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Der Dezember war sonnig und viel zu trocken

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Mehr als nur einen Hauch von Frühling konnte man im letzten Monat des vergangenen Jahres erleben: Der Dezember brachte so viel Sonnenschein wie seit Jahrzehnten nicht mehr, war wärmer als so mancher März und ließ vergessen, dass es eigentlich Winter ist. Aber der wird ganz bestimmt noch kommen. Das Bild, das uns unser Leser Martin Brunnhuber aus Erlstätt gestern zusandte, sagt mehr als tausend Worte über das Wetter der letzten Wochen.

Traunstein. Der Dezember 2013 war überdurchschnittlich warm und trocken. Seit die Familie Huber am Traundamm in Traunstein ihre Wetterstation betreibt, wurden dort noch nie so viele Tage mit Sonnenschein registriert.


Mit 29 Tagen Sonne überbot dieser Dezember den Rekord von 1983 mit 22 Tagen ganz gewaltig. Der Durchschnitt seit 1974 liegt bei 15 Sonnentagen. Am wenigsten Sonnenschein wurde in Traunstein im Dezember 1995 registriert: Damals zeigte sich die Sonne nur an 3 Tagen. An 9 Tagen gab es diesmal etwas Niederschlag, aber nie sehr ergiebig. Das ist zusammen mit 4 anderen Jahren der niedrigste Wert.

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Der Durchschnitt liegt bei 15 Tagen mit Niederschlag. Diesen Dezember fiel zum Leidwesen der Skifahrer und Liftbetreiber nur an 3 Tagen Schnee – und das auch nicht sehr ergiebig. Liegen geblieben ist er auch nicht lange. Der Dezemberdurchschnitt liegt bei 9 Tagen mit Schneefall. Die meisten Tage mit Schneefall gab es im Dezember 2010; damals schneite es an 18 Tagen.

Nebel gab es an 5 Tagen, das ist auch der langjährige Durchschnittswert. Die meisten Tage mit Nebel gab es 2004 mit 12 Tagen. Obwohl dieser Dezember überdurchschnittlich warm war, sanken die Nachttemperaturen 24 Mal unter die Null-Grad-Marke, jedoch nie in den zweistelligen Minusbereich. Tagsüber gab es keinen Frost. Durchschnittlich gibt es im Dezember an 7 Tagen Dauerfrost.

Mit plus 2 Grad im Durchschnitt lag dieser Dezember erheblich über dem Mittel von 0,1 Grad. Der wärmste Dezember brachte es 1994 auf 3,4 Grad und am kältesten war es 1991 mit minus 3,1 Grad im Durchschnitt. Der wärmste Tag war diesmal der 25. Dezember mit 17,8 Grad, das ist jedoch nicht der wärmste verzeichnete Dezembertag. Dieser war am 9. Dezember 1982 mit 18 Grad. Die niedrigste Tagestemperatur lag am 19. Dezember bei 1,3 Grad, der Rekordwert mit minus 12 Grad wurde hier am 10. Dezember 1991 erreicht. Die kälteste aufgezeichnete Dezembernacht war am 14. Dezember 2001 mit minus 18 Grad. In diesem Dezember sank die Quecksilbersäule nur auf minus 6,5 Grad am 3.

Eine Besonderheit brachte dieser Dezember am 24.: Es kam Föhn auf, der in den Bergen Sturmstärke erreichte und das Thermometer auf 13 Grad trieb. Der Föhn hielt die ganze Nacht und auch den Folgetag an. So sank das Thermometer in der Nacht zum 25. nicht unter 12 Grad – so etwas hat es in einem Dezember in den letzten Jahrzehnten noch nie gegeben. Am 25. stieg dann das Thermometer sogar auf den Höchstwert von 17,8 Grad an.

Zu diesem Zeitpunkt war zum Beispiel die Hochfellnseilbahn wegen Sturm mit Windgeschwindigkeiten von etwa 100 km/h außer Betrieb. So fühlte man sich zu Weihnachten eher wie in Süditalien und manch einer hatte Probleme, ohne Kälte und Schnee so richtig in Weihnachtsstimmung zu kommen. Der Dezember endete dann mit sehr sonnigen Tagen, die eher an Frühling als an Winter denken ließen.

Nun zum Schluss noch eine Bauernregel. »Dezember ohne Schnee tut erst im Märzen weh.« Es gibt also für die Wintersportbegeisterten doch noch Hoffnung.

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