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»Den Landkreis sozial und gerecht weiterentwickeln«

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Kreisvorsitzender Dirk Reichenau (rechts) gratuliert Josef Konhäuser zur Wahl zum Landratskandidaten der SPD.

Traunstein. Die SPD im Landkreis schickt ihren erfahrensten Mann ins Rennen um den Chefposten im Landratsamt. Josef Konhäuser, stellvertretender Landrat und Kreisrat, Maschinenbauingenieur in leitender Funktion, IG-Metaller und Ruhpoldinger Gemeinderat, bewirbt sich erneut als Landrat. Er erhielt bei der Aufstellungsversammlung im Gasthaus Sailer-Keller von den Delegierten der Ortsvereine volle Rückendeckung: 39 Mal Ja, ein Mal Nein, eine Enthaltung.


Konhäuser schafft Vertrauen in politisches Handeln

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Konhäuser stellte in seiner Bewerbungsrede die Entscheidungen seiner Fraktion im Kreistag heraus, ohne die der Landkreis Traunstein »nicht so gut dastehen würde« und warb darum, die Region im Sinne sozialer Gerechtigkeit weiterzuentwickeln. SPD-Kreisvorsitzender Dirk Reichenau begründete die Entscheidung des Kreisvorstands, Konhäuser erneut zu nominieren: »Er ist derjenige, der weiß, wie Landrat geht, er ist fleißig, ehrlich, einer, der Tuchfühlung mit den Bürgerinnen und Bürgern unseres Landkreises schätzt.« Vor allem aber schaffe er Vertrauen in politisches Handeln bei den Menschen draußen, in der eigenen Partei, beim politischen Gegner sowie in den verschiedenen Verwaltungsebenen.

Der zweitgrößte Landkreis Bayerns stelle hohe Anforderungen an die Kommunalpolitik in den Bereichen Bildung und Infrastruktur. »Die Arbeit ist das zentrale Element der sozialen Absicherung für unsere Landkreisbürger«, stellte Konhäuser heraus, die heimischen Betriebe brauchen eine gut ausgebaute Infrastruktur und eine qualifizierte Ausbildung.

2012 haben der Landkreis 2,9 Millionen und die Gemeinden 2,3 Millionen Euro für Schülerbeförderung ausgegeben. Statt eines »Busfahrbeförderungsprogramms« sollte es aber lieber regionale Schulmodelle mit längerem gemeinsamem Unterricht am Ort geben. Wichtig seien der Ausbau der Schulsozialarbeit und die Einrichtung staatlich finanzierter Ganztagesschulen anstelle von Nachmittagsbetreuung, die die kommunalen Haushalte belasten: »Hier muss das Konnexitätsprinzip greifen.«

Er lobte das neue Bildungszentrum für Gesundheitsberufe im alten AKG. Er werde sich weiter für die Sanierung des Heidenhain-Gymnasiums, der Realschule Trostberg und den Neubau der Turnhalle für das AKG einsetzen, sagte er. Mit dem Status Traunsteins als Oberzentrum wäre jetzt auch die Ansiedlung einer Staatlichen Hochschule möglich.

Eine immer größer werdende Herausforderung stelle der Bereich Kinder, Jugend und Familie dar, allein der Jugendhilfeetat stieg seit den 90er Jahren von etwa 5 Millionen auf 14 Millionen Euro pro Jahr. »Damit uns nicht die Kosten davonlaufen, ist eine verstärkte Prävention unverzichtbar«.

Er warnte vor Niedriglöhnen und warb für einen flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn – nicht zuletzt wegen der Altersarmut. All dies müsse der Landkreis mit seinen Sozialleistungen auffangen. Angesichts der Defizite in den Landkreiskliniken warb er für das Konsolidierungskonzept des Aufsichtsrats, allerdings unter der Maßgabe, dass es mit der SPD keine betriebsbedingten Kündigungen bei den 3679 Arbeitnehmern geben werde.

Wohnbau-GmbH muss im Gemeinwohl bleiben

Konhäuser sprach über Hausärztemangel, die Betreuung von Schwerstkranken und Sterbenden, den Erhalt der drei landkreiseigenen Altenheime und den Ausbau der Kurzzeitpflege. Ein Beitrag zu bezahlbaren Mietwohnungen sei der Erhalt der landkreiseigenen Wohnbau-GmbH mit ihren 372 Wohnungen im Gemeinwohl. Bestrebungen der anderen Parteien, diese einer kurzfristigen Schuldentilgung zu opfern, waren zuletzt am vehementen Widerstand der SPD gescheitert.

Zur Energiewende sagte er, die Ziele des Landkreises Traunstein zum Ausbau der erneuerbaren Energiequellen seien ambitioniert, müssten aber für den Normalbürger bezahlbar bleiben.

Der Tourismus sei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor angesichts von 4,1 Millionen Übernachtungen, 5,7 Millionen Tagesreisenden, 10 000 Arbeitsplätzen und einem Umsatz von 500 Millionen Euro. Viele Kleinvermieter hätten aber aufgegeben – die übrigen bräuchten ein Mitspracherecht im Chiemgau Tourismusverband. Der Landkreis habe mit der Finanzierung des Tourismusverbands den negativen Trend bei den Übernachtungszahlen ins Positive gewendet. Wichtig sei es, beiderseits des Chiemseeufers gemeinsam Tourismus zu organisieren. Weiter forderte Konhäuser ein bürgerfreundlicheres Abfallwirtschaftskonzept (Holsystem bei Wertstoffen), einen Hochwasserschutz, der die Belange der Natur stärker berücksichtigt (Retentionsflächen), eine vernünftige Haushaltspolitik (Kreisumlage senken), die bessere Unterstützung der Kommunen beim Breitbandausbau sowie den Erhalt der Kulturvielfalt.

Entschieden warnte er davor, Belange des Naturschutzes gegen die Verbesserung von Infrastruktur auszuspielen. »Wir müssen gemeinsam dafür arbeiten, dass unser Landkreis weiterhin erfolgreich und lebenswert bleibt. Denn Natur und Schönheit allein nutzen nichts, wenn Bildung, Infrastruktur und Arbeitsplätze vernachlässigt werden.«