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»Das Soziale bringt Sicherheit für unsere ganze Gesellschaft«

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Kamen am Festabend zusammen: Pfarrer Rainer Maier (Zweiter von rechts) und Diakon Michael Soergel (rechts) dankten Gerold Stiegler (links), einem der Gründungsväter der Diakonie im Achental, und dem Stiftungsvorsitzenden Hans-Jürgen Rippler für ihre unschätzbare ehrenamtliche Arbeit. (Foto: Giesen)

Marquartstein – Gleich doppelten Grund zum Feiern gab es für die evangelische Kirchengemeinde: Bei einem gelungenen Festabend im evangelischen Gemeindezentrum Marquartstein feierte sie nicht nur das 13. Stiftungsfest der Stiftung Diakonie im Achental, sondern zugleich das 25-jährige Bestehen der Diakonie im Achental.


Die Diakonie bietet für alte oder hilfebedürftige Menschen unter anderem mit vielen ehrenamtlichen Helfern Essen auf Rädern, Begleitung zum Arzt oder zu Behörden, Spaziergänge und andere notwendige Hilfeleistungen. Darüber hinaus engagiert sie sich für Flüchtlinge. Seit 2004 gibt es auch die, über die Diakonie organisierte, Achental-Tafel, über die ehrenamtlich rund 60 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt werden. Die Stiftung hat es sich überdies zur Aufgabe gemacht, die Kosten für die, von der Gemeinde zur Hälfte selbst zu finanzierende, Stelle des Dia-kons zu unterstützen.

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Beim Festabend berichtete der Stiftungsvorsitzende Hans-Jürgen Rippler, dass das Grundstockvermögen der Stiftung Ende des Jahres 2015 rund 131 700 Euro betrug. Der Grundstock darf nicht angegriffen werden, aber dessen Erträge – 2020 Euro in 2015 – und weitere Projektspenden in Höhe von insgesamt 7550 Euro konnten für die Stiftungszwecke verwendet werden. Der Kirchengemeinde wurden 5000 Euro für die Finanzierung der halben Diakonenstelle zur Verfügung gestellt. Rippler wies außerdem auf die neu vorliegende Jubiläumsschrift mit dem Titel »25 Jahre aktive Diakonie im Achental« hin.

1990 hatte der damalige Pfarrer Winfried Züger kurz vor seinem Weggang die ersten Bausteine zur diakonischen Arbeit im Achental gelegt. Er berief eine Versammlung ein, um über einen gemeindlichen Sozialdienst zu beraten. Johannes Bär vom Diakonischen Werk in Traunstein erarbeitete ein Konzept und bald fanden sich rund 120 Spender und 20 ehrenamtliche Helfer zur Mitarbeit bereit.

Schon 1991 nahm der erste Zivildienstleistende seine Arbeit auf, 1995 wurde die zweite Zivistelle bewilligt. Insgesamt arbeiteten 35 Zivis in der evangelischen Gemeinde, bis sie vor fünfeinhalb Jahren von den »Bufdis«, den Helfern des Bundesfreiwilligendiensts, abgelöst wurden. Unter anderem liefern sie siebenmal die Woche ein warmes Mittagessen an bis zu 15 Senioren im Achental.

1997 ging die bis dahin ehrenamtliche Leitung der diakonischen Arbeit in professionelle Hände über: Diakonin Regina Reymann arbeitete ab 1997 zehn Jahre lang in der Jugend- und Seniorenarbeit der Gemeinde. Im Jahr 2006 zeichneten die Evangelische Landeskirche in Bayern und das Diakonische Werk Bayern das Marquartsteiner Modell als »diakonische Gemeinde Marquartstein« mit dem ersten Preis aus.

»Das Soziale bringt Sicherheit für die Seele, den Einzelnen, die Familien, unsere ganze Gesellschaft«, sagte Diakon Michael Soergel, stellvertretender Stiftungsvorsitzender und Organisator der diakonischen Arbeit, in seiner Ansprache. Die Stiftung stehe für Kontinuität, und 25 Jahre aktiver Dienst mache Mut, dass es so weitergehen könne. Er würdigte das enorme ehrenamtliche Engagement von Hans-Jürgen Rippler als »Ruhestandslebenswerk«, durch das im November 2003 die Stiftung Diakonie im Achental gegründet werden konnte und das er noch immer aufrecht erhält.

Von Anfang an mit dabei war der damalige Kirchenvorstand und Kirchenpfleger Gerold Stiegler. In einem spontanen Grußwort sagte er, dass er stolz sei, wie gut sich die Diakonie aus ihren ersten Anfängen heraus entwickelt habe.

Marquartsteins Bürgermeister Andreas Scheck gratulierte zum Jubiläum und überreichte im Namen der Gemeinde einen symbolischen Scheck von 500 Euro an Diakon Michael Soergel. Die Summe besteht zum größten Teil aus dem Geld, das die Gemeinderäte beim Ehrenamtsfest in ihrer Funktion als Servicekräfte erarbeitet hatten. Das Geld ist für das geplante, neue Elektroauto bestimmt, das die Diakonie für das Essen auf Rädern anschaffen möchte. Auch die zweite Bürgermeisterin von Grassau, Doris Noichl, überreichte ein Geldgeschenk von 250 Euro für die Diakonie.

Schwungvoll sorgte die Musikkapelle Marquartstein unter der Stabführung von Kapellmeister Konrad Müller für die musikalische Unterhaltung und stellte dabei ihr breites Repertoire unter Beweis. Überraschung war ein »Wunschkonzert«: Die Besucher durften sich aus zehn Musikstücken ihr Lieblingsstück auswählen, was sie noch mit einer Geldspende für die Diakonie verbinden konnten. Insgesamt gingen 255 Euro ein. Das am häufigsten gewünschte Stück war »Abba Gold«, gefolgt vom »Bayerischen Defiliermarsch«.

Bei einer bayerischen Brotzeit, die weitgehend von Geschäftsleuten aus dem Achental gespendet worden war, konnten die Besucher den Klängen der Musikkapelle lauschen. Zum Abschluss erzählte Diakon Michael Soergel eine »diakonische Geschichte«, eine Version der Legende des Heiligen Martin. gi