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Der kämpferische Unternehmer

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Nach zwölf Jahren ist es nach Meinung von Bartl Wimmer Zeit, dass Landrat Georg Grabner das Feld räumt. (Foto: Hudelist)

Berchtesgaden. Eben noch Direktkandidat für den Bayerischen Landtag, schon lacht der erfolgreiche Gesundheitsunternehmer Bartl Wimmer wieder von den Wahlplakaten im Landkreis. Jetzt will er Georg Grabner als Landrat beerben.


Dass er tatsächlich nach dem 16. März als Landrat in das Amtsgebäude in Bad Reichenhall einzieht, hält er selbst »nicht für das Wahrscheinlichste«, aber mit einem eigenen Kandidaten würde man die grünen Ziele insgesamt besser an die Wähler bringen können. »Wichtig ist, für uns die Mehrheit der CSU im Kreisausschuss zu brechen, und das können wir mit einem zweiten, grünen Mitglied schaffen«, sagt ein optimistischer Wimmer. Ein neues Wahlrecht, das große Parteien nicht mehr bevorzugt, könnte den Grünen zu Hilfe kommen.

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Wimmer hat sich anfangs aber ein wenig geziert, als Kandidat für den Posten des Landrats in den Ring zu steigen. Die Landtagswahl habe gezeigt, dass der Unternehmerjob in Augsburg und das gleichzeitige Wahlkämpfen nur mit einem Kraftakt unter einen Hut zu bringen sind, »jetzt sind aber die Termine bis zur Kommunalwahl überschaubar, es wird keine täglichen Fahrten zwischen Augsburg und dem Berchtesgadener Land geben«.

Während der seit zwölf Jahren im Chefsessel des Landratsamtes sitzende Georg Grabner davon überzeugt ist, dass seine Arbeit vom Bürger an der Wahlurne honoriert wird, glaubt Wimmer daran, dass den Wählern genügend Themen einfallen, die nicht nach ihrem Willen liefen. Wenn nicht, werde er in Wahlveranstaltungen nachhelfen, als Beispiele nennt er im Interview mit der Heimatzeitung die Sport-Erlebniswelt Aventura in Teisendorf, ein umstrittenes Hotelprojekt am Königssee und den derzeit auf Eis gelegten Globus-Baumarkt in Freilassing.

Auch in Sachen Tourismus hätte Wimmer noch ein paar Verbesserungsbeispiele. »Viele Strukturen sind überholt, zum Beispiel die Rolle der BGLT (Berchtesgadener Land Tourismus GmbH; Anm. d. Red.).« Aus Sicht der Marktgemeinde Berchtesgaden mache die BGLT »unfreiwillig« alles richtig, »aber die Marke 'Bad Reichenhall' wurde total geschrottet«. Dass die BGLT die Marke »Gesundheit« wieder aufbauen kann, glaubt Wimmer nicht. »Vernünftiger wäre, dass Bad Reichenhall und Bayerisch Gmain aus der BGLT raus gehen und sich wieder selbst vermarkten, auch Teisendorf würde vom Konzept her eher zu Waging passen.« hud