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»Das Wasser wird deutlich teurer«

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Übersee – Bei der Verbandssitzung des WBV Übersee informierte Vorsteher Matthias Stöger, dass die Gebühren für Wasser teurer werden. Außerdem berichtete er, dass im vergangenen Jahr alle Reparatur- und Wartungsarbeiten durch das Personal des Wasserbeschaffungsverbands bewältigt werden konnten. Für die anstehende Sanierungsarbeit in der Feldwieser Straße im kommenden Jahr sei dies allerdings nicht möglich, betonte Stöger.


Er dankte dem langjährigen Mitarbeiter Nikolaus Maier, der krankheitsbedingt in den Vorruhestand gegangen ist. »Nikolaus Maier hat seinen Dienst im April 1987 im Wasserwerk angetreten und immer sehr gute Arbeit gemacht«, betonte Stöger.

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Zwei Grundstücke wurden gekauft

Im vergangenen Jahr seien zwei neue Mitglieder im Wasserbeschaffungsverband aufgenommen worden. Außerdem informierte der Vorsteher über zwei Grundstückskäufe in der Wasserschutzzone II, die über ein Darlehen mit einer Laufzeit von zehn Jahren finanziert wurden. Vorsteher Stöger kündigte bereits an, dass die anstehenden Sanierungsarbeiten der Feldwieser Straße und die notwendige Hochbehältersanierung ungeachtet des diesjährigen Gewinns von rund 70 000 Euro eine Anhebung des Wasserpreises notwendig machen werden. Hinzu kämen voraussichtlich – falls das Schutzgebiet Aumühle vom Landratsamt ausgewiesen wird – auch hohe Entschädigungsansprüche. Auf Nachfrage unserer Zeitung, sagte Geschäftsführer Winfried Hannappel: »Dieses Jahr bleiben die Gebühren noch gleich, doch im nächsten Jahr wird das Wasser deutlich teurer.«

Er informierte über die Anordnung des Landratsamts Traunstein, dass es in der Schutzzone II ein Düngeverbot gebe. Ein weiterer Schwerpunkt war die Stellungnahme des Verbands zu eingegangenen Einwendungen zur Schutzgebietsausweisung Aumühle.

Hannappel berichtete auch über die im vergangenen Jahr durchgeführten Arbeiten und einem extremen Rohrbruch im Bereich der Dorfstraße vor dem Kriegerdenkmal. Hier seien innerhalb einer Stunde in der Nacht rund 600 Kubikmeter Trinkwasser aus dem gebrochenen Rohr geflossen. In diesem Bereich sei die gesamte Asphaltdecke angehoben und unterspült worden.

»Einwandfreies Trinkwasser«

In seinem Rückblick ging Hannappel auf die Wassermengen im Jahr 2014 ein: Insgesamt 314 617 Kubikmeter Trinkwasser seien gefördert worden. Die Verluste hätten bei rund 25 000 Kubikmeter gelegen. »Alle gezogenen 42 Trinkwasserproben im Leitungsnetz und an unseren Brunnenstandorten bescheinigten einwandfreies Trinkwasser«, betonte er.

Der Geschäftsführer erklärte, dass der Stromverbrauch in den Betriebsstellen konstant geblieben sei, sich allerdings die Stromproduktion in der Wasserkraftanlage Aumühle durch das trockene Frühjahr auf 30 000 Kilowatt pro Stunde reduziert habe.

Beim Thema Ausweisung des Schutzgebiets Aumühle sieht Winfried Hannappel das Hauptproblem im Bauverbot im gesamten Schutzgebiet. Denn überall dort, wo der 2-Meter-Grundwasserflurabstand zur Gründungssohle nicht eingehalten werden kann, müsse der Verband bestehende Baurechte entschädigen. Außerdem kämen die privilegierten Bauvorhaben im Außenbereich hinzu. »Hier kann die Entschädigungshöhe derzeit überhaupt nicht abgeschätzt werden«, gab Hannappel zu bedenken.

Er informierte, dass in der Wasserschutzzone II zwei Grundstücke gekauft werden konnten: Ein landwirtschaftliches Grundstück mit 429 Quadratmeter und ein Baugrundstück mit 660 Quadratmeter. Mit einem weiteren Grundstücksbesitzer sei man derzeit in Verhandlung.

In der anschließenden Diskussion wollte ein Bürger wissen, wer die neu erworbenen Grundstücke bewirtschaften werde. Aufgrund der Grundstücksgröße gebe es hierzu noch keine Überlegungen, hieß es. Es werde versucht, aus der Nachbarschaft jemanden zu finden, der die Grundstücke nach den Vorstellungen des Verbands abmäht.

Gemeinde sollte sich mehr einsetzen

Ein Versammlungsteilnehmer wollte wissen, wie lange noch Wasser aus dem Bereich Aumühle gefördert werden dürfe. Die Antwort: Die wasserrechtliche Erlaubnis gilt bis zum 31. Dezember 2015. Es werde jedoch davon ausgegangen, dass das Landratsamt einer Verlängerung zustimmt.

»Wer ist für die Trinkwasserversorgung zuständig, wenn der Verband sich auflösen sollte?«, wollte ein Bürger wissen. Die öffentliche Wasserversorgung falle als Bestandteil der Daseinsvorsorge in kommunale Verantwortung und müsse somit von der Gemeinde Übersee beziehungsweise Grabenstätt erfüllt werden, hieß es. In diesem Zusammenhang wurde gefordert, dass die Gemeinde Übersee sich mehr für die Belange des WBV einsetzen sollte. fb