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»Der Applaus daheim klingt ganz anders«

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Begeisterte die Fans daheim in Waging: Alex Diehl. (Foto: Sojer)

Waging am See – Ein großartiges Konzert gab Alex Diehl mit seiner Band am Waginger Strandkurhaus. Auf seiner Tour mit »Bretter meiner Welt« machte er einen »Boxenstopp« in seinem Heimatort, bevor es quer durch Deutschland geht. Einen Tick mehr Nervosität plagte den Künstler vor seinem Auftritt daheim. Aufgeregt ist er zwar immer, aber ein Konzert im »eigenen Revier« machte den 28-Jährigen noch etwas »hippeliger. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass es dem einen oder anderen nicht gefällt«, gab er zu.


Das heimische Publikum unterscheidet sich von allen anderen: »Die meisten rasten sicher nicht gleich aus, wenn sie mich mal sehen«, sagte Diehl, »schließlich kennen mich viele schon länger.« Verwandte, Bekannte, Freunde und sogar seine beiden Omas waren unter den Gästen. Alex Diehl ist immer noch der gleiche geblieben, bodenständig und liebenswert. Nur kennt ihn jetzt ganz Deutschland.

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Im Vorprogramm stand Norman Stolz aus Tirol auf der Bühne, der bereits in ganz Österreich bekannt ist. Diehl und er kennen sich durch den gemeinsamen Plattenproduzenten Universal. Der Osttiroler reiste mit seinem Gitarristen Florian Obermoser an. Mit Liedern wie »Träumer«, »Land in Sicht«, »Über dem Horizont«, »Du und ich«, »Ich lauf«, »Schlaflos« und »Tanzen« aus der EP (Extended play) »1000 Farben« gelang es den beiden auf Anhieb, das Publikum zu begeistern.

Die Liebe zur Musik hat Stolz von seinem Opa und den Onkels geerbt, sagt er, aber erst relativ spät entdeckt. Erst mit 18 Jahren erlernte der Autodidakt Gitarre spielen. Norman schreibt Texte und Musik, die von seinem Team arrangiert und eingespielt werden. Sein Auftritt bei der »Starnacht« am Wörthersee im letzten Jahr schob die Karriere der Band kräftig an. Ab 30. September geht Stolz mit seiner Band auf Österreich-Tour. In München gastiert die Gruppe am 26. Oktober im »Backstage«.

Dann kam Alex Diehl auf die Bühne. Er und seine Band mit Michael Stettmeier (Bass), Stephan Zeh (Klavier), Tobias Kastl (Gitarre) und Peter Mödl aus Schliersee am Schlagzeug rockten mit Liedern aus dem Album »Bretter meiner Welt« kräftig ab. Das Publikum ließ sich sofort mitreißen. Aber nicht nur seine gewaltige Stimme begeisterte, Diehl ist ein wunderbarer Geschichtenerzähler, der das Publikum zum Lachen, aber auch zum Nachdenken bringt. Alle Geschichten stammen aus seinem Leben.

Diehl erzählte die Geschichte seines ersten »Solo-Auftritts« als Sänger. Als sechsjähriges Chormitglied im Ottinger Kirchenchor mit einer »himmlischen« Stimme sollte er auf Wunsch der Chorleiterin einmal alleine singen. Doch dazu war er zu schüchtern. Erst als die Chorleiterin eine Riesentafel Schokolade bot, wagte er sein erstes Solo. »Danach habe ich dann Omas Kassetten mit meinem Gesang überspielt, meinen Namen drauf geschrieben und an die ganze Nachbarschaft für 50 Pfennig versucht zu verkaufen«, lachte Diehl.

Für seinen großartigen Auftritt gab es jede Menge Applaus mit einer »Riesenportion« Lob. Alex Diehl war sichtlich erleichtert und gerührt von seinem Heimatpublikum. »Der Applaus klingt daheim ganz anders«, sagte er fast ehrfurchtsvoll.

Rund die Hälfte seiner Herbsttour hat Alex Diehl schon hinter sich. Danach geht es auf Tabaluga-Tour von Peter Maffay. Dort wird Diehl in der Leipzig-Arena in mehreren Konzerten auftreten. Im Februar geht es dann mit der Akustik Tour weiter, wo auch das abgesagte Konzert in Burghausen voraussichtlich am 11. Februar nachgeholt wird. soj