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Der bayerische Weg in der Agrarpolitik

Palling. Über den »Bayerischen Weg in der Agrarpolitik - modern und erfolgreich« sprach Johann Gröbmaier vom Landwirtschaftsministerium beim 21. Bauern- und Landvolktag der Katholischen Landvolkbewegung (KLB) Traunstein im Michlwirt in Palling. Kreisvorsitzender Korbinian Obermayer sagte, im »Jahr der bäuerlichen Familienbetriebe« denke man besonders auch an jene, die in Entwicklungsländern als Familienbetriebe ums Überleben kämpfen.

Am Ende des 21. Bauern- und Landvolktages der KLB Traunstein in Palling überreichten Kreisvorsitzender Korbinian Obermayer (links) und Kreisvorstandsmitglied Andrea Staff an den Referenten Johann Gröbmaier ein Präsent. (Foto: Waldherr)

Der Leiter des Landwirtschaftsamtes Traunstein, Alfons Leitenbacher, erinnerte daran, dass das Logo des Katholischen Landvolks »Pflug und Kreuz« für den nachhaltigen Umgang mit der Schöpfung stehe. Die Verbraucher schätzen zunehmend die Bauern als Partner, die regionale Produkte herstellen.

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Johann Gröbmaier sagte, den bayerischen Weg in der Agrarpolitik gebe es schon seit 40 Jahren. Er sei vom damaligen Landwirtschaftsminister Hans Eisenmann eingeschlagen worden. Die Verbraucher sollen wissen, was mit den Ausgleichszahlungen für die Landwirtschaft bezweckt werden soll – zum Beispiel ein Risikoausgleich, Entgelt für Arbeit, die nicht über den Markt honoriert wird, aber dem Allgemeinwohl dient. Verbunden sei dies mit einer gleichzeitigen Verpflichtung für hohen Standard im Bereich Verbraucherschutz, Tierschutz, Umwelt und Hygiene. Seit Jahren werden Lebensmittel immer erschwinglicher, so Gröbmaier; die Verbraucher geben nur noch knapp zwölf Prozent ihres Einkommens dafür aus. Der bayerische Weg hat unter anderem das Ziel, den bäuerlichen Familienbetrieben als Dreh- und Angelpunkt der Nahrungsmittelversorgung eine Alternative zu bieten zum Größenwachstum. Ein Drittel aller Betriebe liegen in Bayern, sagte Gröbmaier. Eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft bringe vielfältige Vorteile für Wirtschaft und Gesellschaft, so zum Beispiel auch für das Landschaftsbild. Diese Ausführungen von Gröbmaier setzten eine lebhafte Diskussion in Gang. Dabei ging es unter anderem um eine Umgestaltung der Ausgleichsflächenregelung, um flächenabhängige Förderung, um den Flächenverlust, und wie man ihn vermindern kann, um Flächenkonkurrenz, Wachstum und Freihandelsabkommen (»keine Verträge mit Konzernen!«). Gröbmaier appellierte, die Landwirte sollten sich nicht die Bedingungen diktieren lassen – »Klonen, Biopatente, Gentechnik etc. sind rote Tücher für uns, die akzeptieren wir nicht!«

Landvolkpfarrer Konrad Kronast sagte, das Hauptproblem in der Landwirtschaft sei, dass viele Betriebe keine Hofnachfolger haben, weil die Kinder die Höfe nicht übernehmen. Ländliche Gebiete sterben aus, wenn es keine Familienförderung gibt. Der Referent meinte dazu, die Abwanderung liege einfach darin, dass es außerhalb der Landwirtschaft attraktivere Arbeitsplätze gebe. Die KLB-Kreisvorsitzenden Andrea Staff und Korbinian Obermaier bedankten sich bei Dr. Johann Gröbmaier für das umfassende Referat und überreichten ihm unter anderem ein Bierpräsent. cw