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»Der entscheidende Moment« im Bild

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Die Fotografen (von links) Rolf Kosecki, Hermann J. Netz, der die Fototage in Ruhpolding organisierte, und Ernst Wukits bei der Vernissage in der Alten Schule. (Foto: Giesen)

Ruhpolding. Zum siebten Mal hat Hermann J. Netz, Zen-Fotograf und Land-Art Künstler, im Auftrag der Gemeinde die »Ruhpoldinger Fototage« organisiert. In den Ausstellungsräumen der Alten Schule zeigen diesmal drei ganz unterschiedlich arbeitende Fotografen ihre Bilder: Ernst Wukits und Rolf Kosecki, beide Jahrgang 1956, befassen sich beide mit Sportfotografie. Manuel Übler, Jahrgang 1975, zeigt hoch beeindruckende Landschaftsaufnahmen von der Antarktis.


Bei der Vernissage freute sich Bürgermeister Claus Pichler besonders, dass auch viele Sportler, darunter viele der auf den Fotos porträtierten, zur Ausstellungseröffnung gekommen waren. Er dankte Hermann Netz, dass er heuer zum siebten Mal die Ruhpoldinger Fototage erfolgreich organisiert hatte. Hermann Netz sagte, dass die drei ganz unterschiedlichen Profi-Fotografen mit jedem ihrer Bilder ihre persönliche Sehweise und Auffassung des Mediums Fotografie zum Ausdruck bringen. Sie geben dem Betrachter die Möglichkeit, ihre bewunderten Sportler oder eine ferne Landschaft mal aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen als dem gewohnten.

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Der Ausstellungsraum im Parterre ist den Porträts der Sportler von Ernst Wukits gewidmet. Der gebürtige Salzburger, der heute in Traunstein lebt, fängt in seinen Fotografien nicht nur Höchstleistungen der Spitzensportler ein, sondern einen bestimmten Moment: Nachdenklichkeit, Hoffnung, Enttäuschung. »Man braucht ein besonderes Gefühl für die Bewegung und blitzschnelles Reagieren in entscheidenden Situationen«, sagt er von sich selbst. Seit Jahren offizieller Fotograf der Internationalen Biathlon Union hat »Wuki« sein Know-how in der Fotografie laufend weiter entwickelt. Ob Bilder in der Loipe zum Beispiel von Tobias Angerer und Isabella Laböck oder Moritz Geisreiter auf dem Eis, in der Ruhpoldinger Ausstellung sind viele der Spitzensportler in besonderen Momenten festgehalten.

In einem Raum im ersten Stock zeigt Rolf Kosecki aus Bonn ebenfalls Bilder vom Sport, hier aber ausschließlich von 14 Tagen während der Olympischen Winterspiele in Sotschi. Die Bilder sind eine Quintessenz von insgesamt etwa 28 000 Auslösungen in Sotschi. Rolf Kosecki hat daraus 20 Fotografien für die Präsentation ausgewählt. Mehrfach stechen die Olympischen Ringe ins Auge, zum Beispiel wie »in Feuer getaucht«, als er das Stadion von außen während der Eröffnungszeremonie fotografierte.

Daneben gibt es Sportler mitten im Sprung, vor dem Start oder unmittelbar während einer Höchstleistung. »Der Sportfotograf muss die Sportart genauso kennen wie ein Sportler«, sagt Kosecki. Meistens gebe es nur eine Chance, um den entscheidenden Moment festzuhalten. Viele Athleten werden in einem neuen Licht gezeigt. Ein Wermutstropfen für so manchen Betrachter mag bei den Präsentationen der Sportfotografie sein, dass es keine Bildunterschriften gibt, zum Beispiel mit den Namen der Sportler.

Hoch beeindruckende Bilder stellt auch der Traunsteiner Manuel Übler aus. Er ist Fotografenmeister und hat seit 2003 sein eigenes Atelier in München. Sämtliche und ausschließlich Schwarz-Weiß-Fotos stellen die bizarre Naturgewalt der Antarktis dar. Zusammen mit einer Reisegruppe war Übler im November 2013 als Leiter eines Fotoworkshops auf »Fotosafari« in der Antarktis unterwegs gewesen. Für den Fotografen – und nun für den Betrachter – offenbart sich eine unheimliche Landschaft wie »von einem anderen Planeten«. Manuel Übler ist fasziniert von der Schwarz-Weiß-Fotografie und – wie der Betrachter bewundernd feststellen kann – ein Meister der Graustufen.

Die Ruhpoldinger Fototage sind noch bis Sonntag, 19. Oktober, täglich von 10 bis 16 Uhr in der Alten Schule am Rathausplatz zu sehen. gi