parteibuch, »aber zumindest einer liebäugelt schon mit einer Mitgliedschaft«. Er wäre damit das vierzehnte zahlende Mitglied der Republikaner im Berchtesgadener Land.

Während Grabner und der SPD-Herausforderer Helmut Fürle als Beamter und Lehrer im geschützten Bereich arbeiten und vom Steuerzahler entlohnt werden, ist Tilo Schöne Unternehmer. »Ich kann mir daher ehrlich gesagt auch schwer vorstellen, meine Selbstständigkeit aufzugeben und mich den Zwängen auszusetzen.« hud