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Der Buchsbaumzünsler breitet sich rasch aus

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Buchsbaumzünsler breitet sich aus
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Die gelbgrünen Raupen des Buchsbaumzünslers sind gut getarnt.

Eine richtige Plage sind die Raupen des Buchsbaumzünslers, die Sträucher, Kugeln und Schnitthecken zerfressen. Nach Auskunft von Kreisfachberater Markus Breier vom Landratsamt Traunstein habe sich der Zünsler fast im ganzen Landkreis Traunstein ausgebreitet. Im Landkreis Berchtesgadener Land sieht es ebenfalls schlimm aus: »Ganze Katastrophe«, sagt Kreisfachberater Markus Putzhammer. Im Berchtesgadener Land gebe es so gut wie keinen Buchs mehr.


Laut Breier ist der Osten des Landkreises Traunstein inzwischen weitgehend Buchs-frei. In den Süden dringe der Buchsbaumzünsler gerade vor. Die Raupen hätten problemlos überwintert und seien jetzt kurz vor der Verpuppung zum Nachtfalter. »Ich sehe schwarz für den Buchs und hoffe doch auf ein Wunder«, so Breier. Es wäre schade, diese Gartenpflanze völlig zu verlieren.

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Wer den Zünsler bekämpfen wolle, der müsse seinen Buchs wöchentlich auf den Befall mit Raupen kontrollieren und ihn bei Befall behandeln. Am wirkungsvollsten, zudem biologisch und ohne Gefahr für Haustiere seien Mittel mit den nützlichen Bakterien Bacillus thuringiensis, kurz B.t. Diese Mittel gebe es dort, wo Pflanzenschutzmittel angeboten wird. Aber wer sich dazu entschließe, müsse konsequent dran bleiben und jede der vier bis fünf Generationen bekämpfen. Das sei viel Aufwand und letztlich teuer. Der häufig empfohlene Algenkalk wirke nicht zuverlässig. Zwar beginnen Singvögel die Raupen als Nahrungsquelle zu entdecken und fressen sie, »doch bislang leider nicht in ausreichender Menge«, weiß Breier.

Dass die Bekämpfung des Zünslers sehr schwierig ist, bestätigt auch Markus Putzhammer. Im Berchtesgadener Land gebe es noch ein paar einzelne Buchs-Besitzer, die den Kampf noch nicht aufgegeben haben, aber »im Grunde hat sich das Thema Buchs erledigt«, so der Kreisfachberater.

Erstmals aufgetreten ist der aus Ostasien stammende Buchsbaumzünsler etwa 2014 im Osten des Landkreises Traunstein. Seitdem breitet er sich fortwährend aus. Die Larven des nachtaktiven Falters fressen den Buchs von innen nach außen, erst die Blätter, dann die Rinde von den Zweigen. Sind Schäden außen sichtbar, ist es oft schon zu spät für eine Behandlung.

Die anfangs gelblichen, dann gelbgrünen Raupen mit schwarzen Strichen und dunklem Kopf sind gut getarnt. Sie verstecken sich tief im Inneren der Sträucher und werden bis zu fünf Zentimeter lang. Von außen ist ein Befall (zu) spät zu sehen. Bei starkem Befall ist Kahlfraß möglich – der Buchs stirbt ab.

Buchsbaumzünsler leben nur eine Woche

Die Raupen verpuppen sich in einem Gespinst und nach etwa sieben Tagen schlüpfen nachtaktive Falter. Ihre Flügel sind weiß mit dunklem Rand (selten einfarbig braun). Die Falter mit einer Spannweite von etwa vier Zentimeter leben nur eine Woche, verstecken sich tagsüber in der Umgebung an anderen Pflanzen und legen ihre Eier bevorzugt an Buchs, der noch nicht befallen ist. Jedes Falterweibchen kann bis zu 150 Eier legen (in kleinen Paketen zu 20 Stück). Nach etwa drei Tagen schlüpfen die Raupen. Bei uns gibt es drei bis fünf Generationen pro Jahr. Geschützt in einem Gespinst erfolgt die Überwinterung als Raupen, denen selbst tiefe Temperaturen wenig anhaben können. Mitte Februar/März werden sie ab etwa 10 Grad aktiv. Je nach Temperatur dauert die Entwicklung 17 Tage (bei 30 Grad im Sommer) bis 84 Tage (bei 15 Grad). Die Ausbreitung erfolgt durch den Falterflug oder/und die Einschleppung durch den Zukauf/ Tausch von befallenem Buchs.

Der Kreisverband für Gartenkultur und Landespflege Traunstein hat ein Merkblatt zum Buchsbaumzünsler zusammengestellt, das auch Alternativen zum Buchs enthält. Man findet es auf der Internetseite des Kreisverbands unter den Fachinformationen, auch bekommt man das Merkblatt beim Kreisfachberater am Landratsamt.