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»Der Chiemgau steht auf«

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Traunstein. Armut ist nicht weit weg, Armut gibt es auch vor unserer Haustür, erklärt Carmen Hollenbach. Um das erneut ins Blickfeld zu rücken, organisiert die gebürtige Münchnerin, die seit drei Jahren im Kreis Traunstein lebt, jetzt eine Kundgebung. »Der Chiemgau steht auf. Für eine gerechte und soziale Zukunft!« heißt es am Samstag um 10 Uhr auf dem Maxplatz in Traunstein.


Carmen Hollenbach hat Armut phasenweise am eigenen Körper erfahren. Sie begegnet immer wieder Leuten, die Hartz IV beziehen – »darunter sind Leute, die das ausnutzen und Leute, die sich dafür schämen«, erzählt die 55-Jährige. Die allermeisten, so schiebt die gelernte Industriekauffrau nach, würden in die zweite Gruppe fallen – und sich nach und nach immer weiter aus dem Leben zurückziehen.

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»Ich steh´ für die auf, die die Kraft nicht mehr haben, die den Mut verloren haben«, sagt Carmen Hollenbach. Der Satz ist auch Teil ihrer Kundgebungsrede. Martina Wenta von der Piratenpartei und Manfred Dannhorn von den Linken werden am Samstag ebenfalls ans Mikrofon treten.

Auf den auffällig gelben Handzetteln und Plakaten, die die Kundgebung ankündigen, ist auch ein Zitat von Berthold Brecht zu finden. »Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.« Ein Satz, den Carmen Hollenbach seit vielen Jahren beherzigt. Wahrscheinlich hat sie es auch deshalb schon in viele TV-Talkshows geschafft, in denen es immer wieder auch um soziale Gerechtigkeit gegangen ist – in die »Münchner Runde« im Bayerischen Fernsehen zum Beispiel oder ins »Nachtcafé« im Südwest-Fernsehen.

Wie viele am Samstag gemeinsam mit Carmen Hollenbach gegen Armut und für soziale Gerechtigkeit aufstehen werden? Die Organisatorin hofft auf einige. Ihre Kundgebung hat sie für 200 Personen angemeldet. san