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Das »Jahr der Biene« neigt sich dem Ende zu

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Verabschiedung des Bienengesundheitswarts: Die Arbeit von Johann Koch (Mitte) wurde von der stellvertretenden Landrätin Resi Schmidhuber (links) und Dr. Jürgen Schmid vom Veterinäramt gewürdigt. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein – Das Bienensterben sowie veränderte und problematische Lebensbedingungen für die so wichtigen Insekten haben nicht nur Wissenschaftler auf den Plan gerufen, die seit Jahren vor dem Aussterben ganzer Bienenarten warnen. Heuer hatte sich der Landkreis Traunstein des Themas angenommen mit dem »Jahr der Biene«. Verschiedene Aktionen wurden durchgeführt mit dem Ziel, einen »blühenden Landkreis Traunstein« zu schaffen, das Bewusstsein der Bürger über die Bedeutung der Bienen zu fördern und Maßnahmen zu ergreifen, um dem Bienensterben entgegenzuwirken. Nun fand im Landratsamt die Abschlussveranstaltung statt.


»Das Jahr war ein voller Erfolg«

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Die große Resonanz überraschte nicht nur die Verantwortlichen vom Landratsamt: »So viele Besucher zeugen von einem besonderen Bewusstsein zu dem Thema«, betonte Anton Bernauer, der für die Projektkoordination verantwortlich zeichnete. Stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber sagte in Vertretung von Landrat Siegfried Walch, dass man mit dem Erreichten in dem Projektjahr zufrieden sei. »Das Jahr war ein voller Erfolg. Es wurde ein Problembewusstsein geschaffen und zum eigenen Handeln ermutigt.«

In einem Fachgespräch drehte sich alles rund um die Bienen. So betonte der Leiter des Veterinäramts, Dr. Jürgen Schmid, dass Fördermittel zur Bekämpfung der Varroatose sowohl aus EU-Mitteln wie auch in der paritätischen Aufstockung durch Mittel des Landkreises weiter zur Verfügung stehen würden. Der Landkreis habe seinen Anteil dazu nochmals verdoppelt und auch die Verbände mit in die Verantwortung genommen, mit denen man in der Thematik Hand in Hand zusammenarbeite.

Für seine jahrzehntelange Tätigkeit als Bienengesundheitswart wurde Johann Koch aus Petting ausgezeichnet und für seine 22-jährige, ehrenamtliche Arbeit gewürdigt.

Heinrich Gritsch von der gleichnamigen Imkerei aus Silz in Tirol staunte nicht schlecht über die vielen Besucher und stellte in seinem Fachvortrag über das »Bienenvolk und Bienenleben« heraus, dass Honig mit rund 200 verschiedenen und meist für den menschlichen Körper wichtigen Inhaltsstoffen wohl gesünder als herkömmlicher Haushaltszucker sei. Gleichzeitig könne aber die Qualität durch negative Umwelteinflüsse und Gifte beeinträchtigt werden. Er vermittelte viel Basiswissen über Bienen, die sich ein soziales Netzwerk aufgebaut hätten und praktisch und optimiert eine Arbeitsteilung betreiben würden.

Dass Bienenzüchter beziehungsweise die Bienen heute gegenüber früher vor ganz anderen Herausforderungen stünden, betonte er mit den Worten: »Vor 1980 lebten wir auf einer Insel der Seligen, seit dem Auftreten der Varroamilbe haben wir Probleme über Probleme.« Der Parasit in der Brut im Bienenstock werde auch dadurch begünstigt, dass die vergangenen Winter zu warm gewesen seien, Bienen hätten durchgebrütet, die Milbe hätte ihr oft tödliches Unwesen treiben können.

Hans Schmid aus Waldhausen berichtete über einen Blühflächenversuch. So hatte er auf 0,7 Hektar acht verschiedene Blühmischungen mit 150 Blumenarten eingesät und umfangreich dokumentiert. »Viele sind gerne von den Bienen angenommen worden.«

Koordinator Bernauer ging noch einmal auf die verschiedenen Aktionen ein, die man zum »Jahr der Biene« im Landkreis durchgeführt habe. Aufgehängte und eingesteckte Transparente und Hinweistafeln an Straßenrändern und Kreisverkehren waren genauso vertreten wie Ausstellungen und die Ausgabe von Blumensaatmischungen an Bürger. Auch ein Malwettbewerb an Grundschulen und der Regionaltag am Landratsamt standen auf der Agenda.

Dass die Aktion »Blühender Landkreis« auch im kommenden Jahr weitergehen wird, stellte der neue Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, Markus Breier, heraus. 2016 sei das Startjahr gewesen, man wolle nun im kommenden Jahr als dauerhafte Folge das Jahr des »Blühenden Landkreis Traunstein« einrichten, so der Gartenbauingenieur. Dazu sei in den kommenden Wochen ein runder Tisch mit Vertretern aus dem Naturschutz, dem Gartenbau, Jägern, Landwirten und weiteren Interessensvertretern geplant, um zusammen ein Blühflächenkonzept zu erstellen, mit dem dann Ende Februar gestartet werden soll. awi