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»Den Willen des Patienten erkunden und erfüllen«

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VdK-Kreisvorsitzender Klaus Steiner (Zweiter von rechts) und VdK-Kreisgeschäftsführer Bernhard Oberauer (links) überreichten an Herta Simson als Vorsitzende des Beirats des Ambulanten Hospizdienstes des Caritas-Zentrums Traunstein und an Dr. Martin Metz als Vorstandsmitglied des Netzwerks Hospiz Traunstein jeweils einen Scheck über 1000 Euro als Spende des Sozialverbandes VdK, Kreisverband Traunstein. (Foto: Grafetstaetter)

Traunstein. Die Idee und die Ziele der Hospiz sowie der Palliativmedizin erläuterten Herta Simson als Vorsitzende des Beirats des Ambulanten Hospizdienstes des Caritas-Zentrums Traunstein und Dr. Martin Metz als Vorstandsmitglied des Netzwerks Hospiz Traunstein im Rahmen der jüngsten Sitzung des VdK-Kreisverbandes Traunstein. »Es geht darum, die Schwerkranken und die Angehörigen zu begleiten und sich Zeit zu nehmen für sie«, betonte Frau Simson. Dr. Metz, Hausarzt in Übersee, stellte ein wichtiges Ziel der Palliativmedizin heraus: »Den Willen des Patienten erkunden und ihn erfüllen.«


Der VdK-Kreisvorsitzende Klaus Steiner und VdK-Kreisgeschäftsführer Bernhard Oberauer überreichten an Herta Simson als Vorsitzende des Beirats des Ambulanten Hospizdienstes des Caritas-Zentrums Traunstein und an Dr. Martin Metz als Vorstandsmitglied des Netzwerks Hospiz Traunstein jeweils einen Scheck über 1000 Euro als Spende des VdK-Kreisverbandes Traunstein. Damit danke und würdige der Sozialverband VdK die Leistungen des Netzwerks Hospiz und des Ambulanten Hospizdienstes, betonte Steiner, der gleichzeitig herausstellte, wie wichtig hierbei die medizinische Begleitung durch die Hausärzte sei.

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Herta Simson berichtete, dass der Ambulante Hospizdienst vor etwa 20 Jahren als Fachbereich von der Caritas gegründet worden ist. Die Caritas trage zwei Drittel der anfallenden Kosten, ein Drittel müsste selbst erwirtschaftet werden, vor allem durch Spenden. Derzeit seien im Landkreis Traunstein etwa 50 bis 60 rein ehrenamtlich wirkende Hospizhelfer tätig. Die Hospizhelfer würden professionell aus- und ständig fortgebildet, unterlägen einer steten Supervision und arbeitete sehr eng mit den hauptamtlich wirkenden Brückenschwestern zusammen. »Es geht darum, im sozialen Umfeld zu entlasten«, erläuterte Simson. »Und wir haben gelernt, dass wir die Zusammenarbeit mit der Medizin brauchen. Und das geschieht mit dem Netzwerk Hospiz.«

Dr. Metz erklärte zunächst den Begriff der Palliativmedizin, mit der er im Laufe seines Studiums niemals konfrontiert worden sei. »Wir – und das sind Menschen, die sich um Schwerkranke und Sterbende kümmern – sind in einem Prozess des Lernens. Wir können diese Patienten nicht mehr heilen, aber wir können diese Patienten den Rest ihres Lebens begleiten.« Im Gegensatz zur kurativen Medizin, die sich dem Ansatz verschreibe zu heilen, komme die Palliativmedizin nur dann zum Einsatz, wenn es keine Heilung oder keine Teilwiederherstellung mehr gibt, sondern klar ist, dass die Krankheit mit dem Tod endet. Die Palliativmedizin habe ein geändertes Therapieziel: »Es geht nicht darum, dem Leben Tage hinzuzufügen, sondern es geht darum, den Tagen mehr Leben zu geben.«

Das Wichtigste bei der Palliativmedizin sei: mit dem Patienten reden, für ihn Zeit haben, ihm zuhören. Von Bedeutung sei auch die Frage, was den Patienten quäle. Zielsetzung sei hier die Schmerzfreiheit des Patienten. Es solle ihm nicht dauernd schlecht sein, vielmehr müsse ihm das Essen schmecken, und er solle es möglichst im Kreis der Familie einnehmen können.

Die Idee der Palliativmedizin sei, den Patienten so vorzubereiten, dass er zu Hause sterben kann, was im Landkreis Traunstein bereits zu zwei Dritteln der Fall sei. Schlecht zu sprechen war Dr. Metz auf die Krankenkassen, die einem vernünftigen Etablieren der Palliativmedizin noch immer entgegenstünden. geg