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Das Traunsteiner Tagblatt als Opfer

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Traunstein. Erst Anfang März haben wir in unserer Serie »Sicher im Internet« auf unseriöse Jobangebote hingewiesen, die Betrügerbanden meist über Spam-Mails verschicken. Dabei benutzen sie oftmals Namen und Adressen von tatsächlich existierenden Unternehmen. Nun wurde das Traunsteiner Tagblatt Opfer der Betrüger.


Unter den real existierenden E-Mail-Adressen der Redaktionen werden derzeit weltweit E-Mails mit Jobangeboten und Kontaktanzeigen verschickt. In manchen Fällen wurde sogar die Signatur gestohlen. Mit dem Zeitungsverlag Miller haben diese Angebote allerdings nichts zu tun. Auch die meist in den Nachrichten erwähnte E-Mail-Adresse, die – bis auf einen fehlenden Punkt – der Adresse eines seriösen Onlineportals zur Jobvermittlung gleicht, schafft Verwirrung.

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Erste Nachforschungen haben ergeben, dass der Versender der Mails wahrscheinlich in Indien sitzt und so Finanz- und Warenagenten anwirbt. Die Traunsteiner Kriminalpolizei hat mittlerweile ein Ermittlungsverfahren unter anderem wegen der Fälschung von beweiserheblichen Daten eingeleitet.

Kriminalhauptkommissar Christian Weiß, Leiter der Arbeitsgruppe Cybercrime bei der Traunsteiner Kripo, vermutet sogar, dass das Traunsteiner Tagblatt nicht zufällig ausgewählt worden ist. »Ich glaube, dass es sich hierbei gezielt um eine Art 'Racheakt' aufgrund der Serie, die auch im Internet zu lesen ist, handelt«, erklärt der Experte.

Zusammen mit Weiß veröffentlichen wir seit mehreren Monaten wichtige Hinweise zum Umgang mit dem Internet in einer eigenen Serie. Nachzulesen sind die Tipps auf unserer Internetseite unter www.traunsteiner-tagblatt.de unter der Rubrik Service.

»Bei so einem Vorfall sieht man erst, wie wichtig diese Serie ist. Wir werden auch weiterhin daran festhalten und in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei noch mehr Tipps zum Umgang mit dem Internet veröffentlichen«, erklärt Verleger Thomas Miller.

Da es sein kann, dass auch nach einer Änderung der E-Mail-Adressen des Verlags diese wiederum von Betrügern missbraucht werden, bleiben die existierenden Adressen bestehen. Empfänger sollten Nachrichten immer mit einem wachen Auge prüfen. E-Mails des Verlags sind immer mit dem vollen Namen der Mitarbeiter unterzeichnet. Außerdem sind die Mails der Betrüger meist voller Rechtschreibfehler, da sie im Ausland sitzen und der deutschen Sprache nicht immer mächtig sind. apo