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Der Chiemsee-Park in Übersee wurde eingeweiht

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Die neue Aussichtsplattform an der Seepromenade bei Übersee ist ein Teil des gerade eingeweihten Chiemsee-Parks in Übersee. (Foto: vom Dorp)

Übersee. Übersee hat sein »Sahnestück« veredelt: In den vergangenen Monaten ist am Chiemseeufer in der Feldwieser Bucht ein kleines Paradies entstanden. Nicht ohne Stolz übergab Bürgermeister Marc Nitschke jetzt den neuen Chiemsee-Park mit Liegewiese, Spielplatz, Aussichtsplattform und Erlebnispfad sowie neuen Wegen für Fußgänger und Radlfahrer seiner Bestimmung.


Weißblauer Himmel, hochsommerliche Temperaturen, alkoholfreie Cocktails von der Sansibar, Musik von der Blaskapelle und eine musikalische Einlage vom Kindergarten: Es herrschte Festtagsstimmung. Gemeinderäte, Ehrenbürger, Alt-Bürgermeister, Vertreter von Vereinen, Institutionen und Firmen sowie einige hundert Bürger waren gekommen, um das zu begutachten, was Bürgermeister Nitschke »einen Gewinn für uns Einheimische und für unsere Gäste« bezeichnete.

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»Früher war hier ein wilder und ungeordneter Parkplatz, nun ist hier eine strukturierte grüne Freizeit- und Erholungslandschaft entstanden«, freute sich der Rathauschef. Grundlage hierfür sei die »Bebauungsplanänderung Chiemseeufer« gewesen. Auch wenn im Nachhinein nicht alle damit einverstanden seien, habe man damit doch wesentliche Verbesserungen im Naturschutz und in der Betonung der landschaftlichen Schönheit erreicht.

Ausdrücklich bekannte sich Nitschke auch weiterhin zur besseren Nutzung der touristischen Potenziale durch maßvolle Erweiterungen der beiden Gastronomie- und Hotelbetriebe am Seeufer als Teil des neuen Bebauungsplanes. Sein Dank galt seinem Stellvertreter Ludwig Ertl, der aufgrund eines einstimmigen Gemeinderatsbeschlusses »mit viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen die garten- und landschaftsbaulichen Maßnahmen sowie die Begrünung, Wegeführungen und Pflanzungen erledigt hat.«

Das Herz des Parks ist ein neuer Spielplatz mit Klettergerät, Rutsche, Schaukeln, Wippen und Slackline-Gerät. Ein Erlebnis der besonderen Art ist ein Erlebnispfad mit verschiedenen Bodenbelägen, wie Schwemmsand, Rundriesel, Schotter, Hackschnitzel und Rindenmulch.

Ein weiterer Höhepunkt ist die in den See hinausgebaute Aussichtsplattform, die noch mit einer Panoramakarte versehen wird. Nitschke dankte den Eheleuten Ehrenleitner von der Firma »Chiemseer Dirndl & Tracht«, die nicht nur den Aussichtspunkt gesponsert hatten, sondern auch noch sieben Schlossparkbänke. »Solche Bürger bräuchten wir mehr und nicht solche, die gegen die eigene Gemeinde klagen«, sagte Nitschke in Anspielung auf die anstehende Popularklage der Bürgerinitiative »Feldwieser Bucht« vor dem Bayerischen Verfassungsgericht.

Ein Schwerpunkt der neuen Planung sei die neue Parkplatzstrukturierung von bislang etwa 80 ungeordneten Plätzen auf 65 entlang der Julius-Exter-Promenade und über 100 auf dem neuen Parkplatz östlich der Straße gewesen.

Begeistert zeigte sich auch Übersees katholischer Pfarrer Pierre Makanga über »den neuen Ort der Begegnung, Erholung, Kommunikation und Freude«. Nach dessen Segnung des Parks gab Planer Ertl bei einem Park-Rundgang interessante Informationen. So lobte er Bürgermeister Nitschke und Max Posselt von der Bauverwaltung für ihr Engagement und ihre nimmermüde Präsenz auf der Baustelle. Um die nahezu paradiesischen Sichtachsen auf den See zu verwirklichen, sind 500 Kubikmeter Grüngut aus dem teilweise verwilderten Areal herausgeschnitten und vier Pappeln gefällt worden. An geeigneten Stellen hat Ertl dafür 30 Eichen und 60 Solitärsträucher pflanzen lassen.

Nach den Worten des Landschaftsplaners ist »keine einzige Schaufel Beton« verbaut worden, es wurden ausschließlich ökologische Baustoffe verwendet. Auf dem bisherigen Radlweg sei sogar die Asphaltdecke entfernt und durch eine naturnahe Befestigung ersetzt worden. Die neue Trennung von Geh- und Radlweg sowie die verbesserte Parksituation bringen auch Vorteile für Rollstuhlfahrer. Wie die Behindertenbeauftragte Josefine Steinbichl gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt äußerte, ist die gestiegene Nutzung des Uferbereichs gerade von diesem Personenkreis schon in den ersten Tagen besonders auffällig.

Bei einem Weißwurst-Frühschoppen für alle wurde das neue Schmuckstück der Gemeinde anschließend gebührend gefeiert. bvd