weather-image
31°

Der Abriss des Stegs ärgert viele Achthaler

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Zwei Jahre nach dem Marktgemeinderatsbeschluss wurde der Fußgängersteg beim Bergbaumuseum Achthal nun abgerissen. Das ärgert viele Achthaler.

Teisendorf – Nun ist er weg der Fußgängersteg beim Bergbaumuseum Achthal. Das ärgert Uwe und Gisela Meyer. Gemeinsam mit einer Interessensgemeinschaft »Steg« hatten sie zwei Jahre gehofft, dass doch noch eine Lösung gefunden wird. Aber der Gemeinde waren die Hände gebunden, wie Bürgermeister Thomas Gasser im Gespräch mit uns betont. »Es war aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen einfach nicht möglich, den Steg zu erhalten.«


Vor gut zwei Jahren hatte der Marktgemeinderat den Beschluss gefasst, dass der Steg abgerissen werden muss. Es gab erhebliche Bedenken bezüglich der Standfestigkeit. »Der 50 Jahre alte Steg hat einfach nicht mehr den heutigen Sicherheitsstandards entsprochen«, sagt dazu Thomas Gasser. Generell wäre er für den Erhalt gewesen, »denn der Steg gehört zu einem alten Weg, den viele Leute lieb gewonnen haben.« Das sei mit ein Grund gewesen, warum vom Beschluss des Marktgemeinderats bis zum Abriss zwei Jahre vergangen seien. »Wir haben wirklich vieles versucht und immer wieder über das Thema diskutiert.«

Anzeige

Das Problem: Der Steg liegt auf beiden Seiten des Bachs auf Gemeindegebiet, der Weg danach führt allerdings entlang mehrerer Privatgrundstücke. Eine Möglichkeit wäre gewesen, dass dieser Weg öffentlich gewidmet wird. Dann hätte die Marktgemeinde die Unterhaltspflicht sowie die Verkehrssicherheit übernehmen können. Für mögliche Unfälle wäre dann die kommunale Haftpflichtversicherung aufgekommen. Diese Möglichkeit sei geprüft worden, doch einer öffentlichen Widmung hätten vier von fünf Grundstücksbesitzern nicht zugestimmt, sagt Bürgermeister Thomas Gasser. »Und das ist durchaus nachvollziehbar, denn dies ermöglicht einem jeden den Zugang zu den privaten Grundstücken.«

Gisela Meyer betont, dass dies seit Jahrzehnten so gewesen sei und sich niemand daran gestört habe. »Das Museum und das Areal auf der anderen Seite gehören einfach zusammen«, sagt sie. Das betont auch Sepp Winkler, der Vorsitzende des Fördervereins Bergbaumuseum Achthal. »Das ist ein sehr großer Verlust für uns.« Durch den Abriss des Stegs werde es in Zukunft schwierig, größere Besuchergruppen anzunehmen. »Wir haben das eigentlich immer so gemacht, dass wir die eine Hälfte übers Areal geführt haben, der andere Teil hat sich das Museum angeschaut – und dann umgekehrt.« Bei 50 Leuten sei das ansonsten ein ziemliches Gedränge im Bergbaumuseum. »Wie es nun weitergeht, weiß ich ehrlich gesagt nicht«, sagt Sepp Winkler.

Und auch Bürgermeister Thomas Gasser ist im Moment etwas ratlos. »Wir werden versuchen, mit der Denkmalschutzbehörde und den direkten Grundstücksanliegern eine Lösung für eine eventuelle Wiedererrichtung des Stegs an gleicher Stelle zu finden.« – Doch das dürfte schwierig werden. Denn solange die Grundstücksbesitzer gegen eine öffentliche Widmung des Weges sind, ändert sich ja nichts an der rechtlichen Situation. KR