Bildtext einblenden
Auf diesem Grundstück an der Tiroler Straße sollen die beiden geplanten Mehrfamilienhäuser gebaut werden. (Foto: Hauser)

Der Gemeinderat billigte den Bebauungsplan »Reit im Winkl – West« – Je elf Wohnungen sind vorgesehen

Reit im Winkl – Die Änderung des Bebauungsplans »Reit im Winkl – West« billigte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung. Mit der Änderungsplanung soll der Bau von zwei Mehrfamilienhäusern mit je elf Wohnungen auf dem Grundstück der im Herbst abgerissenen »alten Posthäuser« an der Tiroler Straße ermöglicht werden. Diese entsprachen nicht mehr den heutigen Wohnbedürfnissen.


Bereits im Verkauf einer Sitzung im März waren die im Rahmen der frühzeitigen Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung eingegangenen Stellungnahmen verlesen und abgewogen worden. »Allerdings haben sich die Abwägungsvorschläge des Planungsbüros als zum Teil fehler- und lückenhaft erwiesen«, sagte zweiter Bürgermeister Max Weiß (Freie Wähler), der anstelle des sich im Urlaub befindenden Bürgermeisters Matthias Schlechter (CSU) die Sitzung leitete.

Daher habe der Gemeinderat beschlossen, ein von der Verwaltung vorgeschlagenes Planungsbüro zu beauftragen, um die Planentwürfe und Abwägungsvorschläge prüfen zu lassen. Es sei nun Norbert Mißberger vom Architekturbüro Mißberger + Wiesbauer beauftragt worden. Die Abwägungsvorschläge sowie der Entwurf des Bebauungsplans lagen jetzt in der Sitzung vor.

Von einem benachbarten Anwohner an der Ahornstraße lag ein Einspruch vor mit der Befürchtung, dass durch das geplante Vorhaben die Wohnqualität und damit der Wert seines Hauses sinken würde. Im Abwägungsvorschlag hieß es, dass die städtebauliche Entwicklung im Rahmen der Innenentwicklung laut Baugesetzbuch erfolgen solle. Mit der Änderungsplanung werde dieser bereits in der Landes- und Regionalplanung festgelegten Zielsetzung entsprochen, sodass unnötige Siedlungserweiterungen in den Außenbereich hinein vermieden werden könnten. Der Gemeinderat schloss sich einstimmig dieser Empfehlung an, eine Planänderung sei nicht veranlasst.

Aufgrund einer Stellungnahme der Abteilung Technischer Hochbau im Landratsamt Traunstein beschloss der Gemeinderat, in die Planunterlagen einzuarbeiten, dass die Abstandsflächen der gemeindlichen Satzung einzuhalten sind.

Zur besseren Verständlichkeit werden außerdem in Form eines Hinweises durch Planzeichen die Baukörper einschließlich Gegengiebel, jedoch ohne Balkone eingetragen. Die großen Baufenster sollen auch einer gewissen Flexibilität in der Hochbauplanung dienen.

Vom Wasserwirtschaftsamt Traunstein lag die Stellungnahme vor, dass durch das Planungsgebiet der Hausbach verläuft und das Vorhaben in einem überschwemmungsgefährdeten Gebiet liegt. Es empfiehlt deshalb eine hochwasserangepasste Bauweise.

Im Abwägungsvorschlag des Planungsbüros wird dazu empfohlen, einen Hinweis auf Starkregenereignisse sowie Vorkehrungen zur Schadensreduzierung in den Bebauungsplan aufzunehmen.

Ebenso wird angeregt, in der weiteren Planung eigenverantwortlich Vorkehrungen zur Schadensreduzierung und Schutzmaßnahmen vor Personenschäden vorzunehmen. Der Gemeinderat beschloss dazu, dass diese Änderungen in die Planunterlagen eingearbeitet werden.

Auf eine Einwendung des Staatlichen Bauamts Traunstein hin wurde in den Bebauungsplan aufgenommen, dass Tore und Türen in Einfriedungen so anzubringen sind, dass sie nicht zur Straße hin aufgehen. Außerdem werden die Sichtfelder beim Anschluss der privaten Zufahrt an die Tiroler Straße in den Bebauungsplan eingetragen. In die Planunterlagen wird auch eingearbeitet, dass im Bereich der Sichtfelder die Höhe der Einfriedung und der Bepflanzung die Straße um nicht mehr als 80 Zentimeter überragen darf.

Abschließend billigte der Gemeinderat einstimmig die sechste Änderung des Bebauungsplans »Reit im Winkl – West« und die Begründung dazu in der neuen Fassung. Zugleich wurde die Verwaltung beauftragt, die öffentliche Auslegung und die Behördenbeteiligung durchzuführen.

sh

Mehr aus der Stadt Traunstein