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Der Landkreis Traunstein soll heuer noch mehr erblühen

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Auch in den kommenden Jahren steht die Lebenssituation von Bienen und Insekten bei uns im Landkreis im Mittelpunkt.

Traunstein – Der Landkreis Traunstein soll heuer noch mehr erblühen. Um die Situation für Wildbienen und Insekten zu verbessern, hatte Landrat Siegfried Walch bereits im vergangenen Jahr das »Jahr der Biene« ausgerufen.


Nun soll die Aktion unter dem Motto »Blühender Landkreis Traunstein« fortgesetzt werden. Einzelheiten dazu erläuterte Walch gestern bei einer Pressekonferenz im Landratsamt.

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»Das 'Jahr der Biene' war von Anfang als Aktionsjahr zum Einstieg in das Thema geplant«, so Walch. So soll in den kommenden Jahren die Arten- und Strukturvielfalt in der Landschaft, den Kommunen und im eigenen Garten noch deutlich gesteigert werden. Neben der Honigbiene sollen alle heimischen Wildbienen und Insekten im Fokus stehen, die als Blütenbesucher auf blumenreiche Flächen angewiesen sind, um überleben zu können.

»Wir wollen kleine Schritte vor Ort gehen«, betonte Walch. Jeder könne etwas dazu beitragen. Wichtig sei es jedoch, dass alle – also Bürger, Gartler, Bauern und Imker – miteinander und nicht gegeneinander arbeiten würden. »Es geht hier nicht um Schuldzuweisungen.« Man solle vielmehr immer auch die Perspektive des anderen sehen, so Walch.

Markus Breier, der Fachberater für Gartenkultur und Landespflege, stellte die Projekte rund um den »blühenden Landkreis« vor. »Wir wollen die Kreisverkehre mit Blütenmischungen weiter pflegen«, so Breier. Als Beispiel nannte er den Kreisverkehr in Tacherting, der 2016 für das »Jahr der Biene« extra in ein Paradies für Bienen und Insekten verwandelt wurde.

Auch an den landkreiseigenen Schulen, zum Beispiel der Achental-Realschule Marquartstein oder am Chiemgau-Gymnasium Traunstein, will man blühende Flächen mit einheimischen Wildblumen neu anlegen. Mit einbezogen in das Konzept sollen auch die Grünstreifen entlang der Kreisstraßen werden. »Wir wollen eine bunte Vielfalt entlang der Straßen.« Zunächst müsse man laut Breier aber überprüfen, wo Artenvielfalt vorhanden sei.

Wie Breier weiter ausführte, soll auf einer 1,5 Hektar großen, landkreiseigenen Fläche bei Übersee eine artenreiche Blumenwiese entstehen. Auch die Gemeinden können sich wieder mit einbringen. So gibt es das Pilotprojekt »Naturnahes öffentliches Grün im Landkreis Traunstein«. Ziel sei es, kommunale Flächen in dauerhafte, artenreiche Blühflächen und Blumenwiesen zu verwandeln. Laut Breier ergibt sich dabei ein Mehrfachnutzen: Neben der Blütenschönheit hat man einen ökologischen Nutzen und reduziert den Pflegeaufwand. »Durch die Teilnahme am Projekt lernen Bauhof- und Gärtnerei-Mitarbeiter, worauf es bei der Anlage der Flächen ankommt und wie die Pflege erfolgreich durchgeführt wird.«

Auf ein neues Zuhause dürfen sich Bienen und Hummeln freuen: Am ehemaligen Schulamt in Traunstein, der sogenannten Klehr-Villa, werden in Kooperation mit dem Verband Bayerischer Bienenzüchter Traunstein Bienen- und Hummelkästen aufgestellt.

Darüber hinaus gibt es einen Aktionstag »Biene und Umwelt« am Hilgerhof in Pittenhart zum Spatenstich für einen Lehrbienenstand, eine Gemeinschaftsexkursion zum Thema »Silphie – Blühender Maisersatz für Grenzstandorte?«, Besichtigungen des »Lebensraums Streuobstwiese« sowie von Blühflächen an Ackerrändern und der Landkreis-Deponie in Kienberg (die Termine werden noch bekannt gegeben). Bei der Landkreis-Deponie könne man laut Breier eine unglaubliche Entwicklung beobachten: »Wir haben Natur aus zweiter Hand.« Nach der Restaurierung sei ein arten- und blumenreicher Lebensraum entstanden.

Abschließend gab es viele Lobesworte von Landrat Siegfried Walch, unter anderem für Markus Breier, »der die Hauptlast dieser Aufgaben in den nächsten Jahren tragen wird«. Gelobt hat Walch aber auch die vielen Bauern, Imker, Gartenbauvereine, Schulen und Kommunen, die sich bereits am »Jahr der Biene« beteiligt haben »und hoffentlich auch heuer wieder mit dabei sind«. Anerkennende Worte hatte Walch auch für die Bauhofmitarbeiter im Landkreis, die neben ihrer normalen Arbeit auch noch mit dem Aussäen und Pflegen der blühenden Flächen beschäftigt seien und häufig »Mehrarbeit in Kauf nehmen«. jar