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Das Jahr 2016 steht ganz im Zeichen der 150-Jahr-Feier

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Bürgermeister Thomas Gasser (rechts) beglückwünschte Kommandant Bernhard Hinterschnaiter zur Beförderung zum »Hauptbrandmeister«. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Der letzte Marktbrand war es, der 1866 zur Gründung der Feuerwehr Teisendorf geführt hatte. 150 Jahre sind seither vergangen – Grund für ein großes Festjahr. Bernhard Wimmer, Vorsitzender des Feuerwehrvereins, gab bei der Jahreshauptversammlung einen Einblick ins Programm. Eckpfeiler sind eine Ausstellung zur Geschichte ab 11. März und eine Festwoche ab 9. September.


Die Ausstellung im Poststall-Gewölbe ist von 11. bis 20. März zu besichtigen. Bei der Eröffnung wird ein Buch über die Feuerwehr Teisendorf von Rosi und Hans Fürmann vorgestellt. Ergänzend gibt es eine kleine Theatereinlage nach Art des »Königlich Bayerischen Amtsgerichts«. Peter Dorfleitner schrieb das Stück über eine Gerichtsverhandlung, die sich nach dem letzten Marktbrand zugetragen haben könnte. Dafür wurden Hans Startzer und Lenz Willberger verpflichtet; aber auch Mitglieder des Jugendzugs und der Kommandant spielen mit.

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Festwoche beginnt am Freitag, 9. September

Am 2. September wird das Festzelt aufgebaut. Die Festwoche wird am Freitag, 9. September, mit den »Isartaler Hexen« eröffnet. Am Samstag, 10. September, ist Totengedenken. Danach gestalten die Blechmusik und Gstanzlsänger einen »Tag der guten Nachbarschaft und Betriebe«. Das Gründungsfest »150 Jahre Feuerwehr Teisendorf« ist am Sonntag, 11. September.

Nach zwei Ruhetagen geht es weiter mit dem Wieninger-Brauereifest am Mittwoch, 14. September, der TSV-Zeltparty am Donnerstag, 15. September, einem Abend des Trachtenvereins am Freitag, 16. September, sowie Live-Musik mit Sing-Sang am Samstag, 17. September. Zweiter Höhepunkt ist die 400-Jahr-Feier der königlich privilegierten Feuerschützengesellschaft Teisendorf am Sonntag, 18. September. Danach ist in der Brauerei »Tag der offenen Tür«. Weiter trifft sich die Feuerwehr am 20. Februar zum Hallenfußballturnier und rückt Anfang Mai zum Feuerwehrfest in Berchtesgaden sowie am 13. August zur 140-Jahr-Feier der Feuerwehr Leobendorf aus.

Als Blickfang fürs Fest wurde die Feuerwehr um zwei »Kameraden« aus Metall erweitert, von Andi Kumminger gefertigt. Ludwig Schiller werde sie noch mit Beleuchtung am Platz vor dem Poststall in Szene setzen, so Wimmer. »Wir freuen uns auf das Fest, und wir wollen, dass man auch in zehn Jahren noch gern an das Fest denkt.«

Bei den Wahlen wurden für weitere drei Jahre Kassier Fritz Haberlander und Schriftführer Andreas Haselberger in den Ämtern bestätigt. Die Kassenprüfer Josef Baumgartner und Hans Willberger kandidierten nicht mehr. Zu Nachfolgern wurden einstimmig – für sechs Jahre – Bernhard Pölsterl und Josef Baumgartner jun. gewählt.

Wimmer erinnerte ans Dorfschießen mit den Plätzen zwei und drei und an den Ferientag mit 50 Kindern. Er lobte die starke Präsenz mit 25 bis über 30 Teilnehmern bei Festen von Nachbarwehren und den Fleiß der Helfer bei den Gartenfesten in Roßdorf und Freidling. Der Verein habe wieder einiges bezahlt, etwa die Parka für die Jugend, eine Pumpe und Beleuchtung für den Löschzug Roßdorf, Geräte für Freidling und Brotzeiten.

Zehn Jugendliche in den aktiven Dienst aufgenommen

Kommandant Bernhard Hinterschnaiter sagte, zwei Mädchen und acht Buben wurden in den aktiven Dienst aufgenommen: »Mit diesen jungen Leuten wird in Teisendorf wieder ein dritter Zug auf die Beine gestellt.« Fast jeden zweiten Tag rückte die Feuerwehr im Januar 2015 aus. Über das Jahr kamen 109 Einsätze zusammen, 30 mehr als im Vorjahr.

