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Der Hochzeitslader gehört nicht zu den Sternsingern

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Stimmen schon mal ganz stilecht mit musikalischem Gefolge wie hier beim Heigei auf die Ruhpoldinger Faschingshochzeit ein: Hochzeitslader Ludwig Schuhbeck (rechts) und sein Hennaklemma Anton Senoner vom Trachtenverein »D' Miesenbacher«. (Foto: Schick)

Ruhpolding – Mit prächtigem Progoderstecka, frisch geputzter Hennasteign und einer Handvoll zünftig aufspielender Musikanten ziehen derzeit zwei Partien der »Wetzstoana« durch Ruhpolding, um befreundeten Vereinen, Institutionen und Ehrengästen die Einladung zur Ruhpoldinger Faschingshochzeit zu überbringen.


Der bevorstehende Faschingssonntag wird ganz im Zeichen des, nach altem Brauch durchgeführten, Spektakels stehen und alle Ruhpoldinger und Gäste hinter dem Ofen hervorlocken. Diese Hoffnung haben jedenfalls der neue Präsident Markus Neumaier sowie der frisch gekürte Ehrenpräsident Ludwig Schuhbeck, der erst vor kurzem nach 26 Jahre andauerndem, strengem Regiment in den wohlverdienten Austrag ging. Als Hauptorganisatoren übernahmen die beiden auch gleich die Rolle der Hochzeitslader, um in der stilechten Tracht ihr Sprücherl aufzusagen. Dabei schrecken sie auch nicht zurück, dem Gemeinderat samt Bürgermeister während einer laufenden Sitzung lautstark ihre Aufwartung zu machen.

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Einem kleinen Buben war der Sinn ihres Aufmarschs durchs Dorf offenbar doch nicht ganz klar ob der Frage: »Mama, san des de neien Sternsinga…?« Hier braucht es scheinbar noch etwas Aufklärungsarbeit.

Wie aber jetzt bekannt wurde, platzten zwei Hiobsbotschaften mitten in die eh schon nervenzerrenden Vorbereitungen, die das Vorhaben fast zum Scheitern hätten bringen können. Da brach sich doch glatt der Hochzeiter, der gstumpade und krummhaxige Michaelius Hagebaurus auf dem Heimweg zum Daburgerberg das Sprunggelenk, was natürlich eine Hochzeiterin, wie die untugendhafte Baronesse Fritzine von Caterpillus eine ist, auf die sprichwörtliche Palme bringt. Woher jetzt auch in der Eile der Zeit einen passenden Ersatz herbringen?

Doch die begehrenswerte Fritzine spielte ihren ganzen Schneefee-Charme aus und angelte sich kurzerhand den allzeit botscherten, langstackerten Michaelius Hausus, seines Zeichens Mörtlbatza und Stoaklopfa von der Zeller-Leitn, mit dem sie nun zu guter Letzt doch noch ein befristetes Gspusi eingehen kann.

Zu allem Übel ist auch noch die Nachricht durchgesickert, dass es sich bei »Merkwürden Volkasius« um einen umgeschulten, polnischen, vom Geheimdienst Interpol seit langem gesuchten, Autoschieber mit dem Nachnamen »Schlawynskywitz« handelt. Wie man bis zur Trauzeremonie aus diesem Schlamassel noch rauskommen will, bleibt selbst für die »Wetzstoana« noch ein Rätsel. ls