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Der Gartenbauverein Traunstein besteht seit 125 Jahren

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Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner (rechts) hob den hohen Stellenwert des Gartenbauvereins für die Stadt hervor. Der Leiter der Stadtgärtnerei, Reinhard Niederbuchner, überreichte der Vorsitzenden Barbara Jamnik einen Blumengruß.

Traunstein. Der Gartenbauverein Traunstein feierte sein 125-jähriges Bestehen mit einem Festabend im Gasthaus Jobst in Rettenbach. Die Vorsitzenden der Nachkriegszeit seit der Wiedergründung im Jahr 1948 standen dem Verein jeweils mindestens 18 Jahre vor und so leitet nun Barbara Jamnik seit 2003 als fünfte Vorsitzende die Geschicke des Vereins mit rund 800 Mitgliedern. Das kurzweilige und abwechslungsreiche Festprogramm gestalteten die Schlenggemusi, der Alterfinger Zwoagsang, die Murr-Dirndln, die Rembocher Goaßlschnalzer und der Vogelstimmenimitator Helmut Wolferstetter. Durch das Programm führte Lorenz Berger aus Höglwörth.


Der Gartenbauverein wurde am 23. Juli 1889 unter Josef Plank ins Leben gerufen. 1937 wurde der Verein aufgelöst und nach den Kriegswirren mit Vorsitzenden Ludwig Bauer wiedergegründet. Ihm folgten als Vorsitzende 1966 Josef Achinger, 1985 Heinrich Schmelz, der heute Ehrenvorsitzender ist und 2003 Barbara Jamnik. Ende 1899 wird in der Chronik eine Mitgliederzahl von 66 erwähnt. Heute halten rund 800 Mitglieder dem Verein die Treue. Der Gartenbauverein Traunstein ist somit nicht nur der größte der 52 Gartenbauvereine im Landkreis, sondern auch einer der ältesten.

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Die vorrangigen Ziele der Gartenbauvereine waren damals, durch den Obst- und Gemüseanbau einen Beitrag zur Versorgung der Bevölkerung zu leisten und Versorgungsengpässe zu lindern, sagte Jamnik. Und so könne man eine Meldung im Traunsteiner Tagblatt aus der damaligen Zeit gut nachvollziehen, dass »das erschreckende Überhandnehmen der Amseln an den Gartenfrüchten und Obstbäumen mit ihrem raubtierartigen Gebaren große Schäden anrichtet«.

Der Garten bringe nicht nur Obst und Gemüse, sondern er sei zugleich das zweite Wohnzimmer. Zusätzlich bedeute die gärtnerische Betätigung einen willkommenen Ausgleich in unserer oft bewegungsarmen Lebensweise. Neben dem Ausgleich trage das Gemüse aus eigenem Garten zur ausgewogenen Ernährung bei, meinte die Vorsitzende. Das Garteln bedürfe Wissen um die Gartenarbeit und darum würden für die Mitglieder regelmäßig Fachvorträge organisiert.

Die Nachwuchsarbeit ist ein wichtiges Element im Verein. Doch musste die Kindergruppe vor zwei Jahren wieder aufgegeben werden. Für Jamnik stellt die Nachwuchsarbeit, gerade bei der Fülle von Freizeitmöglichkeiten für die Kinder, eine große Heraus- und Anforderung für die Vorstandschaft.

Schon in den Statuten aus dem Gründungsjahr 1889 war vermerkt, dass die Kollegialität unter den Mitgliedern, die Weiterbildung in Sache Garten und der Meinungsaustausch entscheidende Merkmale des Vereinslebens waren. Das sei nach wie vor so, meinte dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöner. Der Gartenbauverein unterstütze die Stadt immer wieder wie zum Beispiel bei der Aktion »Unsere Stadt blüht auf«, bei der die Stadt mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde, oder den Rosentagen.

Die Stadtgärtnerei sei nicht nur eine Bereicherung für den Verein wie Jamnik erwähnte, sondern der Verein auch für die Stadtgärtnerei, so die Bürgermeisterin. Sie hoffe, dass sich die Stadt für die Landesgartenschau 2022 bewerben werde und den Zuschlag für die Ausrichtung erhalte. Der Gartenbauverein werde sich dabei hoffentlich so aktiv beteiligen wie gewohnt.

Die Gartenbauvereine seien zur damaligen Zeit meist mit den Imkern gegründet worden, um die Lebenssituation der Bevölkerung zu verbessern, sagte der Kreisvorsitzende Michael Luckas. Der Traunsteiner Verein habe sehr schnell an die Verschönerung gedacht und bereits zwei Jahre nach der Gründung fand im Jahr 1891 der erste Fassaden- und Blumenschmuckwettbewerb statt. Bei all den Vorzügen des Gemüses aus dem eigenen Garten dürfe das Vitamin »F« der Blumen nicht vergessen und unterschätzt werden – F, wie Freude, so der Kreisvorsitzende. Die Glückwünsche des Landkreises überbrachte die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. MP