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Den Chiemgau erhalten

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Traunreut. Bei einer Wahlveranstaltung im Gasthaus Springer in Traunwalchen stellte die Landtagsabgeordnete Gisela Sengl von Bündnis 90/Die Grünen das Thema Ernährung in den Mittelpunkt.


Zahl der Bauern deutlich geschrumpft

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Sie ging dabei auf die Vorteile regionaler Bioprodukte ein. Außerdem stellten sich die Stadtratskandidaten und der Bürgermeisterkandidat Martin Czepan vor. Dieser ging vor allem auf die Themen Zersiedelung der Landschaft und die Verkehrsentwicklung ein. Jede neue Siedlung im Außenbereich erhöhe das Verkehrsaufkommen, über das sich die Bürger an zentralen Straßen zu Recht beschwerten, betonte er in seiner Rede.

Die agrarpolitische Sprecherin Gisela Sengl knüpfte an dem Punkt Zersiedelung an und hob hervor, dass die landwirtschaftliche Fläche im Chiemgau immer mehr Wohn- und Gewerbegebieten weichen müsse.

Hierdurch würden nicht nur die Landwirte ihre Existenzgrundlage verlieren, sondern auch Handwerksbetriebe und kleine Läden. So sei in Sondermoning die Zahl der Bauern von 23 auf 3 geschrumpft, gab sie an.

Auch die gewachsene Kulturlandschaft im Chiemgau ändere sich durch diesen Wandel. Immer mehr Orte würden zusammenwachsen und zusammenhängende Naturflächen zerschneiden. Chancen, diesen Trend zu stoppen, sieht die Abgeordnete in einer Neuausrichtung der Agrarpolitik und der immer größeren Nachfrage nach Bioprodukten.

In der anschließenden Diskussion wurden Ansätze besprochen, welche Möglichkeiten es für eine Stärkung der heimischen Landwirtschaft gebe.

Abwärme der Geothermie nutzen

Martin Czepan wollte von dem Agrarfachmann Hans Dandl wissen, ob es nicht möglich sei, mit der Abwärme der Geothermie in Traunreut Gewächshäuser zu betreiben, in denen Biogemüse angebaut würde. Laut Dandl sei dies durchaus möglich, wenn bestimmte Regeln wie eine regelmäßige Fruchtfolge und eine biologische Schädlingsbekämpfung beachtet würden.