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»Das ist ein Job, in dem man viel leisten muss«

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Traunreut – Wenn die Stadt Traunreut voraussichtlich Mitte dieses Jahres einen Stadtmanager einstellt, sollte diese Person nach Auffassung der CSU-Stadträte Dr. Michael Elsen und Hans Kneffel eine Hochschulausbildung haben und praktische Erfahrungen auf diesem Gebiet mitbringen. »Das ist ein Job, in dem man viel leisten muss und es auch umsetzen kann«, erklärte Dr. Elsen in der Sitzung des Hauptausschusses. Für seinen Fraktionskollegen Kneffel steht fest: »Bei so einem Job brauch i an richtigen Praktiker.« In der Sitzung wurden die Voraussetzungen für die Einstellung eines Stadtmanagers getroffen.


Gegen die Stimme von Reinhold Schroll (CSU) verständigte sich das Gremium darauf, die Stelle als Vollzeitstelle auszuschreiben. Schroll votierte für eine Halbtagsstelle. Einstimmig mitgetragen wurde, den Posten zunächst für zwei Jahre auszuschreiben. Nach Angaben der Stadtverwaltung wird die Stelle voraussichtlich Mitte Februar dieses Jahres mit einer Bewerbungsfrist von vier Wochen öffentlich ausgeschrieben. Von den Bewerbungen, die bei der Stadt eingehen, soll dann von Bürgermeister Klaus Ritter eine Vorauswahl von bis zu fünf Bewerbern getroffen werden. Die endgültige Entscheidung, die im April getroffen werden könnte, obliegt dann dem Hauptausschuss. Frühestens im Juli könnte die neue Stelle besetzt werden.

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»Nachhaltige Entwicklung für die ganze Stadt«

Dr. Elsen forderte eingangs, den Citymanager in Stadtmanager umzubenennen. »Wir wollen ja die Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung für die ganze Stadt und nicht nur für die Innenstadt.« Dazu gehörten auch die Außenbereiche mit Traunwalchen, Pierling, Matzing und Stein. Die Beratungs- und Management GmbH CIMA ist in den vergangenen drei Jahren quasi in Vorleistung getreten, um die Grundstrukturen für eine nachhaltige Entwicklung aufzubauen. An diese Grundstrukturen soll jetzt angeknüpft werden.

Auf den Stadtmanager wartet ein großes Anforderungs- und Aufgabenprofil. Die Liste, die es abzuarbeiten gilt, umfasst über 20 Punkte. Nach Auffassung von Johannes Danner (Bürgerliste) könne diese Liste nicht in zwei Jahren abgearbeitet werden. »Wir müssen klare Vorgaben machen, welche Punkte nach einer etwa vierwöchigen Einarbeitungszeit umgesetzt werden können«, forderte Danner. Die CIMA habe in seinen Augen eine sehr gute Vorarbeit geleistet, wenngleich auch er sich mehr öffentlich wirksame Projekte erwartet habe. Danner geht davon aus, dass auch der neue Stadtmanager in zwei Jahren keine »blühende Landschaft« hinterlassen werde.

Ernst Biermaier (FW), der sich ebenfalls für eine Prioritätenliste aussprach, regte an, ergänzend auch die Förderung der Firmen und des Tourismus mit ins Boot zu nehmen. Im Bereich des Tourismus denke er dabei an ein Hotel und weitere Pensionen. Er plädierte auch für eine Ganztagsstelle. »Wir sollten uns nicht wieder, wie bei der CIMA, auf 16 Wochenstunden beschränken, um das große Rad zu drehen.« Auf die Aussage von Reinhold Schroll, der Stadtrat möge sich auch vorbehalten, zu gegebener Zeit die »Reißleine« zu ziehen, sollte der Stadtmanager die Vorstellungen der Stadt nicht erfüllen, konterte Biermaier mit den Worten: »Es geht nicht von Dienstag auf Mittwoch. Wir sollten die Realität schon im Dorf lassen.« Schroll regte ebenfalls an, anfangs nicht zu viel hineinzupacken und das Ganze dann auszuweiten. »Wir sollten kleinweise vorgehen und dann ausbauen.«

An die Förderung für alle Bereiche der Wirtschaft und des Handels appellierte auch Ernst Ziegler (SPD). Für Gretl Gineiger (Grüne) wäre es auch wichtig, dass die Person auch das Gespräch mit den auswärtigen Mitarbeitern in den großen Firmen sucht, um das Image der Stadt bekannter zu machen. Christian Stoib (SPD) forderte, auch die Vereine mit auf die Liste zu setzen. Er warnte auch davor, keine als ARGE-Manager von der Stadt bezahlte Person einzustellen.

Auf Anfrage von Dr. Elsen, ob die bestehenden Feste und Aktivitäten der Stadt auch vom neuen Stadtmanagement mit organisiert werden sollen und ob die Stelle eine Stabsstelle der Stadt sei, erklärte Bürgermeister Klaus Ritter, dass die Person zu 100 Prozent bei der Stadt angestellt werde. Die Feste sollen laut Ritter nach wie vor in den Händen von Frauke Tränkner von der Stadtverwaltung bleiben. Eine Vernetzung mit der ARGE sollte aber hergestellt werden, so Ritter.

»Wir sollten das Ganze erst mal laufen lassen«

Ansprechpartner sollten nach Auffassung von Andrea Haslwanter (CSU) auch die Referenten sein. Auch sie regte an: »Wir sollten uns mit der Person zusammensetzen und ihr ein konkretes Ziel vorgeben.« Eine entsprechende Berufserfahrung setzt Matthias Bauregger (FW) bei der Einstellung eines Stadtmanagers voraus. Bürgermeister Ritter regte abschließend an: »Wir sollten das Ganze erst mal laufen lassen. Die Person soll sich in den ersten Monaten die Stadt anschauen und dann ein erstes Feedback mit dem Stadtrat treffen.« ga