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Der »Dombaumeister« von Traunwalchen nimmt seinen Hut

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30 Jahre lang hat sich Kirchenpfleger Franz Ettmayr für die Belange der Traunwalchner Pfarrgemeinde eingesetzt. Jetzt hat er seinen Hut genommen. Am morgigen Sonntag wird er offiziell verabschiedet. (Foto: Gabi Rasch)

Traunreut. Nach 30 Jahren Mitgliedschaft in der Kirchenverwaltung und 24-jähriger Tätigkeit als Kirchenpfleger der Pfarrei Traunwalchen hört Franz Ettmayr auf. Der 68-jährige Niedlinger hat sich durch sein selbstloses Engagement um die Pfarrei mehr als verdient gemacht. Im Anschluss an den Gottesdienst am morgigen Sonntag um 9 Uhr in der Pfarrkirche Traunwalchen, wird er offiziell verabschiedet.


Mit ihm werden auch die bei den Wahlen im letzten Herbst ausgeschiedenen Kirchenverwaltungsmitglieder Konrad Danner, Hedwig Zunhammer und Michaela Huber verabschiedet. Danner gehörte dem Gremium 24 Jahre lang an, Zunhammer 12 Jahre und Huber sechs Jahre. Der Nachfolger von Franz Ettmayr wird am kommenden Dienstag gewählt.

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Das Ausscheiden des langjährigen »Dombaumeisters«, wie Ettmayr auch scherzhaft genannt wird, wird allgemein bedauert. »Schade, dass er aufhört. Was er geleistet hat, ist unbezahlbar. Die Pfarrei hat ihm viel zu verdanken«, sagte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Frieda Gallinger dem Traunsteiner Tagblatt. Alles was er stets angepackt habe, habe Hand und Fuß gehabt. Zugute kamen ihm und der Pfarrei sein handwerkliches Geschick und seine Erfahrungen am Bau. Er legte selbst mit Hand an und begleitete die Baumaßnahmen mit geradezu akribischer Verlässlichkeit. In seine Amtszeit fielen große Bauabschnitte, wie die Sanierungen des Kirchstätter Kircherls und der Frauenbrunn-Kapelle in Traunwalchen sowie der Bau eines neuen Pfarrheims Mitte der 1990er Jahre. Mit seinem Team hatte er sich auch dafür starkgemacht, dass Seitenaltäre in der Pfarrkirche wieder aufgestellt wurden.

Kirchturm-Sanierung war große Herausforderung

Eine große Herausforderung war auch die aufwändige Kirchenturm-Sanierung, die mittlerweile über sieben Jahre zurückliegt. In einer spektakulären Aktion wurde die sanierungsbedürftige Kuppel abgetragen und sollte aus Kostengründen erst zu einem späteren Zeitpunkt wieder aufgebracht werden. Franz Ettmayr und seinen Mitstreitern war es aber gelungen, das Erzbischöfliche Ordinariat davon zu überzeugen, die Zwiebelhaube unmittelbar nach deren Sanierung wieder aufzubringen.

Ein weiterer »Aufreger« war die Eindeckung des Kirchendaches. Zunächst wurde der Dachbereich der Apsis mit Biberschwanzschindeln eingedeckt. Wie sich jedoch herausstellte, mussten diese aus statischen Gründen wieder entfernt werden und das gesamte Dach wurde mit Lärchenholzschindeln eingedeckt. In Ettmayrs Ära fielen auch die Anschaffung einer neuen Kirchenorgel, die an Pfingsten 2009 mit Weihbischof Dr. Franz Dietl feierlich eingeweiht wurde, und zuletzt die Sanierung der Außenfassade der Traunwalchner Pfarrkirche. Unterm Strich war Ettmayr in den letzten Jahren maßgeblich für die Sanierung und Restaurierung der Pfarrkirche von der Turmspitze bis zum Sockel mitverantwortlich und hat sich seinen Ehrenamtsruhestand zu Recht verdient, den er jetzt mit seiner Frau Rosa, die ihm stets den Rücken freigehalten hatte, genießen kann.

Ettmayr hatte bereits Anfang letzten Jahres in der Pfarrversammlung seinen Rücktritt zum 31. Dezember 2012 angekündigt. 30 Jahre seien genug, jetzt sei es an der Zeit, dass die Jungen weiter werkeln, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Er habe diese Aufgabe nie bereut und sie mit seinen Mitstreitern zum Wohle der Pfarrei gerne ausgeübt.

Bis auf fünf Monate immer den gleichen »Chef«

Weiter stellte er fest, dass er es in all den Jahren mit Ausnahme der ersten fünf Monate, in denen der jetzige Weihbischof Engelbert Siebler als Aushilfspfarrer in Traunwalchen wirkte, immer mit demselben »Chef« zu tun gehabt habe. Die Zusammenarbeit mit Pfarrer Richard Datzmann habe stets darauf basiert, gemeinsam das Beste für die Pfarrei zu erreichen. Lobend erwähnte er auch die finanzielle Unterstützung der Bürgerschaft, insbesondere des Frauenvereins und des Männervereins, der sich unter anderem an der Neueindeckung des Daches am alten Leichenhaus beteiligte.

Auf das Wirken des langjährigen Kirchenpflegers und seiner Mitstreiter wird am morgigen Sonntag nach der Verabschiedung in der Pfarrkirche im Pfarrheim bei einem Brunch angestoßen. ga