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»Der Landkreis wird ärmer«

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Zwei langjährige Wegbegleiter: Wie Landrat Hermann Steinmaßl (links) gehörte Georg Klausner dem Traunsteiner Kreistag mit 36 Jahren am längsten an. Klausner erhielt gestern den »Chiemgauer Panther«, den Landkreiskrug, eine goldene Medaille und eine Anerkennungsurkunde. (Foto: Kretzmer)

Traunstein. Stehende Ovationen erntete der scheidende Landrat Hermann Steinmaßl – seit sechs Legislaturperioden im Kreistag Traunstein – gestern für seine letzte Rede im Kreistag. Er durfte aus Altersgründen nicht mehr für das Landratsamt kandidieren.


Mit ihm scheiden zum 30. April auch einige Kreisräte aus. »Der Landkreis wird um viele Persönlichkeiten ärmer«, betonte Steinmaßl und erwähnte »das politische Urgestein« Georg Klausner, der zusammen mit ihm 1978 in das Kreisparlament gewählt worden war. Steinmaßl würdigte die Verdienste seines Stellvertreters (seit 2002) und bezeichnete ihn als »Stimme der Landwirtschaft«. Beide haben bereits die Landräte Leonhard Schmucker und Jakob Strobl als Kreisräte erlebt. Klausner erhielt den »Chiemgauer Panther«, den Landkreiskrug, eine Medaille und eine Urkunde. Alois Glück und Franz Maier erhielten goldene Medaillen für ihre 30-jährige Tätigkeit als Mitglieder des Kreistags. Steinmaßls Vertreter, Sepp Konhäuser (SPD), erinnerte an gemeinsame Erlebnisse seit den 70-er Jahren und erzählte manche Anekdote. 1996 habe er, Konhäuser, gegen Jakob Strobl kandidiert. Damals habe Steinmaßl ihm gesagt: »Du wirst es eh nicht. Aber es wäre schön, wenn wir in Zukunft gut zusammenarbeiten könnten.« Die Sprecher aller Kreistagsfraktionen dankten dem sichtlich gerührten Steinmaßl.

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Karl Kaditzky (CSU) etwa sagte: »Du hast dein Amt mit Leidenschaft ausgefüllt. Du hättest es gerne fortgesetzt. Aber es hat nicht sollen sein. Danke, Hermann.« Für die SPD schloss sich Johann Schild an: »Mit dir an der Landkreisspitze haben wir narrisch viel erreicht. Deine immer neuen Ideen waren eine Bereicherung.« Namens der FW/UW sagte Lothar Seissiger: »Sie haben immer versucht, Diskussionen zu versachlichen. Ich habe nie erlebt, dass sie eine über das Ziel hinausschießende Äußerung nachgetragen haben.« Als Privatmann sei Steinmaßl »witzig, schlagfertig und feierfest« gewesen. Für Bündnis 90/Die Grünen entbot Sepp Hohlweger Lob und Anerkennung: »Auf dem Kanapee werden sie die nächsten Jahre nicht zubringen. Dafür sind sie viel zu aktiv.« Die Fairness Steinmaßls gegenüber kleineren Fraktionen hob Alfons Baumgartner für die Bayernpartei heraus. Seitens der ÖDP zollte Helmut Kauer dem scheidenden Landrat »Respekt«. Als Letzter sagte Georg Scheitzeneder, Republikaner, dem Landrat Dank.

Im Namen der Landkreisbürgermeister sagte Franz Parzinger (CSU): »Du warst engagiert, sachkundig und auch kompromissbereit. Viele große und wichtige Themen wurden in den letzten Jahren angepackt. Wo stünde der Landkreis, wenn wir sie nicht angepackt hätten?« Kommunen und Landkreis hätten gemeinsam eine erfolgreiche Wegstrecke zurückgelegt. Für den kommenden Lebensabschnitt wünschte Parzinger – wie auch die anderen Redner – »Gesundheit und Gottes Segen«.

Wer Politik betreibe, müsse Menschen ernst nehmen, gab Steinmaßl den Anwesenden mit für die Zukunft. Und was man am meisten brauche, sei »ganz, ganz viel Geduld«. kd