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Dekan Huber übernimmt Vorsitz kommissarisch

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Die Mitglieder des neuen Kuratoriums des Caritas-Zentrums Traunstein (von links): Rosi Auer, Walter Gründobler, Max Rauecker (2. Vorsitzender), Dekan Hans Huber (kommissarischer 1. Vorsitzender), Diakon Josef Eixenberger (bisheriger 1. Vorsitzender), Franz Burghartswieser (Caritas-Kreisgeschäftsführer) und Irmengard Jahner. Nicht mit auf dem Bild ist Horst Trüdinger. (Foto: Volk)

Traunstein – Im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Caritas im Landkreis Traunstein stand die Neuwahl des Kuratoriums, das als Mitgliedervertretung tätig ist. Diakon Josef Eixenberger, der 16 Jahre 1. Vorsitzender des Kuratoriums war, stellte sich nicht wieder zur Wahl. Seine Nachfolge übernahm kommissarisch Landkreis-Dekan Hans Huber aus Seeon. Da kein Kandidat für das Amt zur Verfügung stand, erklärte sich Huber bereit, die Aufgaben des 1. Vorsitzenden für ein Jahr, bis zur nächsten Mitgliederversammlung zu übernehmen.


Als Vorsitzender des Kuratoriums wählbar sind nur aktive Seelsorger, also Pfarrer, Diakone oder Gemeinde- und Pastoralreferenten. Wiedergewählt und in ihren Ämtern bestätigt wurden Max Rauecker aus Traunstein als 2. Vorsitzender, Horst Trüdinger (Traunstein), Irmengard Jahner (Palling), Walter Gründobler (Trostberg), Rosi Auer (Engelsberg) und Franz Burghartswieser, Geschäftsführer des Caritas-Zentrums Traunstein. Ihr Ehrenamt als Kuratoriumsmitglied niedergelegt hat Herta Simson aus Trostberg.

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Franz Burghartswieser würdigte die langjährige und engagierte Tätigkeit von Diakon Josef Eixenberger als 1. Vorsitzender des Caritaszentrums, bedankte sich für Eixenbergers Einsatz und überreichte Geschenke. Auch erinnerte Burghartswieser an das große Engagement von Herta Simson, die bei der Mitgliederversammlung nicht dabei sein konnte. Simson habe sich besonders um den Ambulanten Hospizdienst der Caritas verdient gemacht, seit den Anfängen im Jahr 1994 und 20 Jahre als Vorsitzende des Hospizbeirates. Dafür wurde sie sowohl von der Caritas als auch zuletzt von der Bayerischen Stiftung Hospiz mit dem »Stiftungspreis Ehrenamt« geehrt.

Burghartswieser berichtete, wie schwierig es gewesen sei, einen Kandidaten für die Nachfolge des 1. Vorsitzenden zu finden und dass trotz vieler Gespräche keiner der hauptamtlichen Seelsorger bereit war, für das Amt zu kandidieren. Dekan Hans Huber warb um Verständnis: In der aktuellen Situation seien viele Seelsorger hoch belastet, zudem werden immer neue und auch größere Strukturen, zum Beispiel bei den Pfarrverbänden, geschaffen. Dass sich niemand noch mehr Arbeit auflasten möchte, sei verständlich. Anderseits betonte Huber die Wichtigkeit der karitativen Arbeit der Katholischen Kirche und die Bedeutung, einen Vorsitzenden des Kuratoriums zu haben. Deshalb erklärte er sich bereit, für ein Jahr in die Bresche zu springen. Damit sei ein Jahr Zeit gewonnen, so Kreisgeschäftsführer Burghartswieser, um bis zur Mitgliederversammlung im nächsten Jahr einen aktiven Seelsorger für die Wahl zum Vorsitzenden zu gewinnen.

Ausführlich von Burghartswieser dargestellt wurden die wirtschaftliche Situation des Caritas-Zentrums und das Betriebsergebnis 2013. Den Aufwendungen von 7,14 Millionen Euro aus allen Diensten und Einrichtungen stand ein Erlös von 6,40 Millionen Euro gegenüber, wodurch sich ein Negativergebnis von 740 000 Euro ergab. Trotz dieses negativen Saldos sei man insgesamt auf einem guten Weg der Konsolidierung. 2011 betrug der Jahresfehlbetrag noch mehr als 900 000 Euro. Für dieses Jahr erwartet der Kreisgeschäftsführer ein Minusergebnis von deutlich unter 700 000 Euro. Eine gute und erfreuliche Entwicklung nehmen die Caritas-Sozialstation und der Ambulante Pflegedienst. 2,06 Millionen Euro Erlöse wurden eingenommen, die Ausgaben betrugen 2,25 Millionen Euro. Damit sei eine Refinanzierung von mehr als 91 Prozent erreicht, was Burghartswieser als einen erfreulich guten Wert bezeichnete. Auf die Frage aus der Mitgliederversammlung, wie die Verluste ausgeglichen werden, antwortete Burghartswieser, dass der Caritas-Diözesanverband und die Erzdiözese München und Freising Unterstützung leisten.

Sorgenvoll informierte der Geschäftsführer über die Ergebnisse der jährlichen Caritas-Haussammlungen. In den letzten Jahren sind die Spenden rückläufig. Im letzten Jahr wurden im Landkreis Traunstein 263 000 Euro gespendet. Daraus blieben rund 50 Prozent in den Pfarrgemeinden zur Förderung und Unterstützung der sozialen Arbeit vor Ort. Burghartswieser dankte der Mitgliederversammlung, insbesondere den ehrenamtlichen Caritas-Sammlern für die Unterstützung und bat darum, sich weiterhin für die Haussammlung einzusetzen und somit eine wichtige finanzielle Hilfe für das Caritas-Zentrum zu leisten.

Vorgestellt wurden die Planungen für den Neubau des Caritas-Seniorenheims St. Irmengard und des Caritas-Zentrums. Derzeit zieht die Kreisgeschäftsstelle an der Herzog-Wilhelm-Straße in freie Räume des benachbarten Seniorenheims um. Danach wird das Gebäude abgerissen. An selber Stelle, gegenüber dem Klinikum Traunstein und der Polizeiinspektion, soll im nächsten Jahr mit dem Bau des neuen Caritas-Zentrums begonnen werden. In dem Gebäudekomplex werden das Seniorenheim St. Irmengard, das Caritas-Zentrum mit allen Diensten und ebenso die Tagesstätte für psychisch kranke Menschen unter einem Dach vereint sein. pv