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Der ländliche Charakter soll erhalten bleiben

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Traunreut. Eine klare Absage erteilte der Traunreuter Bauausschuss einer großflächigen Entwicklung der Ortschaft Frühling. Mit dieser einstimmigen Entscheidung, teilt der Bauausschuss die Meinung des Landratsamtes. Dagegen sollen zwei Flächen im Zuge einer Ortsabrundungs-Erweiterung berücksichtigt werden.


Wie wiederholt berichtet, hatten im Zuge einer Erweiterung der Ortsabrundung für zwei Grundstücke, für die der Bauausschuss jetzt seine Zusage erteilte, weitere sechs Grundstücksbesitzer ihre Wünsche angemeldet. Die gewünschten Ausweisungen, die sich den Anträgen nach über den gesamten Ort erstrecken, würden nach Angaben des Landratsamtes aber eine Bauleitplanung samt Änderung des Nutzungsplanes zur Folge haben.

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In seiner Stellungnahme weist das Landratsamt darauf hin, dass eine Ausweisung nach Westen problematisch sei, weil hier mit dem »Überspringen der Gehölzstruktur und dem Zusammenwachsen mit einer westlich gelegenen Hofstelle ein einseitiger Ortsrand entsteht«. Zudem sei eine bauliche Prägung nicht mehr gegeben und die Fläche so groß, dass eine Einbeziehungssatzung ausscheide und eine Bauleitplanung samt Änderung des Flächennutzungsplanes erforderlich wäre. Aus ortsplanerischer Sicht rät die Behörde deshalb von einer Baulandausweisung ab, zumal sich die dörfliche Struktur nachhaltig verändern und der Ort Frühling mit seinen landwirtschaftlichen Nutzungen nicht für größere Baulandausweisungen geeignet scheine.

Auch die weiteren beantragten Flächen würden sporenartig in den Außenbereich gehen und den Grundsätzen einer geordneten städtebaulichen Entwicklung, respektive den Grundsätzen der Bauleitplanung widersprechen. Hier würde ein kompakter Ort aufgerissen und der Außenbereich zersiedelt, schreibt die Behörde und fügt an, dass neben einer negativen ortsplanerischen Stellungnahme weitere Belange wie der Naturschutz offensichtlich beeinträchtigt werden würden.

Nachdem sich der Bauausschuss einstimmig gegen eine großzügige Ortsentwicklung ausgesprochen hat, ist davon auszugehen, dass sich auch der Stadtrat in seiner Sitzung am nächsten Donnerstag der Meinung anschließen wird.

In der Sitzung sollte ursprünglich auch der Standort für das neue Feuerwehrhaus in Traunwalchen festgelegt werden. Dieser Tagesordnungspunkt wurde jedoch vertagt. Nach Angaben der Verwaltung stehen zwei Standorte zur Wahl: An der Kapellenstraße im Bereich der Erweiterungsfläche des Friedhofes und an der Siemensstraße im Bereich angrenzend an das Wohngebiet Frauenbrunn. Dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses für die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen hat der Stadtrat bereits im Oktober letzten Jahres zugestimmt und dafür Planungsmittel von 50 000 Euro genehmigt. In dem neuen Gebäude sollen auch Räume für die Schützengilde Traunwalchen berücksichtigt werden.

Gegen die Stimme von Hans Baltin (Grüne) gab der Ausschuss auch grünes Licht für die Baugenehmigung des Kaufland-Marktes. Die endgültige Baugenehmigung durch das Landratsamt Traunstein, kann aber erst nach dem Bürgerentscheid erteilt werden. Am Sonntag, 6. Oktober, stimmen die Traunreuter darüber ab, ob das BayWa-Kaufland-Projekt realisiert wird oder nicht. ga

Blattl Sonntag Traunstein