weather-image
25°

Das Leben auf der Alm – früher und heute

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Siegi Götze (von links) konnte für den Volksmusikabend Zitherspieler Rudi Ritter sowie die Sennerin Irmi Guggenbichler und ihren Ehemann Sepp von der Hefteralm gewinnen. (Foto: T. Eder)

»Der Kulturboden Alm, den man sich gegen Obrigkeit und Natur mühsam erkämpft hat, wird langsam zum touristischen Schleuderartikel«, kritisierte Siegi Götze. Er wehrte sich gegen den Ausverkauf der Almen, gegen Bus-Trips direkt vor die Almhütte. Immer wieder zitierte Götze aus alten Schriften, die das Leben auf der Alm vor über 200 Jahren beschreiben, und setzte diese romantischen Berichte dem tatsächlichen Leben gegenüber.


Auf die Hefteralm muss man noch wandern, erklärte Sennerin Irmi Guggenbichler. Manchmal wünsche sie sich, die Leute müssten etwas länger zu ihr gehen, dann wären sie besser zu haben und kämen schneller von ihrem Alltagsfrust weg. Doch immerhin seien »99 Prozent aller Wanderer zufrieden«. Sie könne nur Durst und Hunger stillen, den inneren Frieden müssten die Leute selbst finden, sagte sie. Irmi Guggenbichler verbrachte heuer ihren insgesamt 23.   Almsommer auf der Hefteralm bei Grassau.

Anzeige

Sepp Guggenbichler, der gemeinsam mit seiner Frau die Alm der Zuchtgenossenschaft bewirtschaftet, berichtete, dass 70   Stück Vieh auf der Alm sind, darunter fünf Milchkühe, die bis zu 150 Liter Milch pro Tag liefern. Vorrang habe auf der Alm immer noch das Vieh, so Guggenbichler. Erst wenn dies versorgt und zufrieden sei, könne man sich den Gästen widmen. Aus der Milch der Kühe macht seine Frau Käse, außerdem bäckt sie auch das Brot selbst.

Freude haben die beiden bei ihrer Arbeit, genießen die Natur und manchmal auch die Abgeschiedenheit. »Die heile Welt muss man sich aber mit harter Arbeit verdienen«, betonten die sympathischen Almbewirtschafter.

Dass früher die Almbauern immer wieder Überraschungen mit resoluten Sennerinnen erlebten, konnte Götze anhand einer Anekdote belegen. Er erinnerte an den alten Naderbauern, der als Austragler auf der Hochalm mithelfen wollte und mit Sack und Pack früh morgens loszog, mit der Absicht einige Tage oben zu bleiben. Am Nachmittag sei er allerdings schon wieder zurückgewesen. Ihm sei der Almfrieden wichtiger gewesen, hieß es. tb