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Demonstration für den Frieden und gegen das Vergessen

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Die Mitglieder von über 40 Krieger- und Soldatenkameradschaften aus dem Chiem- und Rupertigau beteiligten sich an der Friedenswallfahrt. (Fotos: Krammer)
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Die Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf marschierte vorneweg zum Freialtar. Die Musikanten übernahmen auch die musikalische Gestaltung der Messe.
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Pfarrer Michael Mannhardt und Guardian Bruder Franz zelebrierten die Messe unterhalb der Wallfahrtskirche.

Siegsdorf – Zum 70. Mal nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges haben sich die Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigau zur Friedenswallfahrt in Maria Eck getroffen.


Traditionsgemäß begann die Wallfahrt mit einer kurzen Gedenkfeier am Siegsdorfer Kriegerdenkmal, bei der Gauvorsitzender Michael Bernauer im Gedenken aller Gefallenen, Vermissten und verstorbenen Mitglieder, der Toten der Bundeswehr in Auslandseinsätzen und aller Opfer von Terror und Gewalt einen Kranz niederlegte. Betend zogen dann die Wallfahrer mit mehr als 40 Vereinsfahnen von Siegsdorf den Weg hinauf nach Maria Eck, angeführt von der Gauvorstandschaft und der KSK Haslach, die heuer die Wallfahrt organisiert und ausgerichtet hatte.

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Nach der verdienten Einkehr im Klostergasthof versammelten sich die Wallfahrer unterhalb der Wallfahrtskirche und zogen, angeführt von der Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf, vor den Freialtar, wo sie Bruder Franz, der Guardian des Klosters, im Namen der »Maria Ecker Friedenskönigin« willkommen hieß.

Pfarrer Michael Mannhardt aus Hausham, der vor zehn Jahren in seiner Heimat Haslach Primiz gefeiert hatte, freute sich über die Bereitschaft so vieler gläubiger Wallfahrer, gemeinsam ein Zeichen für den Frieden zu setzen. »Diese Friedenswallfahrt ist kein alter Zopf. 70 Jahre Frieden in der Heimat sind keine Selbstverständlichkeit.« In seiner Predigt interpretierte Pfarrer Mannhard das Evangelium verständlich und nachvollziehbar in das heutige Leben der Christen und verdeutlichte: »Glauben heißt auf Gott vertrauen – das gibt im Leben Halt und Geborgenheit.«

Vorstand Georg Jobst mit der Lesung und Simon Schreiber mit tief gehenden Fürbitten trugen ebenso zur feierlichen Stimmung der Messe bei, wie die Musikkapelle Holzhausen-Vachendorf, die einfühlsam mit Liedern untermalte.

Traunsteins Oberbürgermeister Christian Kegel nutzte die Wallfahrt, um den KSK-Mitgliedern für ihre »Demonstration« zu danken. »Eure Wallfahrt für den Frieden ist so wichtig wie eh und je, denn die Dankbarkeit für das 'Geschenk Frieden' bleibt eine dauerhafte Aufgabe. Und der Blick zurück hilft uns auf dem Weg in eine erfolgreiche Zukunft. Dem schloss sich die stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber an; sie dankte ebenfalls »für 70 Jahre Tradition mit Wert« und das Gebet für den Frieden.

Mit einem berührenden Gedicht, in dem Wind, Sterne, Sonne und Mond den Millionen Toten auf den Schlachtfeldern der Weltkriege die Grüße aus der Heimat übermitteln, lobte Jörg Raab als Bezirks-Geschäftsführer des Volksbundes Kriegsgräber die Krieger- und Soldatenkameradschaften für die Unterstützung seiner Arbeit. Anschließend erinnerte Gauvorstand Michael Bernauer an alle verstorbenen Mitglieder seit der letzten Wallfahrt. Er erwähnte auch besonders die gefallenen Bundeswehrsoldaten und alle Flüchtlinge, die auf der Flucht vor Krieg und Gewalt ihr Leben lassen mussten.

Zu den Klängen der Bayernhymne endete die Friedens-Wallfahrt, die trotz drohender Wolken bis zuletzt von Regenschauern verschont blieb. FK