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»Das nennt man Flucht«

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Traunstein. Die beiden Angeklagten, ein 75-jähriger Salzburger und sein 41-jähriger Sohn, kamen am Dienstag nicht zu ihrer eigenen Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Traunstein. Die Kammer mit Vorsitzendem Richter Dr. Jürgen Zenkel verwarf daraufhin die Berufung des Vaters auf dessen Kosten und kündigte einen Auslieferungshaftbefehl gegen den Sohn an.


Das Schöffengericht Laufen hatte die Männer wegen schweren Betrugs in zwei Fällen Mitte Februar 2014 zu jeweils drei Jahren Haft verurteilt. Dagegen waren die Angeklagten in Berufung gezogen. Die Staatsanwaltschaft legte ebenfalls Rechtsmittel ein, war ihr doch das Urteil zu milde.

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Der Verteidiger des 75-Jährigen, Rechtsanwalt Udo Krause, erklärte, sein Mandant sei vor Verhandlungsbeginn im Gerichtsgebäude gewesen und habe angekündigt, nochmals kurz zum Auto zu gehen. »Er kam nicht mehr«, so Krause. Die Reaktion von Dr. Jürgen Zenkel: »Das nennt man Flucht.« Das Gericht ordnete eine Wartezeit an, der Angeklagte könne sich ja in Traunstein verlaufen haben. Doch nach 25 Minuten war der 75-Jährige immer noch nicht im Gerichtssaal.

Staatsanwalt Dr. Simon Möbius beantragte, dessen Berufung zu verwerfen. Seine eigene Berufung nahm der Ankläger nicht zurück.

Dem 41-jährigen Sohn konnte die Ladung nicht zugestellt werden. Sie sei zurückgekommen, informierte der Kammervorsitzende. Laut Verteidiger Reinhard Roloff hatte der Mann aber Kenntnis von dem Termin. Wann die Verhandlung nun stattfindet, steht noch nicht fest. Der Termin hängt davon ab, wann er nach Erlass des Haftbefehls festgenommen und von den österreichischen Behörden ausgeliefert wird. kd