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Dauerwohnen im Ferienpark Vorauf

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Ein interessantes Ergebnis der Umfrage: Die Altersstruktur der Bewohner des Ferienparks Voraufs entspricht der durchschnittlichen Altersstruktur der Gemeinde Siegsdorf. (Foto: Wegscheider)

Siegsdorf. Die Gemeinde Siegsdorf hat den Eigentümern des Ferienparks Vorauf einen Fragebogen zugeschickt – in erster Linie um herauszufinden, wer Interesse am Dauerwohnen hat. 399 der 676 verschickten Fragebögen kamen zurück. Die wesentlichen Ergebnisse stellte Siegsdorfs Bürgermeister Thomas Kamm in der jüngsten Gemeinderatssitzung noch einmal vor.


Von den befragten Eigentümern nutzen 80 Prozent ihre Immobilie privat, lediglich 20 Prozent der Eigentümer nutzen ihre Immobilie gewerblich-touristisch. Ein Dauerwohnen im Ferienpark Vorauf lehnen 21,1 Prozent der Befragten prinzipiell ab. Eine Dauerwohnmöglichkeit, auch mit entsprechenden baulichen Maßnahmen, befürworten 35,3 Prozent. Eine Dauerwohnmöglichkeit, die an Bedingungen baulicher Maßnahmen geknüpft ist, lehnen 32,6 Prozent der Befragten ab.

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60 Prozent brauchen keine breitere Straße

Hier sind die Ergebnisse jedoch stark abhängig vom jeweiligen Haustyp. Beim Haustyp »Garmisch« (bessere Ausstattung) befürworten 62 Prozent eine Dauerwohnmöglichkeit und nur elf Prozent lehnen dies grundsätzlich ab. Bei den Appartements befürworten lediglich 17 Prozent die Dauerwohnmöglichkeit, 33 Prozent sprechen sich dagegen für eine generelle Ablehnung aus. Eine wichtige Information für die Gemeinde war, dass rund 60 Prozent eine Verbreiterung der jetzigen Straßen nicht für notwendig halten.

Interessant war auch, dass die Altersstruktur der Eigentümer beziehungsweise der Bewohner von Vorauf der durchschnittlichen Altersstruktur der Gemeinde Siegsdorf entspricht. In der Altersspanne zwischen 18 und 25 Jahren ist die Anzahl der Nutzer beziehungsweise Bewohner sogar größer als im Durchschnitt der gesamten Gemeinde. Ein Altersüberhang ist nur bei den aktuell gemeldeten Dauerbewohnern im Ferienpark Vorauf erkennbar.

Die Hauptgründe der Gäste beziehungsweise Bewohner für eine Nutzung des Ferienparks Vorauf liegen in erster Linie bei Natur und Ruhe im Ferienpark. Wichtig ist somit für die Bewohner, sich vom Alltagsstress zu erholen, auch wenn es durchaus Verbesserungsmöglichkeiten gibt. Defizite im Angebot des Ferienparks Vorauf liegen vor allem bei der Gastronomie (26 Prozent), dem Schwimmbad (15 Prozent) und dem Dorfladen (11 Prozent). Als eine wichtige Aussage für einen potenziellen Investor im Zentralbereich kann gewertet werden, dass 70 Prozent ein entsprechendes Wellness-Angebot nutzen würden.

19 Prozent der Befragten würden sich sogar finanziell an entsprechenden Investitionen beteiligen. Mehr als 50 Prozent der Eigentümer sind schon über 25 Jahre im Ferienpark Vorauf ansässig, davon sind 23 Prozent Erstbesitzer – beim Haustyp »Garmisch« liegt die Quote der Erstbesitzer sogar bei 47 Prozent. Von den Eigentümern wollen etwa zwei Drittel ihre Immobilie behalten.

Laut Kamm hat die Befragung zwar viel Arbeit gemacht, doch sie hat sich in jedem Fall ausgezahlt, um weitere Schritte einzuleiten. Eine generelle Klärung und Festlegung, inwieweit sich die Gemeinde Siegsdorf unter bestimmten Bedingungen ein Dauerwohnen in Vorauf vorstellen kann, soll mit einem entsprechenden Grundsatzbeschluss festgelegt werden. Dieser Schritt soll noch in dieser Legislaturperiode erfolgen. Im Anschluss daran müsste eine baurechtliche Prüfung und Ausformulierung der entsprechenden Rahmenbedingungen erfolgen. Die Umsetzung und Ausführung von eventuell neuen Festsetzungen im Bebauungsplan soll dann durch den neuen Gemeinderat ab Mai 2014 erfolgen.

Mit der fortschreitenden Diskussion über eine mögliche Bewerbung von München für die Olympischen Winterspiele 2022 kam auch das Feriendorf Vorauf – wie 1992 bereits vorgesehen – als Olympisches Dorf wieder in die engere Auswahl. Doch zwischenzeitlich ist der Standort hinfällig, weil bei einer Eigentümerbefragung nur fünf Eigentümer ein Interesse bekundeten. Dies wurde den Verantwortlichen Olympiaplanern auch bereits mitgeteilt. hw

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