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Der Inseldom soll wieder geöffnet werden

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Um den Inseldom auf Herrenchiemsee zugänglich machen zu können, müssen Treppen und Stege erneuert und neu eingebaut werden. (Foto: M. Peter)

Chiemsee – »Nach rund 100 Jahren soll der Inseldom auf Herrenchiemsee wieder geöffnet werden«, kündigte Finanz- und Heimatminister Markus Söder bei einem Pressetermin auf der Chiemsee-Insel an. Für eine Wiedereröffnung seien allerdings umfangreiche Erschließungs- und Sanierungsmaßnahmen nötig. Hierfür werden laut Söder mindestens 1,3 Millionen Euro investiert. Wenn der Bayerische Landtag zustimmt, könnten ab 2018 die Bauarbeiten losgehen und die Öffnung könnte dann 2019 erfolgen.


Ehemaliges Kirchengebäude wurde zur Brauerei

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Ursprünglich errichtet als Kirche des Augustinerchorherrenstifts Herrenchiemsee diente das Gotteshaus ab 1215 auch als Kathedrale der Bischöfe des Bistums Chiemsee. Seit dem Jahr 1917 ist das ehemalige Kirchengebäude, das nach der Säkularisation zu einer Brauerei umgebaut wurde, ungenutzt und für die Öffentlichkeit geschlossen.

Damit der Inseldom wieder zugänglich gemacht werden kann, sind unter anderem der Einbau einer Stahlsteg- und Plattformkonstruktion, die Instandsetzung von Treppen sowie Brandschutzmaßnahmen notwendig. Die Stegkonstruktion soll nach den Worten von Finanzminister Söder mit Glasplatten versehen werden, damit der Blick in die darunterliegenden Gebäudeteile ermöglicht wird. Gleichzeitig sollen Bodenflächen für die Begehbarkeit geschlossen werden, wobei freigelegte Fundamente jedoch sichtbar bleiben.

Für eine barrierefreie Erschließung ist auch ein Aufzug als freistehende Stahlglaskonstruktion geplant. Der Aufzug soll in den Schacht der alten Darre, die damals für die Brauereinutzung errichtet wurde, eingebaut werden. Geplant sei eine Öffnung für kleine, geführte Gruppen, da es im Gebäude eng sei und bei der Führung die Geschichte erläutert werden müsse, so Markus Söder. Das Faszinierende am Inseldom sei, dass hier eine wechselvolle Geschichte gezeigt werden könne. Außerdem werde deutlich, was passiere, wenn eine Kirche nicht mehr im ursprünglichen Sinne genutzt werde.

Denn nach der Säkularisation wurde der Inseldom ab 1807 zu einer Brauerei umgebaut und nach der Schließung der Brauerei 1917 stand das Bauwerk leer. In der Nazi-Zeit wurde das Gebäude auch als Lager genutzt, worauf noch verschiedene Inschriften von inhaftierten Personen hinweisen. In den Jahren 1995 bis 1997 wurden rund zwei Millionen Euro in Dachstuhl, Dacheindeckung sowie Außenfassaden gesteckt. Die »Vereinigung der Freunde von Herrenchiemsee« bemüht sich seit Jahren um eine Öffnung. Es sei ein großer Schritt, dieses Kleinod der Heimat wieder zugänglich zu machen, betonte der Vorsitzende Dr. Friedrich von Daumiller. Mit der Öffnung werde künftig Zeitgeschichte auch aus schwierigen Zeiten gezeigt, sagte Landtagsabgeordneter Klaus Stöttner. MP

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