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»Das Netz ist kein rechtsfreier Raum«

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Dieser Post war auf Facebook zu lesen. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd betont, dass es sich bei der beschriebenen Vergewaltigung um eine Falschmeldung handelt. Gegen den Verfasser oder die Verfasserin will die Polizei vorgehen. (Foto: Reiter)

Von einer angeblich schweren Vergewaltigung in Mühldorf war am Dienstag auf Facebook zu lesen. Eine 17-Jährige soll von einem Asylbewerber so schwer misshandelt worden sein, dass eine Notoperation im Krankenhaus nötig wurde. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd betont, dass es sich dabei um eine Falschmeldung handelt.


»Solche und ähnliche Fälle haben wir immer wieder«, sagt Pressesprecher Stefan Sonntag. »Doch das Netz ist kein rechtsfreier Raum! Die Ermittlungen gegen den Verfasser oder die Verfasserin laufen.« Auf Facebook zu sehen ist das Bild einer Frau. »Doch das hat gar nichts zu bedeuten. Es kann sich auch um einen Mann handeln, der das geschrieben hat.« Außerdem sei es natürlich durchaus möglich, dass der Schreiber nicht aus der Region kommt. »Das müssen die Ermittlungen nun zeigen.«

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Einen ähnlichen Fall gab es vor ziemlich genau einem Jahr. Dabei ging es um eine angeblich schwere Vergewaltigung in der Bahnhofsunterführung in Traunstein (wir berichteten). »Wir haben Profis in unseren Reihen, der Verfasser konnte damals gefunden werden«, betont Stefan Sonntag. Allerdings seien die Ermittlungen eingestellt worden. »Im Stille-Post-Prinzip wurde ein Vorfall in Traunreut in der Silvesternacht zu einer schweren Vergewaltigung in Traunstein«, erklärt der Pressesprecher.

Wie es in dem aktuellen Fall aussieht, müssten die Nachforschungen der Beamten zeigen. »Wenn die Absicht des Verfassers böswillig war, dann handelt es sich um das Vortäuschen einer Straftat. Das übergeben wir natürlich an die Staatsanwaltschaft«, erklärt Stefan Sonntag. Er betont, dass die Polizei »sachlich und offensiv bei tatsächlichen Vorfällen« berichtet.

Wer vergleichbare Fälle im Netz findet, kann sich jederzeit an die Beamten des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd unter der Telefonnummer 08031/200-0 wenden. KR