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Der gefährliche Weg nach Europa

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Das gemeinsame Fußballspiel mit den jungen Männern aus Eritrea begeisterte vor allem die Buben unter den Schlechinger Kindergartenkindern. (Foto: U. Wunderlich)

Schleching – Es war ein besonderer Tag für die Kinder: Vier Eritreer, die seit zehn Monaten in Schleching/Mühlau wohnen, besuchten sie im Kindergarten.


Nachdem sich Abraham, Desbele, Yosief und Afeweski den Kindern im Turnraum vorgestellt hatten, entrollte die Leiterin des Kindergartens, Rebecca Mühlburger, eine Weltkarte und die Kinder wurden gefragt, wo Afrika ist. Stolz zeigten sie den Kontinent auf der Karte. Dann zeigten die Gäste ihre Heimat in Afrika auf der Karte und berichteten von dem langen, beschwerlichen und sehr gefährlichen Weg von dort bis in den Chiemgau. Wie sie durch die Länder Afrikas und die Wüste wandern mussten, bis sie ans Mittelmeer gelangten, wo sie die gefährliche Reise über das Meer antreten mussten, um nach Europa zu kommen. Alles wurde in deutscher Sprache vorgetragen und die Kinder hörten interessiert zu. Dann wurde der Sprachunterricht mal umgekehrt und die Kinder lernten einige Sätze in der Landessprache der Eritreer »Tigrinya«. Zum Beispiel: »Wie heißt du?« heißt »Men Shimka« oder »Wie geht es dir?« heißt »Kemey auta?«, am leichtesten war das deutsche »Tschüss«, es heißt »Chau«.

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Die Verständigung mit Worten klappte schon gut aber bei Musik und Gesang war die Begeisterung am größten. Abraham spielte auf dem eritreischen Musikinstrument Krar und die Kinder sangen für ihre Gäste ein Lied mit Begleitung an der Gitarre von Rebecca Mühlburger. Beides sind Zupfinstrumente und Mathias traute sich, es auch auf der Krar zu versuchen.

Anschließend wurde gemeinsam eine Gemüsesuppe verspeist und dann ging es für die Kinder zum schönsten Teil des Vormittags, zum gemeinsamen Spielen im Garten, was allen offensichtlich sehr viel Spaß machte. Einhellig wurde von den Kindern berichtet, dass sie den Besuch der Eritreer sehr schön fanden und auf die Frage, was am besten war, kam von den Buben sofort »das gemeinsame Fußballspielen«. Der Vormittag zeigte, dass Musik und gemeinsames Spiel alle am leichtesten verbindet. wun