2015 gab es zwölf Brände, 58 Technische Hilfeleistungen, acht Fehlalarme, zwei Sicherheitswachen und 29 andere Tätigkeiten. Von größeren Bränden blieb die Wehr verschont: Bei sechs Alarmen musste sie nicht mehr eingreifen, sechs weitere Fälle waren Kleinbrände. Technische Hilfe leistete die Wehr 26 Mal bei Unfällen und 18 Mal nach Stürmen. Fünf Ölspuren wurden beseitigt, drei Wohnungen geöffnet. Einmal stand ein Keller unter Wasser. So kamen 1444 Einsatzstunden zusammen. Spektakuläre Einsätze waren auf der Autobahn die Bergung eines umgekippten Autotransporters und ein Unfall mit acht Fahrzeugen und mehreren Verletzten sowie der Brand eines Feldes.

22 junge Feuerwehrler haben den Lehrgang »Modulare Truppausbildung« abgelegt. Auch Lehrgänge in der Feuerwehrschule Geretsried wurden besucht. Zum 5. Januar hatte die Feuerwehr einen Personalstand von 158 Aktiven, darunter 13 Anwärter. Drei waren im Vorjahr in den aktiven Dienst aufgenommen worden.

Kritik übte der Kommandant an Bürgern, die sich über den Lärm, etwa bei Nachteinsätzen, aufregen oder auf der Autobahn die Rettungsgasse blockieren: »Wir machen das nicht zur Gaudi, sondern um anderen zu helfen!« Dafür lobte er die Betriebe, die Mitarbeiter für die Wehr freistellen.

Als oberster Dienstherr ernannte Bürgermeister Thomas Gasser den Kommandanten zum »Hauptbrandmeister«. Bei Einsätzen habe er gezeigt, dass er das neue Abzeichen zu Recht trage. Zu Löschmeistern wurden Franz Dumberger, Flori Baderhuber, Herbert Mühlbacher, Michi Schmölz, Philipp Willberger und Robert Winkler befördert. Zum Oberbrandmeister beförderte Hinterschnaiter seinen Stellvertreter Peter Hofhammer und zum Brandmeister Hermann Staller.

Gasser betonte, die Vielfältigkeit der Einsätze erhöhe den Übungs-, Aus- und Fortbildungsaufwand. Wie später Kreisjugendwart Hans Grabner und Kathi Kraller vom Roten Kreuz lobte er die »hervorragend aufgestellte Jugendarbeit«. Wie Kreisbrandrat Sepp Kaltner ankündigte, beginnt im März die Testphase für den Digitalfunk. Bis Ende 2016/Anfang 2017 erwarte er den Echtbetrieb. Teisendorf dürfe auf seine Jugend stolz sein, betonte Grabner. Im ganzen Landkreis würden pro Jahr 80 Feuerwehranwärter in den aktiven Dienst übernommen, zehn davon aus Teisendorf.

Jugendfeuerwehr hat derzeit 23 Mitglieder

Wie Jugendwart Michi Schmölz berichtete, wuchs die Jugendfeuerwehr seit Januar 2015 von 18 auf 23 Jugendliche. Neben normalen Übungen gab es Sonderübungen für den Wissenstest mit den Feuerwehren Neukirchen, Oberteisendorf und Weildorf. Auch habe man 90 Hydranten für die Surgruppe gespült und Müll am Straßenrand gesammelt. Zehn Jugendliche absolvierten die Modulare Truppausbildung. Eine Fahrt zur Autobahnpolizei Siegsdorf mit Besuch der Autobahnmeisterei gab Einblicke in die Arbeit auf der Autobahn. Beim Andreasmarkt verkauften die Jugendlichen Glühwein, Kaffee und Kuchen. Der Feuerwehrverein habe für die Jugend 20 neue Parkas angeschafft.

Kreisjugendwart Hans Grabner gab einen Rückblick auf hochaktuelle Themen, denen sich die Kreisjugendfeuerwehr gewidmet habe, wie Mobbing und Cybermobbing oder Neue Medien. Viele Jugendliche seien durch das Filmprojekt neu gewonnen worden. Heuer stehe die Schulung der Jugendwarte in der Unfallverhütung im Mittelpunkt. vm