weather-image
20°

Das neue Stück heißt »Reise ins Glück?«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Beim Festabend zum zehnjährigen Bestehen gab es einen kleinen Ausschnitt des neuen Stücks »Reise ins Glück?« zu sehen. (Foto: Mix)

Traunstein. 18 Theaterbegeisterte trafen sich im Mai 2004 in Traunstein und gründeten den »Verein der Freunde des Theaters Du und Ich im Landkreis Traunstein«. Sie wollten die gemeinsame künstlerische Betätigung von Menschen mit und ohne Behinderung fördern und tun dies nun schon seit zehn Jahren mit großem Erfolg. Anlässlich des Jubiläums fanden in Traunstein ein Benefizkonzert und ein kleiner Festabend statt.


Karl-Heinz Basalyk, langjähriger erster und nun neben Christa Rinner zweiter Vorsitzender des Vereins, hielt beim Festabend eine Rückschau auf die Anfangszeit. Er hatte als damaliger Leiter im HPZ in Ruhpolding die Idee zur Gründung eines solchen Theaters gehabt und schnell Mitstreiter gefunden. Zusammen mit dem Steuerfachmann Christoph Vogel legte er das Fundament für den Erfolg des Vereins. In seinem Rückblick wurde deutlich, wie sich nicht nur die Theaterspieler mit der Zeit weiterentwickelten, sondern auch der Kreis der treuen Besucher immer größer wurde.

Anzeige

Regisseur und Stückeschreiber ist seit einigen Jahren Michael Felsenstein, der es nach den Worten des stellvertretenden Vorsitzenden immer wieder schafft, »die Schauspieler mit und ohne Behinderung gefühlvoll zu führen« und der ihnen die einzelnen Rollen oft passgenau auf den Leib schreibt. Mit den Stücken trifft er auch immer wieder den Nerv der Zeit und packt aktuelle Themen an. So passte das Stück »Linda«, in dem es um eine junge von radioaktiven Strahlen verseuchte Frau ging, 2008 zum beinah zeitgleich passierten Unglück in einem tschechischen Reaktor. Um die Konflikte zwischen verschiedenen Kulturen und das Thema Inklusion ging es beim letztjährigen Stück »Shirin«, das im Rahmen der oberbayerischen Kulturtage aufgeführt wurde. Dabei nahm auch eine Gruppe türkischer Frauen teil, die traditionelle Tänze aufführte und diese auch beim Festabend zum Zehnjährigen wiederholte. Und im neuen Stück »Reise ins Glück?« geht es um das Schicksal einer syrischen Flüchtlingsfamilie, die nach Deutschland kommt. Wie Karl-Heinz Basalyk ausführte, brennen die Darsteller schon immer darauf, wieder ein neues Stück einzustudieren und fragen schon zeitig nach: »Wann ist denn endlich wieder Theater?«

Beim Festabend verglich das zweite Ehrenmitglied Wolfgang Piepenbrink die Situation von Menschen mit Behinderung in den 1950er und 1960er Jahren mit heute. »Damals wäre so ein Theaterprojekt noch nicht möglich gewesen, aber der Umgang der Gesellschaft mit Menschen mit Behinderung hat sich seitdem Gott sei Dank erheblich gewandelt«, betonte er. Ein Grußwort sprach auch Karl Schulz, der neue Behindertenbeauftragte der Stadt Traunstein. Für ihn steht fest: »Jeder Mensch spielt eine Rolle, egal ob mit oder ohne Behinderung«, und das Theater gebe jedem die Möglichkeit, sich auszudrücken. In Traunstein sind nach seinen Worten Menschen mit Handicap ganz selbstverständlich mit dabei, gehörten einfach dazu.

Einige der Darsteller, die seit Jahren mit dabei sind, gaben beim Festabend eine kleine Kostprobe des neuen Stückes, das am 29. Juni Premiere hat, und führten zur Freude der Gäste einen Sketch auf.

Im Vorfeld der Jubiläumsfeier gab es in der evangelischen Auferstehungskirche ein Benefizkonzert, bei dem der Chor »Zeitlos« aus Siegsdorf meditative Texte, Lieder und Lebensweisheiten unter dem Motto »Vom Leben singen« zum Besten gab. mix