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Der Bund Naturschutz als Grundbesitzer

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Seeon-Seebruck. In der Jahresversammlung der Ortsgruppe Seeon-Seebruck-Truchtlaching des Bundes Naturschutz berichtete Diplombiologin Beate Rutkowski über laufende und künftige Projekte der Kreisgruppe.


Der Bund Naturschutz habe ein ökologisch wertvolles Grundstück mit Kalkquellmoor bei Diesenbach in der Gemeinde Surberg erworben. Die Pflege der bisher erworbenen Grundstücke oder gepachteten Grundstücke nehme viel Zeit in Anspruch, so Rutkowski. Um der umweltgerechten Politik den Rücken zu stärken, habe man an verschiedenen Demonstrationen teilgenommen, zum Beispiel gegen den Behörden- und Mobilfunk in München, gegen Gentechnik und gegen industrielle Tierhaltung in Berlin. Es gehe dabei um die Zukunft der Agrarpolitik in Europa für die nächsten fünf Jahre.

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Die Kreisgruppe Traunstein habe 1900 Mitglieder und man wolle im Sommer eine Aktion zur Mitgliederwerbung starten. Der Bund Naturschutz werde heuer 100 Jahre alt, die Kreisgruppe Traunstein 40. Im vergangenen Jahr habe man 73 Stellungnahmen zu naturnahen Projekten im Landkreis verfasst. Ausstellungen, Teilnahme an Demonstrationen, Vorträge und die Gründung neuer Arbeitskreise gehörten zur Tätigkeit.

Unter anderem habe man eine Ausstellung zum Thema Biodiversität zum Wettbewerb der Stadt Traunstein bei »Entente Florale Deutschland« gestaltet, wobei Traunstein einen ersten Preis gewann. In diesem Rahmen gab es auch Spaziergänge zum Thema Artenvielfalt sowie eine Fledermausführung. Die Veranstaltung sei so erfolgreich gewesen, dass sie alle zwei Jahre wiederholt werden soll. Es wurde ein Agrarbündnis gegründet, das sich für eine Neuausrichtung der EU-Agrarpolitik stark macht. Außerdem fanden monatliche Treffen und Hoffeste mit Infoständen statt.

Ein zentrales Thema des Referates von Beate Rutkowski war die Energiewende und ihr Einfluss auf die Arbeit des BN. Ein Grundproblem sei, dass man dem BN vorwerfe: »Jetzt habt ihr die Abkehr von der Atomkraft, aber ihr wollt auch die alternativen Energien nicht«, sagte sie. Diese Vorwürfe beziehen sich auf die Ablehnung von Wasserkraftwerken in Flüssen, die das besonders empfindliche ökologische Gleichgewicht zerstören. Auch die Überzahl der Biogasanlagen, die den Anbau von Nahrungsmitteln zurückdränge, sehe man als Problem. cst