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»Das ist eine Riesenwerbung für die Stadt«

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An den Parkplätzen vor dem k1 soll eine Ladestation für Elektroautos installiert werden. An der Ladesäule sollen zwei Autos gleichzeitig mit einer Normalladung »betankt« werden können. Eine weitere Station mit einem Schnellladesystem soll 2018 folgen. Einen fixen Standort für eine Schnellladestation gibt es noch nicht (Foto: Rasch)

Traunreut – Mit der Inbetriebnahme einer Stromladestation für Elektroautos unternimmt die Stadt Traunreut einen ersten Schritt in den Ausbau der E-Mobilität.


Noch heuer soll mit der Elektrizitätsgenossenschaft Wolkersdorf eine Ladesäule mit Normalladung installiert werden. An der Ladesäule sollen zwei Autos gleichzeitig »betankt« werden können. Überdies sollen im Haushalt 2018 Mittel für eine weitere Ladesäule mit einem Schnellladesystem eingestellt werden. Darauf hat sich der Hauptausschuss gegen die Stimme von Ernst Ziegler (SPD) verständigt.

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Ursprünglich sollte die Ladestation schon zu einem früheren Zeitpunkt aufgestellt werden. Der Hauptausschuss hatte die Angelegenheit in der Juni-Sitzung aber vorerst zurückgestellt, um einen weiteren Förderaufruf des Freistaats abzuwarten, nach dem die Stadt beim ersten Fördertopf nicht zum Zug gekommen war. Zwischenzeitlich ist vom Freistaat ein weiterer Förderaufruf für eine sogenannte AC-Technik (Normalladung) erfolgt, und die Stadt hat auch fristgerecht einen Antrag gestellt. Durch die neue Zuschuss-Richtline werden Ladesäulen mit 22 kW mit 40 Prozent oder maximal 3000 Euro bezuschusst. Ebenfalls 40 Prozent oder maximal 5000 Euro werden für den zugehörigen Netzanschluss in Aussicht gestellt.

Die Stadtverwaltung hat deshalb dem Hauptausschuss vorgeschlagen, noch heuer mit der Elektrizitätsgenossenschaft Wolkersdorf eine erste Ladesäule zu errichten. Auf die Stadt entfallen dabei rund 4500 Euro für die Erstellung eines Fundaments und den Anschluss an das Stromnetz. Sollte die Stadt einen Zuschuss bekommen, würden 40 Prozent der Kosten wieder an die Stadt zurückfließen. Weitere Kosten, insbesondere laufende Unterhalts- und Betriebskosten, kommen auf die Stadt nicht zu. Diese werden vom Betreiber der Ladestation übernommen. Allerdings bekommt die Stadt keinen Mietzins für die Parkplätze.

Außerdem hat die Stadtverwaltung vorgeschlagen, im Haushalt 2018 auch Mittel für eine Schnellladesäule (DC-Technik) einzustellen. Den Angaben zufolge wären derzeit für die Anschaffung einschließlich Installation und Anschluss an das Stromnetz für eine DC-Schnellladesäule zirka 45 000 Euro erforderlich. Hinzu kommen noch monatliche Servicekosten (Abrechnung mit dem Kunden) von etwa 120 Euro sowie die Stromkosten.

Diese sogenannten Multiloader-Säulen für nahezu alle E-Autotypen haben den Vorteil, dass der Ladevorgang mit DC- oder Gleichstrom in ein bis zwei Stunden abgeschlossen ist. Für Schnellladesäulen betrug die Förderung vom Bund nach Angaben der Verwaltung bisher bei einem Fördersatz von 40 Prozent oder höchstens 12 000 Euro pro Ladepunkt kleiner als 100 Kilowatt und 30 000 Euro pro Ladepunkt ab 100 Kilowatt. Hinzu kam die Förderung für den Netzanschluss in Höhe von 40 Prozent oder höchstens 5000 Euro für den Anschluss an das Niederspannungsnetz und höchstens 50 000 Euro für den Anschluss an das Mittelspannungsnetz. Für einen weiteren Förderaufruf wird jedoch erwartet, dass die Förderung auch einen Wirtschaftlichkeitsaspekt enthalten wird. Dies könnte nach Auffassung der Verwaltung bedeuten, dass nur Maßnahmen gefördert werden, die die geringsten Zuschüsse benötigen.

Auf Anregung der Verwaltung wurde in einem zweiten Beschluss festgelegt, soweit eine staatliche Förderung möglich ist, im nächsten Jahr eine weitere Stromladesäule, allerdings mit einer Schnelladetechnik zu errichten und die erforderlichen Haushaltsmittel 2018 bereitzustellen. Ernst Ziegler (SPD) Ziegler stimmte deshalb dagegen, weil in seinen Augen nicht die Kommune für die Schaffung der Infrastruktur für Elektroautos zuständig sei, sondern vielmehr die Tankstellen oder Autohändler, wie er sagte. Dr. Michael Elsen (CSU) argumentierte ähnlich: »Für mich ist das auch eher ein Fall für die Privatwirtschaft«, sagte er, stimmte aber letztendlich dafür.

Bürgermeister Klaus Ritter (FW) hingegen steht voll hinter dem Vorhaben: »Das ist eine Riesenwerbung für die Stadt.« Gleichzeitig war er für einen weiteren Ausbau beispielsweise in den Gewerbegebieten oder im Bereich von Geschosswohnungsbauten. Auch Hans Kneffel (CSU) unterstützte den Vorschlag der Verwaltung, die Infrastruktur unter Vorbehalt vorsorglich bis 2018 abzudecken. ga