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Der Kalkofen bei Dieperting brennt

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Mit der Flamme, die mühsam aus Pyrit, Zunder und Kiefernnadeln entstand, entzündete Robert Darga (links) den Holzbesen, den ihm Kalkbrenner-Chef Franz Gröll hinhielt. Damit wurde das Feuer im Kalkofen zum Brennen gebracht. (Foto: Hans Eder)

Waging am See. Jetzt brennt er wieder: Mittwochfrüh wurde der Kalkofen bei Dieperting angezündet. Mit einem Schnaps stießen die Mitglieder des Kalkbrennervereins darauf an, dass alles gut läuft und am Sonntagabend plangemäß das Feuer ausgehen kann und guter Kalk entstanden ist.


Das Anzünden geschah nach einer viele Jahrtausende alten Methode. Robert Darga, der Leiter des Siegsdorfer Naturkunde- und Mammutmuseums, brachte mit Pyrit und viel Pusten einen Zunderschwamm zum Glühen – mit Kiefernnadeln entwickelte sich zunächst viel Rauch, dann allmählich eine Flamme. Damit wurde eine Art Holzbesen entzündet und mit dessen Hilfe dann das Holz im Ofen. Das Anheizen klappte hervorragend, auch wenn es anfangs einige Rauchschwaden nach innen gab.

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Zuvor hatte Pastoralreferent Georg Ziegltrum auf die große Bedeutung des Feuers in alten Kulturen verwiesen; der Kraft und dem Zauber des Feuers hätten sich die Menschen zu keiner Zeit entziehen können. Er machte den Kalkbrennern das Kompliment, alte Traditionen am Leben zu erhalten und sie auch weiter zu entwickeln – nach dem Motto »Nicht die Asche anbeten, sondern das Feuer bewahren und weitergeben«. Dann segnete er den Holzbesen, mit dem danach der Ofen angezündet wurde.

Als tolles Ensemble stellt sich wieder die Umgebung des Ofens dar. Der Stadel, in dem zuvor das Holz gelagert gewesen war, ist zu einer Gaststätte umgestaltet worden, mit dem Backofen als zusätzlichen Blickpunkt. Genügend Tische und Bänke wurden aufgestellt, um die vielen Besucher der Veranstaltungen unterzubringen.

Die Kalkbrenner waren fleißig dabei, den rund 90 Ster umfassenden Holzberg abzutragen, damit auch immer genügend Holz zum Nachschüren da ist. Bis zum Sonntagabend ist am Kalkofen praktisch durchgehend Betrieb: Drei Leute werden zumeist vor Ort sein, um den Ofen am Brennen zu erhalten. Um konstant auf einer Temperatur von über 1000 Grad zu bleiben, muss pro Stunde etwa ein Ster Holz eingeheizt werden.

Weiter geht das Programm in Dieperting bereits am heutigen Freitag um 20 Uhr mit der »Irgendwie-und-Sowieso«-Party bei Musik von den 60er bis 80er Jahren. Am Samstag spielt um 19 Uhr die Nachwuchsgruppe der Blaskapelle Jung-Otting, um 21 Uhr wird das Theater aufgeführt, und am Sonntag sind um 12 Uhr noch einmal alle zu einem späten Frühschoppen geladen, ehe gegen 20 Uhr das Schürloch zugemauert wird. he

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