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DAV Achental im neuen Zuhause

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Am Kletterturm konnten die Besucher ihre Trittfestigkeit, Kraft und Koordination testen. (Foto: DAV)

Marquartstein – Das Kellerdasein hat ein Ende, der Deutsche Alpenverein, Sektion Achental, hat ein neues Zuhause im ehemaligen Forstamt Marquartstein. Die neuen Räume wurden am »Tag der offenen Tür« der Öffentlichkeit vorgestellt.


»Es war mein Traum, hier das Büro einrichten zu können«, sagte Hermann Roth. Hier habe man das Gefühl, man betrete eine Oase, schwärmte der Sektionsvorsitzende. Er bezeichnete es als glückliche Fügung, dass der Heimat- und Geschichtsverein in Unterwössen ein neues Zuhause fand.

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Im Februar sei der DAV nun ins ehemalige Forstamt eingezogen. Endlich könnten alle Akten, Zeitschriften, Infomaterial und das übrige Material ordentlich und trocken gelagert werden. Er erinnerte an die Geschichte des 1823 erbauten ehemaligen Sitzes des Forstamtes. Zwei helle Räume, ein Büro und ein Versammlungsraum dienten künftig als Anlaufstelle für alle Interessierten, Mitglieder, für Besprechungen und Mitgliederverwaltung.

Wie Roth informierte, bezog die 1907 gegründete Sektion, die damals knapp 1000 Mitglieder zählte, 2005 ihre erste Geschäftsstelle in Grassau im Keller des ehemaligen Raiffeisenbank-Gebäudes. Vorher waren Archiv, Unterlagen, Mitgliederverwaltung in Privaträumen untergebracht. Es zeigte sich jedoch, dass die Geschäftsstelle in Grassau den Anforderungen nicht mehr entsprach. Für die mittlerweile auf 1760 Mitglieder angewachsene Sektion waren die Räume – auch wenn ein weiterer kleiner Raum nur als Archiv genutzt wurde – zu klein und wenig gastlich.

»Wir haben uns auch in Grassau wohlgefühlt«, betonte Roth, auch wenn die Kellerräume nicht ideal waren. Der Aufstieg aus dem Keller in Grassau hinauf auf den kleinen Hügel vor dem Marquartsteiner Rathaus, hinein in das repräsentative Forstamt, macht die Verantwortlichen der Sektion sehr glücklich. »Wir treten nicht nur ans Tageslicht, sondern nun auch ins Licht der Öffentlichkeit«, sagte er. »Auch thematisch passen wir sehr gut in dieses Gebäude«, betonte Roth und verwies auf die weiteren Bewohner, die Fachstelle Schutzwaldmanagement.

Der eigentliche Sitz der Sektion war zudem schon immer Marquartstein, und so kehrt der Verein auch räumlich an seinen Heimatsitz zurück. Das stattliche Haus mit dem einladenden Eingangsportal gehört dem Freistaat Bayern und wurde 2015 aufwändig renoviert. Beeindruckend sind die lichtdurchfluteten, hohen Räume. Jeder Blick durchs Fenster führt in die Natur zu den großen Laubbäumen.

Diesen Blick genießt auch Karin Lehnert, die als Schriftführerin und Geschäftsleiterin hier arbeiten wird. »Es ist schon eine ganz andere Atmosphäre«, schwärmt sie und ist sich sicher, dass »Homeoffice« nun viel seltener werden wird. Erschlossen ist das Gebäude durch eine Zufahrt vom großen Parkplatz aus, wie auch von einer Treppe direkt vom Ortszentrum an der Bundesstraße. Eine Beschilderung ist bereits angebracht. Auf dem gelben Wanderweghinweis direkt vor der Treppe wurde sogar die Wanderzeit zum Gebäude mit zwei Minuten angegeben.

Begeistert zeigten sich die vielen Interessierten am Eröffnungstag. Im Büro wurden viele Infomaterialien ausgegeben, im Versammlungsraum wurde in einem Lichtbildervortrag das Leistungsspektrum der Sektion gezeigt. Die Damen der Sektion verwöhnten die Gäste mit Kuchen. Ein Gewinnspiel wurde angeboten. Die Arbeit des Schutzwaldmanagements, des künftigen Nachbarn der Sektion, wurde eindrucksvoll mit zwei Wippmodellen dargestellt, die einen Lawinenabgang mit und ohne Schutzverbauung zeigten. Die besondere Attraktion an diesem warmen Sommertag war aber eindeutig der große Kletterturm. Kleine wie große Gäste nützten die Gelegenheit, einmal ihre Kletterkünste zu testen. tb