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Das Mittagessen für Kinder wird teurer

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Mittagszeit im Kindergarten am Klosterberg: Ab Januar müssen Eltern deutlich mehr für eine Portion Essen zahlen. Bislang waren es 2,50 Euro, ab dem neuen Jahr sind es 3,60 Euro. (Foto: Reiter)

Traunstein – Das Mittagessen für viele Traunsteiner Kinder wird teurer – in einigen städtischen Einrichtungen sogar deutlich. Die Stadt hatte die Leistung europaweit ausgeschrieben. Den Zuschlag hat der Malteser Hilfsdienst aus Traunstein bekommen. »Ein regionaler Anbieter«, wie Oberbürgermeister Christian Kegel betonte. Trotzdem waren nicht alle Stadträte mit der Lösung glücklich.


Konkret ging es in der Ausschreibung um die Mittagsverpflegung in der Krippe und im Kindergarten am Klosterberg, in der Kita Balthasar-Permoser in Kammer, an der Grundschule in Haslach, der Ludwig-Thoma-Grundschule und der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule. Nur für Letztere hatte es zwei Bewerber gegeben, die Festung in Traunstein und den Malteser Hilfsdienst. Dieser bekam aufgrund des günstigeren Preises den Zuschlag, hieß es vonseiten der Stadtverwaltung.

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»Wir waren sehr zufrieden«

Das fand Ulrike Hoernes (Traunsteiner Liste) schade. Die Konrektorin der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule betonte, dass die Schule sehr zufrieden gewesen sei mit der Festung. »Ich würde bitten, dass wir weiterhin von dort unsere 40 Essen bekommen. Für den Malteser Hilfsdienst dürfte das doch kein Problem sein, meinte sie.

Ähnlich sah das Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD). »Ich sage ja nicht, dass das Essen der Malteser schlecht ist. Aber wenn die Schule mit der Festung gute Erfahrung gemacht hat, dann sollte hier doch eine Einigung möglich sein.«

Oberbürgermeister Christian Kegel sagte, dass es verständlich sei, dass man etwas beibehalten wolle, wenn man zufrieden sei. Doch er halte den Vorschlag von Ulrike Hoernes und Traudl Wiesholler-Niederlöhner »für rechtlich äußerst bedenklich, denn wir würden ins Ausschreibungsverfahren eingreifen.«

Trotzdem stellte Ernst Haider (UW) den Antrag, dass nach Auftragsvergabe Gespräche mit dem Malteser Hilfsdienst geführt werden sollten. Wenn dieser bereit wäre, die Belieferung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule mit Mittagessen an einen anderen Anbieter abzugeben, dann sollte dies gemacht werden. Bei Stimmengleichheit von 12:12 wurde der Antrag abgelehnt.

Traudl Wiesholler-Niederlöhner wollte außerdem wissen, wie das mit dem Essen im Allgemeinen aussehe. »Die Kinder haben ja ein ganz unterschiedliches Alter. Krippenkinder wollen doch nicht das Gleiche essen wie Mittelschüler, zumindest kann ich mir das nicht vorstellen.«

Florian Langer, der Sachbearbeiter im Bereich Kinder, Jugend und Familie, sagte, dass in der Ausschreibung stehe, dass das Essen altersgerecht sein müsse. Wie das allerdings im Einzelfall aussehe, wisse er nicht.

Auf die Frage von Burgi Mörtl-Körner (Grüne) bestätigte Florian Langer, dass die Gerichte in Aluschalen geliefert werden. »Wir haben keine Möglichkeit, das auszuschließen, denn das ist eine vom Lebensmittelverband zugelassene Verpackung.«

Christa Fuchs (CSU) betonte, »dass wir froh sein sollten, eine Traunsteiner Firma bekommen zu haben«. Auch viele Eltern würden Fertigprodukte kaufen, die in Alu verpackt seien. »Das sind doch Probleme, die wir uns selbst machen.«

Der Stadtrat stimmte schließlich mit 15:9 Stimmen für die Vergabe der Leistung »Mittagsverpflegung in städtischen Einrichtungen mit Kinderbetreuung« an den Malteser Hilfsdienst Traunstein. Die neuen Preise wurden vom Stadtrat ohne Anmerkung zur Kenntnis genommen. So kostet ein Mittagessen ab 1. Januar 2016 in der Krippe und im Kindergarten am Klosterberg anstatt 2,50 3,60 Euro; in Kammer zahlen Eltern pro Portion dann zehn Cent mehr, also anstatt 3,50 3,60 Euro; in der Grundschule Haslach und der Ludwig-Thoma-Grundschule werden für ein Mittagessen 3,85 Euro (bislang 3,50 Euro) verlangt und an der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule bleibt der Preis gleich: 3,85 Cent pro Portion.

Alle Essen werden geliefert

Nach den Gründen gefragt, warum das Mittagessen in vielen Einrichtungen nun teurer wird, obwohl alle Essen vom Malteser Hilfsdienst geliefert werden, sagte dessen Dienststellenleiter Peter Volk: »Zum einen ist der Einkauf von Lebensmitteln teurer geworden, zum anderen zahlen wir deutlich über Mindestlohn. Die höheren Personalkosten müssen wir bei unseren Dienstleistungen selbstverständlich auch irgendwo berechnen.« Außerdem würden nun alle Essen geliefert, das sei vorher nicht in allen Einrichtungen der Fall gewesen. »Das sind alles Kosten, die miteingerechnet werden müssen.« KR

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