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Der Buchsbaumzünsler frisst sich durch den Landkreis

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Die Schäden verursachen vor allem die Raupen (kleines Bild oben). Nach der Verpuppung schlüpfen weiß-braune Nachtfalter (kleines Bild unten). Wie der beschädigte Buchs aussieht, zeigt unser rechtes Foto. (Fotos: Landratsamt)
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Einige Gartenbesitzer im Landkreis Traunstein hat er bereits heimgesucht, die anderen fürchten seine Gefräßigkeit: Der Buchsbaumzünsler bringt Buchs-Besitzer zur Verzweiflung. Die Raupen fressen ausschließlich Buchs und schädigen die Sträucher meist so stark, dass sie absterben.


»Seit 2014 breitet er sich von Osten her im Landkreis Traunstein aus«, so Markus Breier, Kreisfachberater für Gartenkultur und Landespflege am Landratsamt Traunstein. Derzeit erhält der Fachberater viele Anrufe von besorgten Bürgern. Neumeldungen gab es heuer vor allem aus Seeon, Ruhpolding, Emertsham, Kienberg und Pittenhart, vergangenes Jahr auch aus Trostberg und Übersee. Laut Breier werde man den Buchsbaumzündler nicht mehr los, es sei ein europaweites Problem.

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Schäden am Buchs verursachen die Raupen. Sie fressen im Buchs von innen nach außen. Wenn man sie außen sieht, ist es meist schon zu spät. Grün gefärbt und mit schwarzen Strichen sind sie im Buchs gut getarnt. Nach der Verpuppung schlüpfen Nachtfalter mit weiß-braunen Flügeln. Jedes Weibchen legt bis zu 150 Eier an den Buchs – und bevorzugt dabei noch nicht befallene Sträucher. Die bis zu fünf Generationen machen eine Bekämpfung schwierig. Laut Breier bleiben nur das mühevolle Absammeln der Raupen oder das Auswaschen mit einem Hochdruckreiniger. »Manche nutzen sogar einen alten Staubsauger.« Auch der Einsatz von Nützlingen ist möglich. »Aber eine Spritzung im Jahr reicht nicht aus, man muss genau wie beim Absammeln dran bleiben. Es ist eine Lebensaufgabe«, so Breier.

Positive Berichte gibt es im Internet beim vorbeugenden Einsatz von Algenkalk. Laut Breier fehle es hier aber an langfristigen Erfahrungen. Der Einsatz als Pflanzenschutzmittel sei zudem nicht zugelassen, der Algenkalk werden offiziell als Dünger direkt auf die Pflanzen gestreut und mit Regen oder Gießwasser eingewaschen. Innen im Buchs lege sich der Kalk um die Zweige und solle so die Raupen abhalten. Nach Starkregen müsse nachgestreut werden. Die langfristige Anwendung des Algenkalks könne auch zu Problemen führen, da zu viel Kalk im Boden nachteilig sei – auch für den Buchs.

Wem das alles zu aufwändig ist, dem bleibt nur eine Möglichkeit: Abwarten, bis der Buchs aufgefressen ist, und Ersatz pflanzen. Breier empfiehlt für Beetumrandungen die Immergrüne Heckenkirsche oder Spindelsträucher. Für den Formschnitt eignet sich besonders die Eibe. Für den Bauerngarten solle man auch an Stauden wie Bergenien, Kräuter, Hauswurze oder andere niedrige Pflanzen denken, denn »es gab auch eine Zeit vor dem vielen Buchs«. Nur bedingt eignen sich der Japanische Ilex oder Zwergrhododendren als Buchsersatz, denn sie brauchen humose, lockere, saure Böden und vertragen keinen kalkhaltigen Lehm – »das können die wenigsten Gartenbesitzer bieten«, so Breier.

Detaillierte Infos zu Biologie, zur Bekämpfung und zu Alternativen gibt es auf der Internetseite des Kreisverbands Traunstein für Gartenkultur und Landespflege. Bei Fragen können sich Gartenbesitzer auch an Markus Breier unter Telefon 0861/58-385 wenden. fb

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