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DASSU hat die Altlasten komplett abgetragen

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Unterwössen. Der Flugbetrieb der Deutschen Alpensegelflugschule Unterwössen (DASSU) hat im letzten Jahr sehr unter dem Wetter gelitten. Zudem beklagte man nach unfallfreien Jahren gleich zwei Flugunfälle. Bezüglich der Finanzen hatte das Jahr mühsame Arbeit gebracht: Es machte viel Mühe, die Rechtsauffassung des Gerichts im Steuerstrafverfahren gegen den damaligen Vorstand auch beim Finanzamt und der Rentenversicherung durchzusetzen. Das berichtete Vorsitzender Rüdiger Ettelbrück in der Jahreshauptversammlung.


Schon vor diesem Geschäftsjahr war das Steuerstrafverfahren gegen den ehemaligen Vorstand der DASSU mit einem Freispruch erfolgreich ausgegangen. Das Gericht hatte die Auffassung vertreten, dass die DASSU ihre Gastfluglehrer zu Recht als Selbstständige vergütet hatte. Die Auffassung der Rentenversicherungen und des Finanzamtes, dass Lohnsteuer und Rentenversicherungsbeiträge für Gastfluglehrer von der DASSU abzuführen seien, ließ sich damit nicht mehr halten (wir berichteten). Trotzdem habe es harte und akribische Arbeit von Joseph Weiss verlangt, bis jetzt die Rentenversicherung ihre Forderung auf ungefähr ein Drittel der ursprünglich angesetzten Beträge reduzierte, einen immerhin noch niedrigen, fünfstelligen Betrag.

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Mit dem Finanzamt sind die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen, weil sich der Verein unabhängig vom eigentlichen Sachverhalt zwischenzeitlich auch auf eine Verjährung der Steuerforderungen beruft. Dennoch habe man zunächst einmal die geforderten Beträge bezahlt, um zum einen nicht später mit Säumniszuschlägen belastet zu werden, zum anderen, um später gegebenenfalls eine Überzahlung erstattet zu bekommen. Das bedeute auch deshalb einen Neuanfang auf solider Basis, weil man im letzten Jahr die letzten Verbindlichkeiten abgegolten habe. Der Verein ist jetzt schuldenfrei.

Wetter ließ die Flieger die ganze Saison im Stich

Buchungstechnisch habe das zwar noch einmal Verluste in der Bilanz gebracht, auch wenn das Jahr 2012 für sich gesehen, geschäftlich positiv gelaufen sei. Grund für einen schwierigen Geschäftsverlauf war das Wetter, das die Flieger »während der gesamten Saison im Stich gelassen hat«, so Ettelbrück. Das bedeutete 16 Prozent weniger Windenstarts und 13 Prozent weniger Flugzeugschlepps gegenüber 2011. Positiv vermerkte er, dass die zwei Streckenfluglehrgänge ausgebucht waren.

Zwei Flugunfälle waren zu beklagen. Für einen erfahrenen Gastpiloten ging es tödlich aus, als er in turbulenter Wetterlage die Windverhältnisse unterschätzte. Weit glimpflicher ging da der Flugunfall eines Fluganfängers aus, der sich im Bereich des Balsbergrückens mit seinem Gerät in die Baumwipfel hängte. Das Fazit: der Flugschüler unverletzt, sein Flugzeug Totalschaden (wir berichteten).

Mit einer, aus wirtschaftlichen Gründen, geringfügig verringerten Mannschaft geht der Verein in das neue Jahr. Mit den Sanierungsarbeiten am Starthaus und am Fluglehrerzimmer wolle man heuer vorankommen. Der Kauf eines zweiten Segelflugzeuges ASK  23 ist ebenfalls geplant. Die zuletzt 2011 erhöhten Preise sollen stabil bleiben. Erhöhungen befürchtet Ettelbrück allerdings im Motorflug und Motorschlepp, wenn die Kraftstoffpreise steigen.

Bürgermeister Hans Haslreiter dankte, dass die DASSU engagiert die Saison gemeistert habe. Seitens der Gemeinde sagte er zu, dass diese den Verein auch weiterhin unterstützen werde. lukk