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Deiche an der Tiroler Achen werden verstärkt

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Umweltministerin Ulrike Scharf (von links) nahm in Anwesenheit von Landtagsabgeordneten Klaus Steiner, Landrat Siegfried Walch und Bürgermeister Andreas Scheck die Spezialmaschine »Mixed-in-Place« auf dem Achendamm in Betrieb. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Das Junihochwasser aus dem Jahr 2013 ist noch vielen Bürgern im Achental in schlimmer Erinnerung. Bayerns Umweltministerin Ulrike Scharf kam am gestrigen Freitag eigens aus München, um den symbolischen »ersten Spatenstich« für die geplanten Maßnahmen zur Sicherung der Tiroler Achen gegen erneute Hochwasserereignisse vorzunehmen.


»Der Hochwasserschutz in Bayern geht mit riesigen Schritten voran«, sagte die Ministerin im »Haus für Wasser und Musik« neben dem Achendamm in Marquartstein. Neben den Bürgermeistern der Achental-Gemeinden waren auch Landrat Siegfried Walch und der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner sowie Vertreter des Wasserwirtschaftsamts und der ausführenden Planungs- und Ingenieurfirma gekommen. Von den nun beginnenden Baumaßnahmen an der Tiroler Achen würden die Menschen in Marquartstein, Staudach-Egerndach, Grassau und Übersee profitieren, versprach die Ministerin.

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Insgesamt würden die 4,4 Kilometer langen Deiche mit Innendichtungen in Form von Spundwänden verstärkt. Es gibt drei Bauabschnitte, die fast fünf Millionen Euro kosten. Schon bisher wurden am Achendamm 2,6 Millionen Euro als Sofortmaßnahmen nach dem Hochwasser ausgegeben, als der Deich bei Almau und südlich der Autobahn gebrochen war. Bis 2020 werde Bayern insgesamt 3,4 Milliarden Euro für den Ausbau des Hochwasserschutzes einsetzen, so die Ministerin.

Sie betonte aber auch, dass es sicher nie einen hundertprozentigen Hochwasserschutz geben könne, sodass sich die einzelnen Bürger auch individuell gegen Hochwasserereignisse schützen und vorbereiten sollten. Der erste Bauabschnitt zur Verstärkung der Deiche an den Tiroler Achen zwischen Marquartstein und Staudach wird in einer Woche beginnen und rund sechs Wochen dauern, so der Leiter des Wasserwirtschaftsamts Traunstein, Walter Raith.

Landrat Siegfried Walch stellte die gute Zusammenarbeit zwischen Umweltministerium, Wasserwirtschaftsamt, dem Landkreis und den betroffenen Gemeinden heraus. Das Junihochwasser 2013 habe nicht nur die bekannten Schäden wie zwei Deichbrüche und die tagelange Sperrung der Autobahn gebracht, sondern auch »Defizite im vorhandenen Hochwasserschutz« aufgezeigt. Walch war dankbar, dass sozusagen »auf Zuruf« in Form einer telefonischen Abstimmung zwischen Wasserwirtschaft und Wasserrecht der Weg für rasches Handeln frei gemacht wurde und auch die Gelder vom Freistaat schnell zur Verfügung gestellt wurden.

Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck dankte auch im Namen seiner Kollegen. Heuer habe es schon zweimal Starkregen im Achental gegeben, der die Gemeinden vor schwierige Aufgaben gestellt hatte. Für Gewässer dritter Ordnung sind die Gemeinden selbst zuständig, was allerdings zunehmend zu einer Überforderung der Gemeinden führen könne, so Scheck. Daher sei man auch hier angewiesen und dankbar für eine Unterstützung des Wasserwirtschaftsamts.

Anschließend ging die kleine Festgesellschaft über die neue Fuß- und Radwegbrücke über die Tiroler Achen, wo Ministerin Ulrike Scharf zwar nicht tatsächlich den Spatenstich vornahm, sondern die von der Firma Bauer Spezialtiefbau entwickelte »Mixed-in-Place«-Maschine in Betrieb nahm. Durch die Verwendung der Dreifachschnecke, die tief in den Boden gedreht wird, können Dämme und Deiche stabilisiert und Bodenstrukturen homogenisiert werden. gi