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»Demokratie läuft hier zur Höchstform auf«

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Wonneberg. Darin sind sich die führenden Köpfe der gemeinsamen Gruppierung Überparteiliche Wählergemeinschaft Wonneberg/Die Grünen einig: Sie freuen sich auf einen spannenden Wahlkampf. Bei ihrer Informationsversammlung im Gasthaus Gruber in Weibhausen legten Bürgermeisterkandidat Alexander Reinmiedl und Gemeinderat Peter Wolff ihre Vorstellungen von einer zukunftsweisenden Kommunalpolitik dar. Demokratie und Transparenz stehen dabei über allem, gesetzt wird auf intensives Mitmachen der Bürger.


»Demokratie muss gelebt werden«

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Reinmiedl, in der vorletzten Periode bereits Mitglied des Gemeinderats, freue sich als »leidenschaftlicher Demokrat« über das große kommunalpolitische Interesse, das jetzt zur Gründung einer dritten Liste geführt habe – »obwohl die uns Stimmen kosten wird«. Dass sich auf den drei Listen viele junge Menschen fänden, die bisher mit Politik nichts zu tun hatten, begrüße er ausdrücklich: »Gerade auch in einer kleinen Gemeinde muss Demokratie gelebt werden, und die läuft hier in Wonneberg derzeit zur Höchstform auf.« Dies sei für die Eigenständigkeit einer Gemeinde von Bedeutung.

Demokratie lebe vom Mitmachen. Er wolle all denen, die seinen Mitbewerber nicht wählen wollten, »eine Alternative und Heimat« bieten: »Wonneberg hat zwei Kandidaten verdient«. Sollte er Bürgermeister werden, wolle er die Rahmenbedingungen in der Kommunalpolitik »anständig organisieren«. Gemeinderäte sollten sich in ihrer Rolle wohlfühlen: Jedem solle zugehört, alle Beiträge sollten ernst genommen werden.

Neben dieser »Demokratie nach innen« geht es um die »Demokratie nach außen«: Auch jeder Bürger solle mitgestalten können. Die Gemeinde habe dafür zu sorgen, dass schon im Vorfeld die Informationen zu den Bürgern kommen – in Form zusätzlicher Bürgersprechstunden, Veröffentlichungen, Arbeitskreise und Agenda 21. Dies sei besonders wichtig bei Themen wie einer familienfreundlichen Gemeinde, der Seenreinhaltung oder der Ausweisung von Wohn- oder Gewerbegebieten: »Eine starke Demokratie mit viel Transparenz und einem frischen neuen Gemeinderat, das geht nur mit einer starken ÜWW-Grünen-Liste«.

Auch Wolff sprach von »Aufbruchsstimmung« in der Gemeinde, die man nutzen solle, um das Engagement der Bürger zu fördern, das »das größte Kapital einer Gemeinde« sei. Wolff meinte, Gemeinderäte dürften die Tagesordnung nicht nur in Stichpunkten erfahren und die Fakten erst bei der Sitzung auf dem Tisch haben. Dazu gehörten auch Schulungen der sicher vielen neuen Gemeinderäte. Auch sei ein geräumigerer Sitzungssaal mit moderner Ausstattung und ein größeres Büro im Gemeindehaus nötig, das wieder mehr Funktionen erhalten solle.

Bürger sollen sich von selbst einbringen

Die Bürger um ihre Meinung bitten wollten ÜWW/Die Grünen mit Umfragen und Versammlungen. In dem Zusammenhang appellierte Wolff aber auch an die Bürger, sich selbst einzubringen, und nicht immer erst dann, wenn sie selbst betroffen sind. Wichtig ÜWW/Grünen regionales Wirtschaften. Die Idee eines Dorfladens, die mangels Interesse der Bürger – nur zehn Prozent haben den Fragebogen zurückgeschickt – zurückgestellt worden war, solle nicht vergessen werden. Gerade so ein Dorfladen sei wichtig für regionale Erzeuger.

Der Erhalt der beiden Schulhäuser sei wichtig; auch sollte möglichst bald eine Mittagsbetreuung geboten werden. Mehr Verkehrssicherheit, der Anschluss von St. Leonhard an den Busverkehr, die Unterstützung der Vereine, möglicherweise ein neuer Bauhof mit Mehrfachnutzung, Erlebniswege für Radfahrer auf nicht geteerten Straßen und nicht zuletzt eine Nahwärmeversorgung für St. Leonhard: Das sind einige der konkreten Vorstellungen. In vielen Bereichen sei die Zusammenarbeit über Gemeindegrenzen hinaus dringend geboten. So könne man auch das eine oder andere Förderprogramm in Anspruch nehmen.

Die Liste der Kandidaten von ÜWW und Grünen sei so gut wie voll. Wenn aber jemand noch Interesse habe, sei er willkommen. ÜWW-Vorsitzender Josef Eder betonte, dass durchaus noch die Möglichkeit bestehe, sich oder Ideen einzubringen. Den Bürgermeisterkandidaten lobte er: »Reinmiedl ist mit Sicherheit jemand, der Bürgermeister kann.« Gemeinderat Franz Kastenhofer, einst selbst Bürgermeisterkandidat der ÜWW, schilderte die Stationen der Kommunalpolitik in Wonneberg seit dem Krieg. Daraus ging hervor, dass es auch früher schon sehr spannende Wahlen und sehr knappe Entscheidungen um den Bürgermeister-Posten gegeben hat. he