weather-image
18°

Denkmalschutzmedaille ging zweimal in den Landkreis Traunstein

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Claus-Dieter Hotz (rechts) erhielt Medaille und Urkunde aus den Händen von Staatsminister Ludwig Spaenle für seinen Einsatz für den Torfbahnhof. (Fotos: Roland Hofmann)
Bildtext einblenden
Eva und Jens Waltermann haben den »Schwoagerhof« in Schleching restauriert. Dafür erhielten auch sie von Staatsminister Ludwig Spaenle Medaille und Urkunde.

Claus-Dieter Hotz sowie Eva und Jens Waltermann haben gestern in München die bayerische Denkmalschutzmedaille verliehen bekommen. Hotz erhielt die Auszeichnung für die Instandsetzung und Museumsnutzung des Torfbahnhofs Rottau, das Ehepaar Waltermann aus Schleching empfing die Plakette für die Instandsetzung des »Schwoagerhofs«. Die Verleihung der Medaille nahm Staatsminister Ludwig Spaenle vor, der Festakt fand in der Münchner Säulenhalle statt.


»Die Projekte der Preisträger unterstützen die Bewahrung unseres gemeinsamen kulturellen Erbes für künftige Generationen«, betonte der Minister. Aus allen Teilen Bayerns waren im Ministerium weit über 100 Vorschläge für die Denkmalschutzmedaille eingegangen. 25 Projekte wurden schließlich ausgewählt.

Anzeige

»Sie tragen dazu bei, unsere Identität zu bewahren«

»Ihr Einsatz für die Denkmäler in Bayern ist uns allen ein großes Geschenk: Sie tragen dazu bei, unsere gemeinsame Geschichte, unsere Identität zu bewahren. Ihnen verdanken wir es, dass Zeugnisse der bayerischen Geschichte – gebaute und archäologische Zeugnisse – im Heute und im Morgen bestehen können«, sagte der Generalkonservator des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege, Mathias Pfeil, zu den Preisträgern.

Der Verdienst von Claus-Dieter Hotz sei es, dass im ehemaligen Torfbahnhof heute ein Moor- und Torfmuseum untergebracht ist und dort die Technik und Industriegeschichte der Torfgewinnung und -verarbeitung im Chiemgau erlebbar ist. Als die industrielle Nutzung als Torfbahnhof 1988 endete, setzte Hotz gegen große Widerstände den Erhalt des Gebäudes durch. Nachdem der Nachtrag in die Bayerische Denkmalliste erfolgt war, gelang es ihm, ein Museum in dem Industriedenkmal einzurichten.

Claus-Dieter Hotz gründete den Verein für Industrie- und Technikgeschichte und motivierte viele Freiwillige, die ihn unterstützten, den Torfbahnhof für museale Zwecke herzurichten, die ehemalige Feldbahn durch das Moor wieder fahrtüchtig zu machen und den Museumsbetrieb zu entwickeln.

Öffentliches Bewusstsein geschaffen

»Mit seinem Einsatz hat Claus-Dieter Hotz nicht nur das Industriedenkmal Torfbahnhof erhalten, sondern auch großen Anteil daran, dass es nun in der Region südlich des Chiemsees ein öffentliches Bewusstsein für die Geschichte des Torfabbaus und die Industriekultur gibt«, hieß es in der Laudatio.

Der sogenannte Schwoagerhof, der nahe Schleching an der Tiroler Ache und unterhalb des Geigelsteins liegt, ist ein stattliches Anwesen: Der Hof mit seinem Rotmarmorportal und der beeindruckenden Hochlaube ist 1776 entstanden. Bis zum Jahr 2000 war er bewirtschaftet, einzelne Räume waren noch bewohnt. Danach folgten Jahre des Leerstands, bis das Ehepaar Waltermann das Gebäude 2012 erwarben und anschließend restaurierten.

»Eva und Jens Waltermann gingen dieses Projekt mit großem Respekt vor dem jahrhundertealten Baubestand an und arbeiteten die Besonderheiten ihres Denkmals sorgsam wieder heraus«, hieß es in der Laudatio. Wie in der nahe der Tiroler Grenze gelegenen Region üblich, handelt es sich beim Schwoagerhof um einen Einfirsthof: Wohnhaus, Tenne und Stall sind unter einem Dach. Der Grundriss hat sich nahezu unverändert erhalten; auch von der historischen Ausstattung des Hofs ist vieles noch vorhanden: Holz- und Stuckdecken, Türen, Böden, Fensterbänke, Putzoberflächen und Wandmalereien ließen die Bauherren sorgsam restaurieren. Moderne Einbauten wurden entfernt. fb