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Der Hochwasserschutz hat oberste Priorität

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Eine Messlatte für den Hochwasserschutz
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Foto: dpa/Jens Wolf

Schleching – Die jüngste Gemeinderatssitzung begann mit einem Außentermin an der Achenbrücke in Wagrain.


Korbinian Stettwieser und Roland Werner vom Wasserwirtschaftsamt standen dem Gemeinderat Rede und Antwort zum totalen Abholzen entlang der Achen. Denn auf der Bürgerversammlung waren Unmut und Unverständnis für diese Aktion geäußert worden. Gemeinderat Rupert Loidl hatte im März das Problem noch einmal thematisiert und den Ortstermin vorgeschlagen.

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Roland Werner bestätigte die Problematik zwischen dem Landschaftsbild und dem Hochwasserschutz. Letzterer habe aber nach dem Hochwasser 2013 absolute Priorität. Das bedeutet, dass der Deich komplett frei von Bäumen sein muss. Ebenso wurde im Rahmen der linksseitigen Vorlandräumung das im wasserseitigen Deichvorland angelandete Material (rund 20 000 Kubikmeter) entfernt, um den ursprünglichen Abflussquerschnitt der Tiroler Achen wieder herzustellen und so die Abflussverhältnisse im Hochwasserfall zu verbessern. Da die Anlandungen überwiegend dicht mit Sträuchern und Bäumen bewachsen waren, mussten zur Vorbereitung der Vorlandräumung zwischen Übersee und Schleching abschnittsweise Baumfällarbeiten durchgeführt werden. Diese Arbeiten wurden im Frühjahr abgeschlossen.

Im Laufe des Jahres wird die Vorlandräumung am rechten Ufer der Tiroler Achen fortgesetzt. Dabei sollen in sechs Abschnitten weitere rund 40 000 Kubikmeter des angelandeten Materials entfernt werden, so Roland Werner.

Damm wird mit Spundwänden verstärkt

Als weitere Maßnahme werden Spundwände gesetzt, beginnend an der Achenbrücke in Ettenhausen in südlicher Richtung bis zum Bärensee. Die Maßnahme ist notwendig, um den Damm an dieser Stelle zu verstärken. Die Bauarbeiten werden voraussichtlich Anfang Juli beginnen und dauern zwischen sechs und acht Wochen. Darüber hatte das Wasserwirtschaftsamt schon im Vorfeld umfangreich informiert.

Muck Bauer erläuterte, dass die Bürger besonders über die Fällung von einzelnen Bäumen im Dammbereich Unverständnis zeigten. Werner antwortete, dass hier eine klare DIN-Norm-Vorgabe befolgt werden muss, dass kein Bewuchs auf dem Deich sein darf. Am besten wäre eine Grasnarbe. Rupert Loidl erkundigte sich, ob die besondere Flora und Fauna, die sich in diesem Gebiet entwickelt hatte, wiederhergestellt wird. Der Deichkörper bleibt so bestehen und wird Wiese, eventuell kann mit der Fluss-Meisterstelle abgestimmt werden, ob eine Blumenwiese möglich ist, um auch Möglichkeiten für die Bienen zu schaffen, so Werner weiter.

Die Leiterin der Geschäftsstelle, Christine Zaiser, verwies auf den Vertrag mit dem Wasserwirtschaftsamt, in dem steht, dass der Weg auf dem Deich nach den Arbeiten für Geh- und Radverkehr wieder so herzustellen ist, wie er vorher bestand. Aus Sicht der Gemeinde bestehen hier noch Verbesserungswünsche. Korbinian Stettwieser war hingegen der Meinung, dass der Weg jetzt fertig und befahrbar ist.

Noch keine Lösung für Weg auf dem Deich

Bürgermeister Josef Loferer meinte dazu, dass der Weg nun so gestaltet ist, dass das Regenwasser nicht ablaufen kann, und die Mittelkonsole unbedingt erhöht werden muss. Als Beispiel führte er die Arbeiten am Deich in Marquartstein an, wo eine Wanne geschaffen wurde. Man einigte sich schließlich, dass eine erneute Begehung mit den Mitarbeitern des Wasserwirtschaftsamts stattfinden muss, um eine Lösung zu finden.

Andi Hell und Elfie Bachmann verwiesen außerdem auf die problematische Situation der weiteren Alpbäche (Steindlgraben und Alpbach) in Schleching mit der Frage, ob es schon einen Termin für deren Sanierung gäbe. Korbinian Stettwieser konnte aber noch keinen Zeitpunkt nennen. wun

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