Das Wissen ums »Gartln« weitergeben

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Thea Götzinger – hier am Eingang zu ihrem Bauerngarten – ist derzeit Vorsitzende des Netzwerks der Gartenbäuerinnen. (Foto: Konnert)

Gemüse aus dem eigenen Garten ist gesund und schmackhaft. Blumen im eigenen Garten erfreuen alle Sinne. Der Hausgarten erfreut sich zunehmender Beliebtheit, der Wunsch nach selbstproduzierten Lebensmitteln steigt, viele Menschen wollen vor ihrer Haustür aktiv zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen. Damit es im eigenen Garten wächst und gedeiht, ist einiges zu tun. Das »Gartln« will gelernt sein, so einfach wie es vielleicht scheint, ist es nämlich nicht. Bei den Gartenbäuerinnen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land ist man da an der richtigen Adresse; sie sind durch spezielle Kurse am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten qualifiziert, das Wissen rund um die Natur und den Garten weiterzugeben durch Vorträge, Führungen und Kurse.


Ein gemeinsames Jahresprogramm informiert über die angebotenen Aktivitäten, die Durchführung obliegt jeder Gartenbäuerin selbst. Das Netzwerk der Gartenbäuerinnen umfasst derzeit rund 50 Mitglieder, davon sind etwa 20 aktiv und bieten Gartenführungen, Kräuterführungen, Vorträge und Workshops sowie Angebote für Kinder an. In dem einem oder anderen Hofladen gibt es auch hausgemachte Schmankerl. Rezepte und weitere Infos rund um Natur und Garten werden gleich mitgeliefert.

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Derzeit ist Thea Götzinger aus Teisendorf die Vorsitzende des Netzwerks. Bei einem Besuch auf dem Götzingerhof erzählt sie, dass die Gartenbäuerinnen ihre liebevoll und ideenreich gestalteten Gärten und Gartenprodukte in all ihrer Vielfalt zeigen und den Besuchern Anregungen für den eigenen Garten geben wollen. »Wir haben auch den einzigen Gartenbauer aus Bayern in unserem Verein«, sagt Thea Götzinger, »Hans Rehrl-Hagenauer aus Surheim.« Der gelernte Schreiner wohnt auf einer aufgelassenen Hofstelle mit großem Garten, den er liebevoll und gekonnt hegt und pflegt, gerne herzeigt und zum Erlebnis werden lässt.

Thea Götzinger bietet auf ihrem Hof Führungen durch ihren Bauerngarten und das Gewächshaus an. Noch sind die Pflanzen nicht allzu groß, aber bei einem Rundgang vorbei am Rosenpavillon, wo sich die ersten zarten Knospen öffnen, und den Staudenbeeten kann man erahnen, welche Blütenpracht sich in den nächsten Wochen und Monaten hier entfalten wird. Was man bereits jetzt bestaunen kann, ist ihre Hauswurzen-Sammlung, liebevoll arrangiert in alten Kübeln, Eimern, Sieben oder Steintrögen. Die Vielfalt in Größe, Farbe und Form ist verblüffend. Die große Leidenschaft von Thea Götzinger aber sind die Tomaten. Inzwischen zählen über 120 verschiedene Sorten zu ihrer Sammlung. Aus Platzgründen kann sie nicht in jedem Jahr alle aussäen und anpflanzen. In diesem Jahr sind es wieder etwa 50 Sorten, die Pflanzen sind noch klein, nur an den Blättern kann man bereits die Unterschiede erkennen. Später werden sie rote, schwarze oder gelbe Früchte tragen, dick oder klein, länglich oder rund sein, vielfältig eben.

»Ein großes Anliegen sind mir die verschiedensten Nisthilfen für Nützlinge im Hausgarten«, so die Gartenbäuerin aus Stötten. In ihrem Garten finden sich Insektenhotels, Igelhäuser, Beobachtungskästen für Wildbienen, Steinhaufen, »wilde Ecken« und Wasserbecken. Auch die Kinder werden nicht vergessen. Wie in Stötten auf dem Götzingerhof, bieten auch andere Gartenbäuerinnen ein lehr- und abwechslungsreiches Programm für Kinder an. »Die Liebe für die Natur muss bereits im Kindesalter geweckt werden«, ist Thea Götzinger überzeugt und spricht hier auch für ihre anderen Kolleginnen.

Corona hat im letzten Jahr auch bei den Gartenbäuerinnen in der Region die Aktivitäten zum Erliegen gebracht. Kontaktlose Gartenführungen, Bastelworkshops oder ein »Mutter/Kind-Gartenfrühstück«, um nur einiges zu nennen, waren online nicht möglich. Aufgrund der inzwischen niedrigen Inzidenzzahlen sind wieder Führungen ohne Test und Maske möglich und die Gartenbäuerinnen hoffen, dass es bald wieder losgehen kann mit dem »Fest der Rosen«, dem »Duftenden Garten«, dem »Kochen im Grünen mit dem 'Dutch Oven'« oder der »Mutter/Kind-Wanderung mit Bastelspaß«.

kon

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